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Strukturformel
S = C=S
Allgemeines
Name Kohlenstoffdisulfid
Andere Namen Schwefelkohlenstoff
Summenformel CS2
CAS-Nummer 75-15-0
Kurzbeschreibung Farblose Flüssigkeit
Eigenschaften
Molmasse 76,14 g/mol
Aggregatzustand flüssig
Dichte 1,261 kg/m³
Schmelzpunkt --111 °C
Siedepunkt 46 °C
Dampfdruck 39900Pa (20 °C)
Löslichkeit löslich in Diethylether, Benzol, Chloroform
fast unlöslich in Wasser
Sicherheitshinweise
R- und S-Sätze R: 11-36/38-48/23-62-63
S: 16-33-36/37-45
MAK 30 mg/m³
Kohlenstoffdisulfid (englisch: carbon disulfide, Trivialname: Schwefelkohlenstoff, CS2) ist ein Reaktionsprodukt von Kohlenstoff mit Schwefel.

Eigenschaften


Kohlenstoffdisulfid ist eine farblose, in reinem Zustand sehr unangenehm riechende, stark lichtbrechende und sehr leicht entzündliche, brennbare Flüssigkeit. Schwefelkohlenstoff ist ein gutes Lösungsmittel unter anderem für Iod, Schwefel, Selen und weißen Phosphor. Da Schwefelkohlenstoff gut fettlöslich ist, führt längeres Einatmen zu Vergiftungserscheinungen: Die akute Schwefelkohlenstoffvergiftung äußert sich in Gesichtsrötung, euphorischen Erregungszuständen, dann Bewusstlosigkeit, Koma und Atemlähmung, die chronische Schwefelkohlenstoffvergiftung durch wiederholtes längeres Einatmen ergibt Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Gedächtnis-, Seh- und Hörstörungen, Nervenentzündungen und Gefäßschäden.

Herstellung


Schwefelkohlenstoff entsteht aus Holzkohle und Schwefeldampf unter Luftausschluss bei Temperaturen von 800 bis 1000 °C, bzw. aus Methangas (Kohlenstoffquelle) und Schwefel bei höherer Temperatur. Dabei entsteht noch das hochgiftige Gas Schwefelwasserstoff, welches industriell weiterverarbeitet wird.

Verwendung und Reaktionen


Schwefelkohlenstoff wird in großen Mengen zur Zellstoffaufbereitung eingesetzt, wobei sich mit Natronlauge lösliche Xanthogenate bilden. Es ist ein Lösungsmittel für Fette und wird in der Infrarot-Spektroskopie eingesetzt, da es keine störenden Wasserstoff- oder Halogenbanden besitzt. Die gelben Kupferxanthogenate geben unter Zersetzung wieder den giftigen Schwefelkohlenstoff frei und werden zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Mit Ammoniak, primären und sekundären Aminen entstehen Dithiocarbamate. Die Reduktion mit Natrium in Dimethylformamid ergibt das Dinatriumsalz von dmit, Kurzbezeichnung für Dimercaptoisotrithion, einer Ausgangsverbindung zur Herstellung schwefelreicher Heterocylen und von substituierten Tetrathiafulvalenen. Beim Kochen mit wässrigen Sulfid-Lösungen entsteht Trithiocarbonat. Kohlenstoffdisulfid hat den gleichen Brechungsindex wie Glas und wird beispielsweise zum Erkennen von gefälschten Diamanten verwendet. Oftmals kommt Schwefelkohlenstoff auch auf natürliche Art und Weise vor, zum Beispiel beim Vermoderungsvorgang.

Historisches


In Schwefelkohlenstoff gelöster weißer Phosphor wurde in Brandbomben verwendet.

Nachweis


Kohlenstoffdisulfid gibt mit Diethylamin in Gegenwart von Kupfersalzen ein gelbes Kupfersalz.

Cu \left*_2

Chemische Verbindung | Giftiger Stoff | Feuergefährlicher Stoff

Sirouhlík | Carbon disulfide | Disulfuro de carbono | 二硫化炭素 | Sērogleklis | Koolstofdisulfide | Dwusiarczek węgla | Karbondisülfür | 二硫化碳

 

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