KA-32.jpg im Flughafen Bern]] Ein Hubschrauber mit Koaxialrotor verwendet zwei gegenläufig drehende Hauptrotoren, die übereinander in einer Drehachse angeordnet sind. Als Vorteil gegenüber der gängigen Heckrotor-Konfiguration ist kein gesonderter Drehmomentausgleich notwendig, weil sich die Momente der beiden Rotoren aufheben. Das System ermöglicht einen besonders ruhigen Schwebeflug, da kein Drift - ein seitlicher Schub des Heckrotors, der mittels Roll auszugleichen wäre - auftritt.
Nachteil dieser Bauweise ist der höhere Bau- und Wartungsaufwand: Es gibt zwei Rotorköpfe, wobei der untere Rotor durch eine Hohlwelle angetrieben wird, darin die zweite Antriebswelle zum oberen Rotor. Die Steuerung der beiden Rotorebenen erfolgt über Steuerstangen, die für den oberen Rotor aber zwei mal von Taumelscheiben übersetzt werden müssen. Alternativ können elektrische oder hydraulische Leitungen in der Welle hochlaufen und den oberen Rotorkopf mittels Servos ansteuern. Die Verbreitung des Koaxial-Systems wird so durch die höheren Kosten begrenzt.
Die Steuerung um die Nick- und Roll-Achse erfolgt wie bei Einzelrotoren über zyklische Blattverstellung (siehe Taumelscheibe). Die Drehung um die Hochachse (Gierachse) wird jedoch durch gegensinnige kollektive Blattverstellung erreicht, so dass der eine Rotor durch einen höheren Anstellwinkel den höheren Luftwiderstand erfährt und somit mehr Drehmoment an den Rumpf abgibt.
Zu Beginn der Entwicklung von Hubschraubern wurde das Koaxialsystem häufig eingesetzt, da man sich davon die höchste Effizienz versprach, so beim Gyroplane-Laboratoire von 1933. Die Mehrzahl der produzierten Koaxial-Hubschraubern kommt heute vom russischen Hersteller Kamow, der sich auf diese Bauweise spezialisiert hat. Die Modelle werden auch im deutschsprachigen Raum als Kran für präzise Installationen eingesetzt, z.B. von Masten, Antennen oder Seilbahnanlagen.
Bei Modellhubschraubern wird ein Koaxialrotor häufiger benutzt, da der fehlende Drift einen Betrieb auf begrenztem Raum oder in Innenräumen erleichtert. Die Steuerung um die Gierachse erfolgt durch das Verhältnis der zwei elektronisch geregelten Elektromotoren, auf die obere Taumelscheibe kann dann verzichtet werden; die Bauweise ist damit kosten- und gewichtssparend.
Andere Hubschrauber-Systeme mit Doppelrotor sind die Tandem-Konfiguration und der Flettner-Doppelrotor.
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