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Die Kokosinseln (englisch Cocos Islands oder auch Keeling Islands) sind eine Inselgruppe im Indischen Ozean. Sie sind ein australisches Außengebiet und liegen auf dem so genannten Investigatorrücken. Die Bevölkerung beträgt 628 Einwohner (2005), die Fläche 14,2 km². Die Internet-TLD ist .cc

Geschichte


Die Entdeckung der Inseln schreibt man 1609 dem Kapitän der Britischen Ostindien-Kompanie William Keeling zu, schlüssige Beweise für diese These fehlen allerdings. Erst in einem niederländischen Atlas von 1659 ist dann erstmals von den „Cocos Eylanden“ die Rede, 1703 nennt sie der britische Hydrograph Thornton „Keeling Islands“. Eine erste genaue Beschreibung findet sich 1753 im Buch „Zeefakkel“ des Niederländers van Keulen. Der Brite James Horsburgh fertigt 1805 genaue Seekarten dieser Gewässer an und bezeichnet die Inseln als „Cocos-Keeling-Islands“. In den Folgejahren strandeten mehrere Schiffe vor den Inseln (1825 die Mauritius aus Frankreich sowie aus Großbritannien 1826 die Sir Francis Nicholas Burton und 1834 die Earl of Liverpool).

Im Jahre 1826 siedeln die Niederländer den ehemaligen britischen Commissioner von Borneo, Alexander Hare mit seinem Gefolge und malayischen Leibeignen auf den ihrer Kolonie Java vorgelagerten Inseln an. Er kultiviert die Inseln West-Horsburgh und Direction, auf denen er Kokosöl produziert. 1831 verlässt Hare die Inseln und stirbt auf dem Weg nach Großbritannien. Sein Verwalter John Clunies-Ross aus Schottland eignet sich daraufhin die Inseln an. Er produziert Kokosöl, das er erfolgreich in Niederländisch-Java verkauft. Außerdem dienen die Inseln als Zwischenstation für Walfangschiffe auf dem Weg in die Antarktis. Clunies-Ross errichtet auf den Inseln eine autoritäre Herrschaft mit seinen eigenen Gesetzen und eigenem, nur auf seinen Inseln gültigem Geld, das erst 1978 abgeschafft wird. Eine britische Kommission soll die Zustände auf der Insel überprüfen. Die Briten finden jedoch keinen Grund zum Eingreifen. Den Wunsch von Clunies-Ross nach britischer Herrschaft über die Insel lehnen die Briten jedoch ab. 1841 hisst er daher auf Grund seiner guten Handelsbeziehungen nach Java die niederländische Flagge, was ihm aber von der niederländischen Regierung wieder verboten wird.

Nach dem Tod von John Clunies-Ross im Jahre 1854 übernimmt sein Sohn John George die Inseln. 1857 nimmt Großbritannien die Cocos-Inseln versehentlich offiziell in Besitz. Eigentlich sollte das Schiff der Kolonialverwaltung die Cocos-Inseln in den Andamanen besetzen. John George Clunies-Ross holt weitere Arbeitskräfte, meist Gefangene aus Java, auf die Inseln. Es kommt zu zahlreichen Aufständen und Plünderungen. Nach dem Tod seines Vaters schafft der neue Besitzer George Clunies-Ross 1871 die Zwangsarbeit ab und ersetzt die Gefangenen durch malayische Arbeiter. 1876 zerstört ein Zyklon über die Hälfte der Kokosplantagen. Clunies-Ross baut die Inseln wieder auf. 1901 errichtet die „Eastern Extension Telegraphy Company“ auf Direction-Island eine Relais-Station für ihr Unterwasserkabelnetz. Ein weiterer Zyklon verwüstet 1909 die Inseln total, 90% der Palmen und 95% der Häuser werden zerstört. Nach der Zerstörung seines Lebenswerkes stirbt George Clunies-Ross im Jahre 1910 und sein Sohn Sydney Clunies-Ross übernimmt die Herrschaft über die Inseln. Er lässt zwei Malayen, die einen Landsmann ermordet haben sollen, zum Tode verurteilen und mit Gewichten an den Füßen bei lebendigem Leib im Meer versenken. Auf Direction-Island wird 1910 auch noch eine Funkstation errichtet. Im Ersten Weltkrieg sind Kabel- und Funkstation auf der Insel am 9. November 1914 Ziel des Angriffs eines deutschen Landungsunternehmens des Kleinen Kreuzers SMS Emden. Während des Angriffes wird die SMS Emden vom australischen leichten Kreuzer HMAS Sydney entdeckt und angegriffen. Die kleine deutsche Restbesatzung erwidert zwar das Feuer und die Sydney dreht sogar ab, kehrt jedoch gleich wieder um, als klar ist, dass die Emden nicht folgt und feuert erneut auf die Emden, auf der es Tote gibt. Das Schiff wird in diesem kurzen Gefecht so stark beschädigt, dass es von der eigenen Besatzung auf das Riff gesetzt und aufgegeben wird. Das Landungskorps der Emden, das bei dem Gefecht der Kriegsschiffe zurückgeblieben war, setzte mit dem Schoner Ayesha nach Sumatra über und erreichte später unter außerordentlichen Schwierigkeiten mit dem deutschen Dampfer Choising die arabische Küste und von dort aus über Konstantinopel (Istanbul) die Heimat.

Nach dem Ersten Weltkrieg sind alle Inseln besiedelt und die Bevölkerung beläuft sich 1940 auf 1450 Menschen, deren Versorgung durch den Zweiten Weltkrieg zunehmend kritisch wird. Auf Grund der Lebensbedingungen auf seinen Inseln entging Sydney Clunies-Ross nur knapp einer Anklage durch die britische Anti-Sklaven-Liga.

Zum Schutz der Kabelstation vor den Japanern wird Küstenartillerie auf Horsburgh-Island und Infanterie auf Direction-Island stationiert. Trotzdem beschießt 1942 ein japanisches Kriegsschiff die Inseln und bis Kriegsende erfolgen zahlreiche Luftangriffe. In der Nacht vom 8. Mai zum 9. Mai 1942, lehnten sich Artilleristen der Ceylon Garnison-Artillerie von Sri Lanka auf der Horsburgh-Insel auf. Ihr Führer war Artillerieunteroffizier Gratien Fernando, der seine Kameraden überzeugte, dass Asien den „Asiaten“ vorbehalten sein sollte. Ihre Auflehnung wurde niedergeschlagen und drei von ihnen (einschließlich Fernando) wurden die einzigen wegen Auflehnung während des zweiten Weltkrieges hingerichteten Soldaten des Britischen Commonwealth. Bei dem schwersten Luftangriff im August 1944 werden 27 Häuser zerstört und es gibt mehrere Tote. Sydney Clunies-Ross stirbt kurz darauf. Von März bis Mai 1945 bauen die Alliierten auf West-Island eine Landebahn. Auf den Kokosinseln werden 8300 Soldaten stationiert.

1946 wird die Landebahn geschlossen und das Militär zieht wieder ab. Die wirtschaftliche Situation der Inseln verschlechtert sich. Sydney Clunies-Ross Sohn John-Cecil übernimmt die Inseln, kann die Abwanderung der Arbeiter aber trotz neuer Häuser und Elektrizität kaum stoppen. Die Landebahn wird 1952 als Zwischenaufenthalt für den zivilen Luftverkehr wieder in Betrieb genommen. 1955 erklärt Australien die Inseln zu seinem Territorium. In den Folgejahren zerstören Zyklone die nach dem Krieg aufgebauten Kokosplantagen. Erst 1968 wird die australische Regierung auf die feudalen Zustände auf den Inseln aufmerksam. Ein Regierungsmitglied fertigt nach einem Besuch 1971 einen Bericht über die Missstände auf den Inseln an. Die UNO fordert 1974 einen Bericht zu den Kokosinseln von Australien.

Schließlich kauft die Regierung Australiens 1978 den größten Teil der Inseln für 6,25 Millionen australische Dollar von John-Cecil Clunies-Ross. Erstmals werden demokratische Wahlen abgehalten und das Inselgeld von Clunies-Ross abgeschafft. Eine Schule wird gebaut und die medizinische Versorgung sichergestellt. In der Volksabstimmung von 1984 stimmt eine Mehrheit der Inselbewohner für einen Verbleib bei Australien. Die Kopra-Produktion muss 1987 wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt werden. Die Bevölkerung hofft nun auf den Tourismus. Der ehemalige Insel-Besitzer John-Cecil Clunies-Ross verkauft 1992 auch seinen letzten Grundbesitz auf den Inseln.

Weblinks


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