Goguryeo, chinesisch auch Gāogōulì, war ein Königreich in Nordostasien, das vermutlich vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis 668 n. Chr. existierte. Während seiner größten Ausdehnung erstreckte es sich von der südlichen Mandschurei bis weit in die Halbinsel Korea. Neben Baekje und Silla wird es oftmals als eines der Drei Reiche von Korea bezeichnet.
Es wird allerdings vermutet, das Goguryeo schon im 2. Jahrhundert v. Chr. existierte. In chinesischen Quellen wird es nämlich im Zusammenhang mit der Niederlage Go-Joseons 108 v. Chr. erwähnt. Aus dem in Auflösung befindlichen Go-Joseon formierten sich kleinere Stämme aus der Region um den Yalu-Fluss, dem heutigen Grenzfluss Nordkoreas, zu fünf Königreichen, die später zur Stammesgruppe Goguryeo zusammengefasst wurden, die dem Reich seinen Namen gab.
Es konnte in der Anfangszeit stark davon profitieren, dass China hauptsächlich mit den Hunnen zu kämpfen hatte.
Im Jahr 75 v. Chr. eroberte Goguryeo die chinesische Kommandantur Xuantu (玄菟; koreanisch: Hyeondo).
Goguryeo startete häufige Angriffe auf die chinesischen Kommandanturen und eroberte die Kleinstaaten Okje und Dongye. In dieser Zeit änderte sich der Name der königlichen Familie von Hae zu Go, was auf einen Machtwechsel hindeutet. Möglicherweise nahm die königliche Familie aber auch schlicht einen neuen, chinesische Wurzeln suggerierenden Namen an.
Die Ausdehnnung des Reiches erlitt kleinere Rückschläge durch Angriffe des Stamms der Xianbei (鮮卑) (342 n. Chr.) sowie Baekjes (371 n. Chr.) auf Goguryeos Hauptstadt, bei dem König Goguwon getötet wurde.
König Sosurim gelang es, das Reich wieder zu stabilisieren. In seine Regierungszeit fällt die Erklärung des Buddhismus zur Staatsreligion (372 n. Chr.) und die Einrichtung der Taehak, die der Erziehung und Ausbildung dienten. Um das Jahr 391 n. Chr. war Goguryeo zum unangefochtenen Herrscher über die Mandschurei östlich des Liao-Flusses sowie des nördlichen Teils der koreanischen Halbinsel.
Sein Sohn König Jangsu, der 413 n. Chr. an die Macht kam, verstärkte die Beziehungen zu den chinesischen Königreichen Nordcho und Südcho. Er verlegte 427 n. Chr. die Hauptstadt ins Gebiet des heutigen Pjöngjangs, um näher an die rivalisierenden Königreiche Baekje und Silla im Süden Goguryeos heranzurücken. Während dieser Zeit umfasste das Königreich Goguryeo drei Viertel der koreanischen Halbinsel und einen Großteil der Mandschurei. Im späten 5. Jahrhundert n. Chr. annektierte es Bukbuyeo und die verbliebenen Stämme der Mohe und Khitan.
Goguryeos Blatt begann sich im Laufe des 6. Jahrhunderts zu wenden. König Anjan fiel einem Attentat zum Opfer. Sein Sohn, König Anwon, folgte seinem Vater auf den Thron, aber der Adel war in zwei verfeindete Parteien gespalten, die beide den Thron für sich beanspruchten. Schließlich wurde mit dem achtjährigen Yangwon ein Kind zum König gekrönt. Die Spaltung des Adels konnte nie überwunden werden und führte dazu, dass adelige Feudalherren (Daedaero) mit eigenen Armeen faktisch die Macht im Staat aufteilten.
Der Großteil von Goguryeo im Süden wurde an Silla angeschlossen. Im Nordwesten bekam die Tang-Dynastie einen Teil zugesprochen und die übrigen Reste gingen im neuen Königreich Balhae auf.
Balhae, 698 gegründet, beanspruchte die Nachfolge von Goguryeo in diplomatischen Verhandlungen mit Japan. Auch Taebong, das sich anfangs Hu-Goguryeo (後高句麗, „Späteres Goguryeo“) nannte, verstand sich ebenso wie Goryeo als Nachfolger von Goguryeo.
siehe auch: Liste der Herrscher Koreas, Herrscher von Goguryeo
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