Koblenz ist eine politische Gemeinde im Bezirk Zurzach des Schweizer Kantons Aargau. Diese liegt an der Mündung der Aare in den Hochrhein, unmittelbar an der Grenze zu Deutschland.
Das Dorfzentrum liegt im schmalen Uferstreifen zwischen dem Rhein und der steilen Flanke des Frittel, einem rund 350 Meter hohen Hügel. Auf der sich anschliessenden Hochebene befinden sich neuere Wohngebiete. Der Frittel ist ein Ausläufer des Achenbergs, der zum Tafeljura gehört.
Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 409 Hektaren, davon sind 123 Hektaren bewaldet und 77 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 444 Metern ganz im Südosten, die tiefste Stelle befindet sich auf 314 Metern am Zusammenfluss von Rhein und Aare.
Nachbargemeinden sind Waldshut-Tiengen im Norden, Küssaberg im Nordosten, Rietheim im Osten, Klingnau im Süden und Leuggern im Westen.
Die erste urkundliche Erwähnung von "Confluentia" erfolgte im Jahr 1010; damals wurden von dort Steine für den Neubau der Kirche in Zurzach herangeschafft. Während des Hochmittelalters lag die Siedlung im Herrschaftsbereich der Herren von Klingen. Walther von Klingen verkaufte 1269 die Siedlung zusammen mit dem Städtchen Klingnau an das Bistum Konstanz. Weitere bedeutende Grundbesitzer waren die Klöster St. Blasien und St. Gallen sowie der Johanniterorden in Leuggern. Im Jahr 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Koblenz gehörte nun zum Amt Klingnau der Grafschaft Baden, einer Gemeinen Herrschaft.
Im Rhein lag einst die kleine Insel "Judenäule", die lange Zeit für die Juden der Schweiz die einzige erlaubte Bestattungstätte war und nicht zu selten, bei den sich wiederholenden Verfolgungen, auch der einzige mögliche Zufluchtsort. Die Insel ist sehr klein und wurde regelmässig bei Hochwasser überflutet. 1750 wurde den Schweizer Juden dann ein eigener Friedhof zwischen den Dörfern Endingen und Lengnau bewilligt. Die Insel selbst wuchs mit der Zeit mit dem rechten (deutschen) Ufer zusammen. Die Toten in den übrig gebliebenen Gräber wurden 1954-55 exhumiert und nach Endingen überführt.
Der Dorfbrand von 1795 zerstörte 54 Häuser und machte 335 Personen obdachlos. Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz und riefen die Helvetische Republik aus. Koblenz war nun eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden. Seit 1803 gehört sie zum Kanton Aargau.
Koblenz Aare-Rhein.jpg Die Koblenzer Flussschiffer hatten während Jahrhunderten ein Monopol für den Transport vom damals wichtigen Messeort Zurzach rheinabwärts durch die gefährlichen Stromschnellen von Laufenburg in Richtung Basel. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und dem Niedergang der Zurzacher Messe verlor die Schiffergenossenschaft ihre Existenzgrundlage und löste sich 1858 auf. Am 18. August 1859 wurde die Eisenbahnlinie Turgi - Koblenz - Waldshut eröffnet, am 1. August 1876 folgte die Linie nach Bülach - Winterthur, am 1. August 1892 die Linie nach Laufenburg - Stein.
Doch trotz dieser Eisenbahnlinien nahm die Bevölkerungszahl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts um über zwanzig Prozent ab. Ab 1900 setzte ein langsames Wachstum ein; mit dem Bau zweier Strassenbrücken über den Rhein (1932) und die Aare (1936) wurde Koblenz endgültig zum überregionalen Verkehrsknotenpunkt. Die grenznahe Lage hatte aber auch Nachteile, so entstand 1945 bei einem versehentlichen (?) Angriff durch alliierte Bomber ein beträchtlicher Sachschaden.
1987 wurde im Dorfzentrum eine neue Bahnhaltestelle eröffnet, die den abseits gelegenen Bahnhof ergänzte. Im selben Jahr erfolgte der Bau eines Damms, der den unteren Dorfteil vor Überschwemmungen schützt; er dient gleichzeitig als Umfahrungsstrasse. Seit dem 28. Mai 1994 gibt es auf der Eisenbahnlinie nach Laufenburg nur noch Güterverkehr, die Schnellzüge zwischen Basel und Winterthur waren schon einige Jahre zuvor gestrichen worden.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1850 | 709 |
| 1900 | 554 |
| 1930 | 614 |
| 1950 | 882 |
| 1960 | 1114 |
| 1970 | 1439 |
| 1980 | 1465 |
| 1990 | 1588 |
| 2000 | 1611 |
Die fünf Gemeinderäte der Amtsperiode 2006-2009 sind:
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zurzach zuständig. Koblenz gehört zum Friedensrichterkreis Klingnau.
Der Bahnhof Koblenz befindet sich ausserhalb des Dorfes im äussersten Südwesten des Gemeindegebiets. Von hier aus verkehren Züge nach Baden, Waldshut, Zurzach und Winterthur. Eine weitere Bahnstation (Koblenz Dorf) an der Linie nach Zurzach und Winterthur erschliesst das Dorfzentrum. Die Strecke in Richtung Laufenburg dient nur noch dem Güterverkehr, als Ersatz verkehrt eine Postautolinie nach Leibstadt.
Die Eisenbahnlinie nach Waldshut weist eine interessante Streckenführung auf. Nach Verlassen des Bahnhofs führt sie zunächst nach Osten durch einen tiefen Einschnitt im Frittel-Hügel, durchquert diesen dann in einem rund 200 Meter langen bogenförmigen Tunnel und überquert mitten im Dorfzentrum die Strecke nach Winterthur auf einem Viadukt. Daraufhin wird der Rhein in nordwestlicher Richtung auf einer der ältesten erhaltenen Eisenbahnbrücken Europas überquert.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Aargau | Schweizer Gemeinde
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