Kohlenstoffdisulfid (englisch:
carbon disulfide, Trivialname:
Schwefelkohlenstoff, CS
2) ist ein Reaktionsprodukt von
Kohlenstoff mit
Schwefel.
Eigenschaften
Kohlenstoffdisulfid ist eine farblose, in reinem Zustand sehr unangenehm riechende, stark lichtbrechende und sehr leicht entzündliche, brennbare Flüssigkeit. Schwefelkohlenstoff ist ein gutes Lösungsmittel unter anderem für
Iod,
Schwefel,
Selen und weißen
Phosphor. Da Schwefelkohlenstoff gut fettlöslich ist, führt längeres Einatmen zu Vergiftungserscheinungen: Die akute Schwefelkohlenstoffvergiftung äußert sich in Gesichtsrötung, euphorischen Erregungszuständen, dann Bewusstlosigkeit, Koma und Atemlähmung, die chronische Schwefelkohlenstoffvergiftung durch wiederholtes längeres Einatmen ergibt Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Gedächtnis-, Seh- und Hörstörungen, Nervenentzündungen und Gefäßschäden.
Herstellung
Schwefelkohlenstoff entsteht aus
Holzkohle und
Schwefeldampf unter Luftausschluss bei Temperaturen von 800 bis 1000 °C, bzw. aus Methangas (Kohlenstoffquelle) und Schwefel bei höherer Temperatur. Dabei entsteht noch das hochgiftige Gas
Schwefelwasserstoff, welches industriell weiterverarbeitet wird.
Verwendung und Reaktionen
Schwefelkohlenstoff wird in großen Mengen zur
Zellstoffaufbereitung eingesetzt, wobei sich mit
Natronlauge lösliche
Xanthogenate bilden. Es ist ein
Lösungsmittel für
Fette und wird in der
Infrarot-Spektroskopie eingesetzt, da es keine störenden
Wasserstoff- oder
Halogenbanden besitzt. Die gelben
Kupferxanthogenate geben unter Zersetzung wieder den giftigen Schwefelkohlenstoff frei und werden zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Mit Ammoniak, primären und sekundären Aminen entstehen
Dithiocarbamate.
Die
Reduktion mit
Natrium in
Dimethylformamid ergibt das Dinatriumsalz von
dmit, Kurzbezeichnung für Dimercaptoisotrithion, einer Ausgangsverbindung zur Herstellung schwefelreicher Heterocylen und von substituierten
Tetrathiafulvalenen.
Beim Kochen mit wässrigen Sulfid-Lösungen entsteht Trithiocarbonat.
Kohlenstoffdisulfid hat den gleichen
Brechungsindex wie Glas und wird beispielsweise zum Erkennen von gefälschten Diamanten verwendet.
Oftmals kommt Schwefelkohlenstoff auch auf natürliche Art und Weise vor, zum Beispiel beim Vermoderungsvorgang.
Historisches
In Schwefelkohlenstoff gelöster weißer
Phosphor wurde in
Brandbomben verwendet.
Nachweis
Kohlenstoffdisulfid gibt mit
Diethylamin in Gegenwart von Kupfersalzen ein gelbes Kupfersalz.
Chemische Verbindung | Giftiger Stoff | Feuergefährlicher Stoff
Sirouhlík | Carbon disulfide | Disulfuro de carbono | 二硫化炭素 | Sērogleklis | Koolstofdisulfide | Dwusiarczek węgla | Karbondisülfür | 二硫化碳