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Die Kokerei Kaiserstuhl (Kaiserstuhl III) in Dortmund wurde am 01.12.1992 nach fünfjähriger Planungs- und Bauzeit auf dem Gelände der Westfalenhütte der Thyssen-Krupp-Stahl AG (früherer Eigner Hoesch AG) als modernste Kokerei Europas in Betrieb genommen. Sie löste damit die Koksproduktion der stillgelegten Kokereien Hansa und Kaiserstuhl II ab.

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Nach der Novellierung der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft ("TA Luft") im Jahre 1986 fasste die damalige Ruhrkohle AG den Beschluss zum Neubau einer Großkokerei in Dortmund und gleichzeitig zur anschließenden Stillegung der bis dahin noch bestehenden Dortmunder Kokerei Hansa und der Kokerei Kaiserstuhl II. Die gesamte Investition machte rund 1,2 Mrd. DM aus, wovon 25% allein auf Umweltschutzmaßnahmen entfielen.

Eckdaten der Kokerei Kaiserstuhl:

  • Mischbettkapazität 56.000 t
  • Kohlenturmkapazität 2700 t
  • Kokereibaufirma: ein Konsortium aus Didier, Krupp-Koppers, Thyssen-Still-Otto, Schalker Eisenhütte
  • zwei Koksofenbatterien mit je 60 Koksofenkammern
  • Kammermaße 7,63 m hoch, 18 m lang, 61 cm breit,5 cm Konizität, 45 cm Gassammelraum, 79 m³ Nutzvolumen
  • Ofenbauart: Unterbrenner-Regenerativ-Verbundofen, 36 Heizzüge, Zwillingszugsystem
  • Garungszeit 25h bei 1330 °C Heizzugtemperatur
  • Gedrückte Öfen: 115 pro Tag, entsprechend 5600 t Koks pro Tag
  • Ofenbedienmaschinen: Koksausdrückmaschine, Füllwagen, Koksüberleitmaschine, Heißkokstransportwagen, Löschwagen (Schalker Eisenhütte)
  • Kokstrockenkühlanlage (KTK): 250 t Koks je Stunde
  • Dampferzeugung 120 t/h bei 64 bar und 480 °C
  • Produkte: Koks, Rohteer, Flüssigschwefel, Rohbenzol, ND-Gas zur Hütte und zur Ruhrgas AG
  • Besonderheit: Biologische Abwasserbehandlung

Am 12.12.2000 wurde die Kokerei Kaiserstuhl nach 8 Jahren und 12 Tagen Betriebszeit aus der notwendig gewordenen Anpassung an die Kokereikapazitäten aufgrund der Schließung der Thyssen-Hochöfen in Dortmund stillgelegt.

Durch die Veränderungen auf der Kundenseite, die Übernahme der Dortmunder Hoesch AG durch den Konkurrenten Krupp und die folgende Fusion mit Thyssen zu ThyssenKrupp, waren örtlich nah für ihr Produkt Koks keine Abnehmer mehr vorhanden; ThyssenKrupp verlegte alle Aktivitäten der sog. Flüssigphasen an den Rhein nach Duisburg, aufgrund günstigerer Transportbedingungen (Schifffahrts- und Hafenanbindung).

Man entschloss sich, die recht neue Kokerei wieder stillzulegen. Sie ist seit 2003 im Abbau begriffen: Der chinesische Bergwerkskonzern Yankuang in der Provinz Shandong hat die Einrichtungen erworben und hat die Kokerei in der Nähe von Zaozhuang, Shandong Province wieder aufgebaut, da die technischen Einrichtungen weiterhin dem modernsten Standard der Kokereitechnik entsprechen. Der erste Koks ist am 28. Juni 2006 gedrückt worden.

Zwischenzeitlich wurde auch wirtschaftlich die Entscheidung fraglich, ob es richtig gewesen war, die Kokerei nach nur kurzem Betrieb stillzulegen: durch den Boom der Nachfrage nach Stahl in China wurde es auf dem Weltmarkt ab 2003 eng, Koks für die Eisenverhüttung kaufen zu können. Der Preis für Koks stieg dramatisch an, weit stärker noch als die Preise für Stahlerzeugnisse.

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