Knotenmuster sind typisch für die darstellende Kunst des frühen Mittelalters auf den Britischen Inseln. Sie werden oft auch als Keltischer Knoten oder keltisches Muster bezeichnet (englisch celtic design oder celtic patterns), obwohl die Muster sich aus der provinzialrömischen Kunst unter Aufnahme orientalischer Vorbilder entswickelten und ebenso in angelsächsischem Kontext Verwendung fanden. Neben dem germanischen Tierstil dürften entscheidende Anregungen auch von koptischen Metallgefäßen ausgegangen sein.
Knotenmuster verzieren in vorchristlicher Zeit in aller Regel religiöse Gegenstände, mit völliger Durchsetzung des Christentums vor allem Alltagsgegenstände: Schalen, Teller, Schmuckstücke, Sättel, Grabsteine, Schwertgriffe und -scheiden. Nach der Christianisierung wurden die Muster auch in Schriften verwendet: das bekannteste Werk ist das Book of Kells.
Trotz einiger Änderungen über die Zeit sowie regionaler Ausprägungen gibt es Grundmuster, und alle Knotenmuster folgen strengen geometrischen Regeln. Die Grundmuster (basic patterns) sind:
Labyrinthmuster gehören zu den ältesten Ornamenten mit symbolischer Bedeutung. Es handelt sich dabei um eine Art Spiralen, die jedoch aus geraden Linien aufgebaut ist. Im Gegensatz zu den Knoten- oder Flechtwerkmustern bildet ein Labyrinthmuster immer einen durchgehenden Weg. Labyrinthmuster haben also keine Sackgassen.
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