Knesset in Jerusalem Israel.jpg]] Sitzverteilung_16_Knesset.png Die Knesset (כנסת, Hebräisch für Versammlung) ist das israelische Einkammern-Parlament. Die Knesset trat am 14. Februar 1949 erstmals zusammen. Sie tagt in der israelischen Hauptstadt Jerusalem.
Der Modus Operandi und die Traditionen der Knesset sind stark von den Zionistischen Kongressen der World Zionist Organization beeinflusst (der erste jüdische Weltkongress fand im Jahre 1897 in Basel statt). Anleihen wurden auch von dem Repräsentativorgan der jüdischen Gemeinde im Palästina der Mandatszeit genommen und auch das britische Parlament - die "Mutter aller Parlamente" - hatte seinen Einfluss auf die Gewohnheiten und das tägliche Procedere.
Die ersten Wahlen, die gemäß der Unabhängigkeitserklärung eine Verfassung verabschieden sollte, fanden am 25. Januar 1949 neun Monate nach der Unabhängigkeitserklärung statt. Am 15. des Monats Schewat 5709, nach dem jüdischen Kalender, das heißt dem 14. Februar 1949, trat schließlich die konstituierende Versammlung zum erstenmal zusammen. Der 15. Schewat wird jährlich gefeiert, die Zeremonie sieht unter anderem das Pflanzen von Bäumen vor. Am 16. Februar wurde der Name konstituierende Versammlung in Knesset geändert.
Die Wahlen zur 17. Knesset fanden am Dienstag, 28. März 2006 statt. Die neue Kadima (Vorwärts)-Partei gewann die meisten Stimmen (29 Sitze). Gefolgt von der Arbeitspartei (19), Schas (12), Likud (12), Israel Beitenu (vorwiegend russische Einwanderer) (11), Nationale Union/NRP (9), Gil (Rentnerpartei) (7), Vereinigtes Thora-Judentum (6), Meretz-Yachad (5), Vereinigte Arabische Liste (4), Hadash (3) und Balad (3).
Das ganze Land besteht nur aus einem Wahlkreis.
Die Parteien halten Vorwahlen ab, in denen die Parteimitglieder über die Listenplätze für die verschiedenen Kandidaten befinden. Parteien, welche die Sperrklausel von mittlerweile 2% (früher nur 1,5%) der Stimmen überwinden konnten, erhalten nach den Prinzipien der Verhältniswahl aus einer starren Liste Sitze nach dem Divisorverfahren mit Abrundung (das Höchstzahlverfahren nach d'Hondt heißt in Israel Bader-Ofer-Methode) zugeteilt. Dabei können verschiedene Parteien eine Listenverbindung eingehen. Die niedrige Sperrklausel bewirkt, dass im israelischen Parlament ungewöhnlich viele und heterogene Parteien vertreten sind. Meist sind mehr als 10 Listenverbindungen in die Knesset gewählt, nur einmal, in der achten Knesset (1973-1977), waren 9 Parteien vertreten.
Marc Chagall entwarf 1960 auf Einladung von Kadisch Luz, dem damaligen Speaker der Knesset drei große Wandteppiche (in den Maßen 5,50m mal 4,80m für die beiden äußeren bzw. 9,50m mal 4,80 für den mittleren Teppich) auf denen er biblische und moderne Themen aus der Geschichte des jüdischen Volkes behandelt. Ursprünglich waren Fenster ähnlich denen im Hadassah Medical Center in Ein Karem geplant, Chagall bot jedoch an Teppiche zu fertigen, obwohl er mit so einem Material bis dato noch nie gearbeitet hatte. Als Titel schlug Chagall "The End of Days" , "Moses, King David and the Dispersions", sowie "the Rebirth of the State of Israel" vor und Luz nannte Chagall Verse aus der Bibel die er sich verarbeitet wünschte. Viele dieser Verse tauchen in den Motiven der Wandteppiche auf, die heute die Namen "Isaia's Vision" bzw. "Peace", "The Exodus from Egypt" und "The Entry to Jerusalem" bzw. "Return to Zion" tragen. Die Entwürfe für die Wandteppiche waren von Chagall 1963 bzw. 1964 fertiggestellt worden, die darauffolgende Ausführung wurde von dem Pariser "Atelier de la Manufacture des Gobelins" übernommen und 1968 abgeschlossen. Das Motiv des Wandteppichs mit dem Titel "Isaia's Vision" wurde mit nur minimalen Abweichungen für ein Glasfenster des UNO-Gebäudes in New York übernommen.
In dem Saal befindet sich zudem ein Wandmosaik Chagalls, das von italienischen Künstlern mit israelischen und italienischen Natursteinen umgesetzt wurde, sowie mehrere Bodenmosaike Chagalls. In diesem Saal ist auch eine Kopie der israelischen Unabhängigkeitserklärung zu besichtigen. Im gesamten Gebäude sind Schwarz-Weiß-Photographien des offiziellen Photographen der Knesset, David Rubinger ausgestellt.
Im Jahre 1992 wurde ein weiterer Flügel angebaut, der vor allem im Untergrund liegt, um das Gesamtbild nicht zu stören. Ein weiterer Anbau ist geplant.
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