Unter Kohlenstoffzyklus oder Kohlenstoffkreislauf versteht man das System der chemischen Umwandlungen kohlenstoffhaltiger Verbindungen in den globalen Systemen Lithosphäre, Hydrosphäre, Atmosphäre und Biosphäre sowie den Austausch dieser Verbindungen zwischen diesen Geosphären.
Die Kenntnis dieses Kreislaufs einschließlich seiner Teilprozesse ermöglicht es unter anderem, die Eingriffe des Menschen in das Klima und damit ihre Auswirkungen auf die globale Erwärmung abzuschätzen und angemessen zu reagieren.
Das System Erde wird als geschlossenes System betrachtet. Zufuhr von Kohlenstoff beispielsweise durch Meteorite oder kernchemische Vorgänge und Verlust von Kohlenstoff beispielsweise durch Raumfahrt wird außer acht gelassen. Auf der Makroebene des Systems Erde ist der Gesamtkohlenstoffgehalt konstant.
Jedes der vier Teilsysteme ist durch Speicher-Kapazität, Verweildauer, Zufluss und Abfluss (Flussrate) und Speicherformen des Kohlenstoffs charakterisiert.
Die globale Kohlenstoffmenge beträgt 75 Millionen Gt C (Giga-Tonnen Kohlenstoff).
Wichtigste Kohlenstoffverbindung ist das Kohlenstoffdioxid (CO2) mit einem Anteil am Luftgemisch von 0,03 Volumen-% beziehungsweise 0,046 Massen-%.
Daneben kommen noch Spurengase und Verunreinigungen vor:
- | Konzentration in ml/m³ | Verweilzeit | Zunahme in % pro Jahr | - | Kohlenstoffdioxid | CO2 | 381 | 5-200 a *1 | 0,4 | - | Methan | CH4 | 1,75 | 12 a | 1,5 | - | Kohlenstoffmonoxid | CO | 0,05-0,2 | 60…180 d | - | Fluorchlorkohlenwasserstoffe | FCKW | 10-3 | 70…100a | - | Tetrachlorkohlenstoff | CCl4 | 10-4 | ? | - | flüchtige Kohlenwasserstoffe | - | Rußpartikel |
|---|
a = Jahre, d = Tage
*1 Für CO2 kann keine eindeutige Verweilzeit angegeben werden, da verschiedene, z.T. stark von den Randbedingungen abhängige Senkenprozesse eine Rolle spielen IPCC, S.38 bzw. S.18 des PDFs.
Die Hydrosphäre enthält 38.000 Gt C in Form von physikalisch gelöstem CO2, sowie gelöster Hydrogencarbonat- und Carbonat-Ionen. Dies entspricht 0,05 % des globalen Kohlenstoffgehaltes. Dazu kommen noch Spuren von physikalisch gelöstem Methan und organischen Schwebstoffen.
Zur Hydrosphäre werden auch die Polkappen, Eisschilde und Gletscher gezählt (Kryosphäre). Das im Eis eingeschlossene Kohlenstoffdioxid nimmt allerdings nicht an den schnellen Austauschprozessen mit der Atmosphäre teil.
Mit 99,8 % Anteil am globalen Gesamt-Kohlenstoff stellt die Lithosphäre den größten Kohlenstoffspeicher dar. Allerdings sind die Flussraten gering. Sie ist damit Bestandteil der langfristigen Kohlenstoffkreisläufe.
Gashydrate sind Stoffe, die unter "normalen" Bedingungen gasförmig sind, und an deren Moleküle Wassermoleküle mit schwachen Bindungskräften in regelmäßiger Anordnung angelagert sind. Dies geschieht unter bestimmten Bedingungen: Lösung in Wasser, niedrige Temperatur, hoher Druck. Die so entstandenen Hydrate sind meistens Festkörper. Für den Kohlenstoffkreislauf sind besonders Methanhydrate wichtig. Die Methanmoleküle sind bei ihnen in Hohlräumen des Kristallgitters eingeschlossen (siehe Klathrat). Sie finden sich im Meeres-Sediment und im Permafrost-Boden. Das Methan der Methanhydrate entsteht durch anaerobe bakterielle Zersetzung organischer Stoffe. Bei Übersättigung des Wassers mit Methan und bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt sowie bei hohem Druck (im Meer ab 500 m Tiefe) bilden sich die Methanhydrate. Durch Änderung der Druck- und Temperaturverhältnisse können größere Mengen an Methan kurzfristig frei werden und in die Atmosphäre gelangen.
Das aus den Lagerstätten ausgasende Methan kann unter anoxyschen Bedingungen von chemoautotrophen Bakterien genutzt werden: Obligat anaerobe, methanoxidiernde Methanosarcinales (Archaea) bilden Essigsäure (Ethansäure) aus Methan:
Kohlenstoff ist im Universum und auf der Erde ein relativ seltenes Element (Prozent-Angaben bedeuten Atomzahlenverhältnisse):
Eine Entwicklung von Leben auf Kohlenstoffbasis ist deshalb nur möglich, wenn sich die Lebewesen die globalen Kohlenstoffkreisläufe zu Nutze machen und selbst wieder einen geschlossenen Kohlenstoffkreislauf erzeugen.
Speicherformen des Kohlenstoffs in der Biosphäre sind zum einen organische Stoffe, zum anderen Karbonate (in der Regel Kalziumkarbonat CaCO3). Besondere Bedeutung haben die Baustoffe für Skelette, so Aussenskelette aus organischen Stoffen: Chitin bei Arthropoden (Krebse, Spinnentiere, Insekten), Aussenskelette aus Carbonaten bei Mollusken, Kammerlingen (Foraminifera), Coccolithophoridae), Innenskelette aus Carbonaten bei Korallen).
Terrestrische Ökosysteme enthalten 800 Gt C, marine 3 Gt C in der Biosphäre, was insgesamt einem Anteil von 0,001 % am globalen Gesamt-Kohlenstoff entspricht. Damit gehört die Biosphäre wie die Atmosphäre zu den kleinsten Kohlenstoffspeichern, ist aber Motor der kurzfristigen Kreisläufe.
Innerhalb der Atmosphäre finden vorwiegend physikalische Transportvorgänge statt. Da durch Wind eine beständige Durchmischung stattfindet, ist die CO2-Konzentration in den unteren Schichten der Atmosphäre überall gleich.
Nur an Orten, die über längere Zeit hinweg vor Wind geschützt sind, kann sich CO2 am Boden ansammeln. Beispiel: Kohlendioxidseen in Bergwerken oder in Höhlen, die in vulkanisch aktiven Gebieten liegen.
Methan wird im Laufe der Zeit zu CO2 oxidiert.
Änderungen der Bedingungen und der Konzentrationen ändern auch die Gleichgewichtslage. So würde eine Erhöhung der CO2-Konzentration der Atmosphäre das Gleichgewicht nach rechts verschieben, die Hydrosphäre würde also vermehrt Kohlenstoffdioxid aufnehmen. Andererseits würde eine globale Erwärmung das Gleichgewicht nach links verschieben.
Bei der Sedimentation sinken schwerlösliche anorganische und organische Stoffe langsam zu Boden. Die Sinkgeschwindigkeit hängt von der Teilchengröße und der Dichte des Wassers ab und kann in ungestörtem Wasser sehr niedrig sein. Im Kohlenstoffkreislauf spielt die Sedimentation der Kalkskelette der Coccolithiphoridae eine große Rolle.
Diagenese ist die langfristige Verfestigung loser Sedimente durch biologische, chemische und physikalische Umwandlungen. Dabei wird zum Beispiel aus den Kalk-Skeletten der Mikroorganismen Kalkgestein. Organische Ablagerungen werden unter bestimmten Bedingungen, wie sie in sauerstoffarmen, warmen Flachmeeren herrschen, stufenweise in anorganische oder andere organische Stoffe umgewandelt. Es entstehen Kerogen (zum Beispiel in Ölschiefer), Teerstoffe (Bitumen), Kohle, Graphit und Erdöl sowie Methan. Die Diageneserate beträgt 0,2 Gt C pro Jahr.
Metamorphose ist die langfristige Umwandlung von festem Gestein auf Grund von erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur: Durch Subduktion von Sedimenten des Meeresbodens werden Druck und Temperatur erhöht. An der Grenzfläche von Kalk- und Silikatsedimenten (Sand) finden folgende chemische Umwandlungen statt:
Innerhalb der Biosphäre findet ein Kohlenstoff-Fluss statt von den organische Stoffe erzeugenden autotrophen Organismen zu den organische Stoffe verbrauchenden heterotrophen Organismen. Durch Wind und Tiere wird organisches Material verfrachtet. Ein geschlossener Kreislauf ist erst durch die Vermittlung von Atmosphäre und Hydrosphäre möglich.
Zwischen den Kohlenstoff-Speichern erfolgt ein ständiger Austausch durch chemische, physikalische, geologische und biologische Prozesse.
Hierbei handelt es sich um geochemische Prozesse, die in einem Zeitraum von mehreren tausend bis Milliarden Jahren ablaufen können.
Durch thermische Spannungen (Beispiel Frostsprengung), Druck (Beispiel Gletscher) sowie durch Wind- und Wassererosion können große Gesteinsblöcke in immer kleinere Portionen zerteilt werden. Durch Fließgewässer wird dieses zerkleinerte Material verfrachtet und in den Mündungsgebieten wieder abgelagert. Diese Sedimente können wieder durch Subduktion der Metamorphose unterworfen werden.
Verwitterung von Kalk- und Silikatgestein entzieht durch Vermittlung von Wasser der Atmosphäre CO2. Das dabei entstehende Hydrogencarbonat ist löslich und verbleibt in der Hydrosphäre.
Erfolgt die Verwitterung von Kalkgestein durch andere Säuren, zum Beispiel Schwefelsäure, die aus dem von Vulkanen abgegebenen Schwefeldioxid durch Oxidation und Reaktion mit Wasser entstehen kann, wird CO2 an die Atmosphäre abgegeben:
Aus einer gesättigten Kalziumhydrogenkarbonat-Lösung wird durch Erhöhung des pH-Werts Calcit ausgefällt, wobei CO2 frei wird:
Diese Reaktion wird insbesondere durch eine Erhöhung des pH-Werts (basisch) infolge CO2-Verbrauchs (autotrophe Organismen!) und durch hohe Wasserverdunstung verstärkt. (Siehe auch: Stalaktit, Stalagmit, Sinterterrasse)
Organismen wie Muscheln, Schnecken und Einzeller führen ebenfalls eine Calcitausfällung durch, um damit Skelette, Gehäuse und Schalen aufzubauen. Besondere Bedeutung haben dabei marine Kleinorganismen (Kammerlinge (Foraminifera) und Coccolithophoriden), deren Außenskelette nach Absterben der Organismen sedimentieren und so Kalksedimente bilden, und Korallen, die Korallenstöcke aus Kalziumcarbonat aufbauen. Über Korallenriffen ist die CO2-Konzentration deutlich erhöht. Alle Riffe der Erde (285.000 km2) fällen Schätzungen zu Folge 0,64 Gt Kalziumkarbonat pro Jahr aus. Dabei werden über 0,28 Gt CO2 freigesetzt. Davon wird allerdings nur ein Teil an die Atmosphäre abgegeben. (Siehe dazu auch Klimageschichte)
Der Kreislauf wird auf zwei Wegen wieder geschlossen:
| Vorgang | Flussraten in GtC pro Jahr | |
| 1 | Diffusion von CO2 | 91,7 |
| 2 | Diffusion von CO2 | 90 |
| 3 | Ausfällung von Calcit | |
| 4 | Verwitterung von Calcit | 0,2 |
| 5, 9 | Verwitterung von Calcit und Silikat, dafür benötigtes CO2 | 0,2 |
| 6 | Metamorphose | 0,2 |
| 7 | Vulkanismus | 0,1 |
| 8 | Verwitterung von Silikat |
Hierbei handelt es sich um biochemische Prozesse, die zwar zunächst rasch ablaufen, aber mit langfristigen geologischen Prozessen gekoppelt sind. Dabei wird sedimentiertes, organisches Material unter anoxyschen Bedingungen nicht mehr vollständig abgebaut. Nur ein geringer Teil wird durch anaerobe Bakterien in CO2 verwandelt. Durch Überschichtung mit weiteren Sedimentdecken und Absinken in größere Tiefen erhöhen sich Druck und Temperatur. Dadurch werden die organischen Bio-Moleküle unter Luftabschluss in Kerogen (u. a. Kohlenwasserstoffe) oder Kohlenstoff (Kohle) umgewandelt.
| Vorgang | Flussrate in Gt C pro Jahr | |
| 1 | Diffusion und Photosynthese | |
| 2 | Sedimentation | |
| 3 | Diagenese | |
| 4 | Ausgasung | |
| 5 | bakterieller Abbau | |
| 6 | bakterielle Methanoxidation |
Hierbei handelt es sich um biochemische Prozesse der Assimilation und Dissimilation, die rasch ablaufen und jahreszeitlichen Schwankungen unterliegen können.
| Vorgang | Flussrate in Gt C pro Jahr | |
| 1 | Fotosynthese der Landpflanzen | 120 |
| 2 | Atmung der Landpflanzen | 60 |
| 2 | Atmung der Tiere und Destruenten | 55 |
| 3 | Nettoprimärproduktion der Landpflanzen | 60 |
| 4 | Detritus | 1 |
| 1 | Fotosynthese der marinen Primärproduzenten | 103 |
| 2 | Atmung der marinen Primärproduzenten | 92 |
| 3 | Atmung der marinen Konsumenten und Destruenten | |
| 5 | Detritus | |
| 6 | Diffusion |
Aus der Analyse von Bohrungen im antarktischen Eis (blau Kurve) ergibt sich, dass die globale Kohlenstoffdioxid-Konzentration mindestens in den letzten 650.000 Jahren nie 300 ml/m³ überschritten hat Schmidt, Gavin (2005):''650,000 years of greenhouse gas concentrations, Beitrag bei RealClimate.org, siehe online . Während der Eiszeiten war sie mit 180 ml/m³ niedriger als während der Warmzeiten. Mit Beginn der Industrialisierung stieg die Konzentration exponentiell an. (Die rote Kurve ergibt sich aus kontinuierlichen Messungen der GAW-Station Mauna Loa auf Hawaii seit 1958.) CO2Anstieg.png Aus diesen Messungen ergibt sich zur Zeit ein Anstieg von 3,2 Gt C pro Jahr, der zur globalen Erwärmung beiträgt.
Durch die Verbrennung fossiler kohlenstoffhaltiger Brennstoffe (Erdöl, Erdgas, Kohle) und durch die Zementherstellung entstehen 7,1 Gt C pro Jahr (Werte für 80er Jahre) Joos, F. and J.L. Sarmiento (1995):Der Anstieg des atmosphärischen Kohlendioxids, Phys.Bl.51, S.407, Abb.2 . Mittlerweile sind die jährlichen CO2-Emissionen auf ca. 8,7 Gt gesteigen World Resources Institute (WRI) / Carbon Dioxide Information Analysis Center (CDIAC) (2005): Carbon Dioxide Emissions by Source 2005'' (PDF). Von den 7,1 Gt C nehmen die Meere 2 ± 1 Gt C pro Jahr auf, da die erhöhte CO2-Konzentration der Atmosphäre und die globale Erwärmung der Meere das Diffusionsgleichgewicht auf die Seite des gelösten Kohlenstoffs verschiebt. Die durch die selben Effekte verstärkte Photosynthese der Landpflanzen entzieht der Atmosphäre wieder 0,5 + 1,4 (?) Gt C pro Jahr, sodass 3,2 Gt C in der Atmosphäre verbleiben und zu einem Anstieg der CO2 Konzentration führen (3,2 Gt C entspechen ca. einem Anstieg der CO2 Konzentration um 1,5 ppm).
Die Verbrennung rezenter kohlenstoffhaltiger Brennstoffe (Rapsöl, Holz, Brandrodung) sollte als Eingriff in den kurzfristigen biochemischen Kreislauf nicht zur Erhöhung beitragen.
Bei der Zementherstellung reagiert Kalziumkarbonat mit Ton (Aluminiumsilikat) zu einem Kalziumsilikat. Dabei wird Kohlenstoffdioxid frei. Davon wird nur ein Teil beim Abbinden durch Bildung von Kalziumkarbonat wieder der Luft entzogen.
Der früher verwendete Kalkmörtel stellte einen geschlossenen CO2-Kreislauf dar: Das beim Brennen entstandene CO2 wurde beim Aushärten wieder gebunden.
Auch bei der Glasherstellung wird Kohlenstoffdioxid frei. Natriumkarbonat reagiert mit Siliziumdioxid (Sand) zu Natriumsilikat (vergleiche Metamorphose):
Aufforstung und besseres Management (Erosionskontrolle, Auswahl der Arten, Nutzungsänderungen bei Plantagen, Umwandlung von Feldern in Weideland und andere Maßnahmen) erhöhen die Effektivität des CO2-Verbrauchs durch die Photosynthese der Kulturpflanzen. Hierdurch ergibt sich ein Verbrauch von 1,202 bis 1,589 Gt C pro Jahr. (Die Spannweite der Schätzung ergibt sich aus der Unsicherheit in der Schätzung des Effektes neu aufgeforsteter Wälder, der mit 0,197 bis 0,584 Gt C pro Jahr zu Buche schlägt.) Dem steht allerdings eine Freisetzung von 1,788 Gt C pro Jahr durch Brandrodung gegenüber Science, Vol. 288, Mai 2000. Die Rolle der Ozeane im globalen Kohlenstoffkreislauf, insbesondere in ihrer Funktion als Kohlenstoffsenke, wurde u.a. 1990-2002 im internationalen Forschungsprojekt JGOFS untersucht.
Für die Photosynthese der Landpflanzen wäre eine Kohlenstoffdioxid-Konzentration von 1000 ml/m³ optimal. Die Steigerung der Photosyntheserate fällt allerdings geringer aus als erwartet, da für viele Pflanzen nicht das CO2 begrenzender Faktor ist, sondern die Versorgung mit Nährsalzen. So wird zur Zeit darüber nachgedacht, die Meere großflächig mit zweiwertigen Eisenionen zu düngen, um die Photosyntheserate des Phytoplankton zu steigern und durch die biologische Kohlenstoffpumpe (Absinken von organischem Material und biogenen Karbonaten in große Tiefen der Ozeane) dem kurzfristigen Kreislauf zu entziehen.
Die Erhöhung der Kohlenstoffdioxidkonzentration in der Atmosphäre und die Erwärmung der Meere führt zu einer vermehrten Lösung von CO2 im Meerwasser. Durch die Bildung von Kohlensäure wird der pH-Wert des Wassers erniedrigt (saurer). Dadurch wird die biogene und abiogene Ausfällung von Kalk behindert. Als Folge müsste die Menge des Phytoplanktons abnehmen und die Photosyntheserate sinken.
Durch die Erniedrigung des pH-Wertes von Regen und Wasser müsste die Verwitterung von Kalkgestein und damit der Verbrauch von CO2 ansteigen. Da geochemische Flussraten sehr gering sind, spielt dieser Effekt kurzfristig keine Rolle.
Ohne Eingriffe des Menschen hat sich im Laufe der Erdentwicklung ein relativ stabiles Fließgleichgewicht eingestellt. Jeder Teilnehmer des Kreislaufs gibt Kohlenstoff ab und nimmt welchen auf, ohne dass es dabei zu wesentlichen Änderungen der Verteilung des Kohlenstoffes kommt.
Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe gelangt Kohlenstoff, der über Jahrtausende hinweg eingelagert worden ist, in Form von CO2 in die Erdatmosphäre. Insgesamt "produziert" die Menschheit an der Schwelle zum 21. Jahrhundert etwa 8,7 Gt C pro Jahr. Das labile Gleichgewicht wird gestört. Die Folge ist die Globale Erwärmung, wozu maßgeblich der wachsende Anteil des Treibhausgases CO2 in der Erdatmosphäre beiträgt, welches für 64,2% des anthropogenen Treibhauseffektes verantwortlich ist.
Um dem entgegenzuwirken, wird versucht, Verfahren zu entwickeln, den überschüssigen Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu entziehen und in das Reservoir der Sedimente einzulagern (CO2-Sequestrierung).
Zur Zeit werden Lösungen des CO2-Problems diskutiert, die zwar technisch bereits realisierbar, aber nicht beherrschbar und in den ökologischen Folgeschäden nicht abschätzbar sind:
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