Klosters-Serneus (bis 1973 offiziell Klosters genannt) ist eine Gemeinde im Kreis Klosters, Bezirk Prättigau/Davos des Kantons Graubünden in der Schweiz.
Geographie
Die 1127 bis 1209 m ü. M. gelegene
Gemeinde im
Schweizer
Kanton Graubünden ist
Kurort und
Wintersportplatz. Sie befindet sich am
Fluss Landquart im in diesem Bereich sehr breiten Talkessel des oberen
Prättigaus. Ortsteile der Gemeinde sind
Aeuja,
Klosters-Dorf,
Klosters-Platz,
Monbiel,
Selfranga und
Serneus.
Geschichte und Ortsbild
Klosters hat seinen Namen von dem
1222 erstmals urkundlich erwähnten
Prämonstratenserkloster Klösterli im Walt, später
St. Jakob. Seit dessen Aufhebung im Jahre
1528 ist davon allerdings nur noch der
romanische Turm der
Pfarrkirche geblieben (
1921 erneuert), die sich in Klosters-Platz (1.209 m) befindet. Schräg gegenüber von dieser Kirche befindet sich das Alte
Rathaus (Jeuchenhaus) von
1680, ein schönes Holzhaus im Prättigauer Stil mit gemauerten Sockel und
wappengeschmückten Portal. In einem wiedereingerichteten
Bauernhaus aus dem
16. Jahrhundert befindet sich das kleine, Lokalgeschichte vermittelndes Heimatmuseum
Nutli Hüschi.
Etwa 1.5 km talabwärts von Klosters-Platz befindet sich Klosters-Dorf, 1'127 Meter hoch gelegen.
Verkehr
Strassenverkehr
Die Verkehrslage für Klosters war während vieler Jahre dramatisch, da der gesamte Strassenverkehr von Landquart nach Davos oder ins Unterengadin auf der Hauptstrasse mitten durch den Ort rollen musste. Um dem Abhilfe zu schaffen wurde bereits im Zuge des Baus des
Vereinatunnel mit dem Bau der
Umfahrung Klosters begonnen: Die
Sunnibergbrücke, eine Strassenbrücke über das Tal der Landquart unterhalb von Klosters Dorf sowie der direkt anschliessende
Gotschnatunnel, der in einem Bogen den Gotschna unterquert und bei der Verladestation
Selfranga wieder zu Tage kommt. Diese Bauwerke, welche am 9. Dezember 2005 durch
Moritz Leuenberger und den britischen Thronfolger
Prinz Charles, offiziell eröffnet und dem Verkehrs übergeben werden konnten, brachten Klosters die ersehnte weitestgehende Entlastung des Dorfes vom Durchgangsverkehr.
Bahnverkehr
Klosters_Bahnhof_RhB.JPG
Seit
1889 ist Klosters an die
Landquart-Davos-Bahn, die zur
Rhätischen Bahn wurde, angeschlossen. Die
Bahnhöfe Klosters-Dorf, Klosters Platz und Cavadürli (1'352 m) sind seitdem Endpunkt für unzählige Touristen, seit
1904 auch für Wintersportler. In den Anfangsjahren war der Bahnhof Klosters-Platz noch
Kopfbahnhof. So erlebte ihn auch noch Hans Castorp in
Thomas Manns
Zauberberg:
Es gab Aufenthalte an armseligen Bahnhofshäuschen, Kopfstationen, die der Zug in entgegengesetzter Richtung verliess, was verwirrend wirkte, da man nicht mehr wusste, wie man fuhr, und sich der Himmelsgegenden nicht länger entsann.
Seit 1930 ist Klosters-Platz Durchgangsbahnhof; die Strecke nach Davos führt seitdem durch einen Kehrtunnel. Die Landquart-Brücke (Maillard-Brücke) von 1930 ist 1993 allerdings einem Neubau gewichen, denn die Vorbereitungen für die neue Vereina-Linie liefen damals an. Seit der Eröffnung der modernen Schienenverbindung ins Engadin besitzt Klosters einen perfekten Bahnanschluss in fast alle Himmelsrichtungen. In Selfranga wurde ein Autoverladebahnhof gebaut.
Ortsbus
Seit dem 1. Dezember 1985 besitzt Klosters ein Ortsbusnetz, das 5
Ortsbuslinien und den Bahnersatz Klosters-Saas-Küblis als Linie 6 betreibt. Der
Ortsbus Klosters-Serneus wird von Postautohalter Markus Vogt aus Serneus betrieben. Der zentrale Umsteigeplatz ist die Haltestelle am Bahnhof Platz.
Tourismus, Bergbahnen und Skigebiete
Rund um Klosters findet der Skifahrer unzählige
Abfahrtspisten. Über 40 km gespurte
Loipen warten auf den
Langläufer. Zum
Gotschnagrat (2'285 m), auf dem sich ein
Restaurant befindet und von dem man einen weiten Blick ins Prättigau und zur
Silvrettagruppe hat, führt von Klosters-Platz aus eine
Seilbahn hoch. An der Zwischenstation
Gotschnaboden (1'780 m) beginnt eine 3.2 km lange Rodelbahn, die nach Klosters hinunterführt. Ein weiteres, vor allem bei Familien beliebtes Ausflugsziel, ist das Gebiet Madrisa, welches durch eine im Herbst 2005 erneuerte Umlaufbahn mit Viererkabinen ab Klosters Dorf erschlossen wird. Die Bergstation Saaseralp liegt auf dem Boden der Nachbarsgemeinde Saas.
Klosters bietet auch im Sommer viele Möglichkeiten: Wanderungen, Kletter-, Gletscher- und Bergtouren usw. Dabei können folgende SAC-Hütten als Stützpunkte gewählt werden: Fergenhütte, Seetalhütte, Silvrettahütte.
Kultur
Für kulturell Interessierte hat Klosters ein breites Angebot. Dazu gehören unter anderem der Kulturschuppen, die Wärchstuba und die Gemeindebibliothek, die sich in den über 300 jährigen Räumen des alten Rathauses befindet. Der Kulturschuppen besteht seit 2002 im alten Güterschuppen der RhB und ist ein Treffpunkt für Freunde von Kino, Jazz, Kleintheater, Lesungen und Vorträgen. Diese werden von der Kulturgesellschaft Klosters (kgk) organisiert, welche auch für zahlreiche weitere Anlässe verantwortlich ist, so zum Beispiel die beliebten Klosterser Sommerkonzerte in der stimmungsvollen Kirche zu St. Jakob. Die Wärchstuba Klosters wurde 1971 von kreativen Bergbäuerinnen als Winterkursangebot gegründet und bietet heute jährlich über 100 Kurse aller Art an von Kochen, Kunsthandwerk, Persönlichkeitsbildung, Sport, bis zu Wochenend- und Ferienkursen.
Weblinks
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Graubünden | Schweizer Gemeinde
Klosters-Serneus | Klosters | Klosters-Serneus | Klosters-Serneus | Klosters-Serneus | Klosters-Serneus (kommun, CH-GR)