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Das Kloster Fulda wurde 744 von Sturmius im Auftrag von Winfried Bonifatius in einer Fuldaaue gegründet. Das Kloster wurde dem hochheilgen Erlöser (Salvator) geweiht. Bonifatius ernannte Sturmius zum ersten Abt des Klosters und der Abtei Fulda, das nach der Regel des heiligen Benedikt von Nursia (Regula Benedicti) errichtet wurde.

Geschichte


Gründung und frühes Mittelalter

Das Kloster Fulda geht zurück auf die Klostergründung von Bonifatius in einer Fuldaaue im Jahr 744. Bonifatius beauftragte Sturmius im Sommer 742 nach einem Platz für das neue Kloster zu suchen. Sturmius zog von seiner Einsiedelei Hersfeld die Fulda hoch und fand den Platz, der ihm von Bonifatius vorgegeben war. Bonifatius hat vermutlich von diesem Ort an einer Furt gehört, wo es einen verfallenen Herrenhof aus merowingischen Zeiten gab. In der Vita Surmi wird die Gegend Eichloha genannt, vermutlich handelt es sich hier um eine Zehntmark oder Hundertschaft in den Altgauen Grabfeldgau oder Buchonia). Sturmius und seine sieben Begleiter aus Hersfeld begannen mit dem Bau des Klosters am 12. März 744. Ab diesem Zeitpunkt wird der Ort Fulda genannt. Bonifatius machte Sturmius zu ersten Abt seines Eigenklosters und legte die Regel des heiligen Benedikt von Nursia für das monastische Leben fest.

Im Jahre 747 erhielt Bonifatius von Hausmeier Karlmann einen geschossenen Grundbesitz von vier Meilen um das Kloster geschenkt (Karlmann-Schenkung überliefert in der Chartula St. Bonifatii). Im Jahr 751 reiste Lullus im Auftrag von Bonifatius nach Rom um bei Papst Zacharias einige Gegebenheiten klären zu lasen. Darunter war auch die Bitte das Kloster direkt dem Heiliger Stuhl zu unterstellen. Am 4. November 751 verfügte Papst Zacharias, dass das Kloster keinem Bistum mehr angehörte. Ob die Exemtion zu diesem Zeitpunkt vollständig der Gerichtsbarkeit des Heiligen Stuhls unterstand ist umstritten. Es war aber die Grundlage zur späteren Entwicklung hin zum exemten Status des Fuldaer Hauptklosters und seiner Tochterklöster und schließlich zur Erhebung zum Bistum.

Als Bonifatius am 5. Juni 754 in Dokkum starb wurde er nach Mainz überführt. Schon zu diesem Zeitpunkt zeichneten sich erste Spannungen zwischen dem Bistum Mainz und dem Kloster Fulda ab. So versuchten die Mainzer Geistlichen, Bonifatius in Mainz beisetzen zu lassen. Um dies zu verhindern, reiste Sturmius mit einigen Mönchen nach Mainz. Er wies auf den Wunsch von Bonifatius hin, seine Grablege in seinem Eigenkloster zu finden. Dem konnte sich selbst das mächtige Erzbistum nicht verschließen, so dass der Leichnam weiter nach Fulda überführt wurde wo er einstweilen vor dem Kreuzaltar der Salvartorbasilika begraben wurde.

Als der Märtyrertod von Bonifatius im Frankenreich bekannt wurde, entwickelte sich das Kloster Fulda schnell zu einem stark frequentierten Wallfahrtsort. Dies machte sich Sturmius zu nutze und pflege den Kult um den Märtyrer und sein Grab in Fulda. Erkenntlich ist das unter anderem an dem schnellen Wechsel des Klosterpatronates. Wurde das Kloster im Jahre 751 noch als „monasterium sacti Salvatoris“ erwähnt, erscheint schon vor 761 der Namen „monasterium sacti Bonifatii“.

Als Nachfolger von Bonifatius in Mainz, begann Lullus ab 754 sein Bischofssprengel zu erweitern. Er gliederte die Bistümer Erfurt und Büraburg in sein Bistum ein und scheiterte aber, dasselbe mit dem Bonifatianischen Eigenkloster zu machen. Lullus behinderte dabei vor allem das Zachariasprivileg, an dessen Zustandekommen er nur drei Jahre zuvor maßgeblich mitgewirkte hatte. Lullus gelang es aber, mit einigen Mönchen des Fuldaer Konventes, Abt Sturmius bei König Pippin in Misskredit zu bringen. Dieser verbannte Sturmius 763 in das Kloster Jumièges und die päpstliche Exemtion für das Kloster wurde eingezogen. Lullus setzte seinen Gefolgsmann Markus als Abt ein, beide trafen aber auf erheblichen Widerstand im Konvent des Klosters, so das Lullus die freie Abtswahl zuließ. Gewählt wurde der Sturmius-Anhänger Prezzold, der das Kloster verwaltet bis Sturmius 765, von Pippin wieder als Abt anerkannt, nach Fulda zurückkehrte. Das Kloster erhielt das Zachariasprivileg zurück und es wurde gleichzeitig unter königlichen Schutz gestellt, somit wurde das Bonifatianischen Eigenkloster zum Reichskloster. Lullus reagiert darauf, in dem er sein eigenes Kloster nach Bonifatianischen Vorbild, das Kloster Hersfeld, ein Trutzfulda gründete.

Durch den königlichen Schutz war die Reichsabtei Fulda enger an das Königtum gebunden und erhielt von den Königen viele Zuwendungen. Die wichtigsten Schenkungen waren im Jahr 766 der Königshof Umstadt von Pippin und 777 der königliche fiscus Hammelburg von Karl dem Großen. Er verlieh der Abtei 774 auch die Immunität, somit hatte der Konvent das Recht der freien Abtswahl.

Der Sachsenfeldzug von Karl dem Großen ab dem Jahr 772, folgten heftige Vergeltungen der Sachsen. 773 wurde das Kloster Fritzlar überrannt und 778 war auch das Kloster in Fulda bedroht. Die Mönche flohen mit den sterblichen Überresten von Bonifatius nach Süden. Dennoch begann schon von 775 bis 777, von Fulda aus die Christianisierung sächsischer Gebiete. Unter Führung von Sturmius gingen Prediger und Kleriker in das Gebiet der oberen Weser und der Leine. Schwerpunkte waren hier Hameln und Brunshausen bei Gandersheim, wo die Abtei bis ins 10. Jahrhundert Tochterklöster hatte, die dem heiligen Bonifatius geweiht wurden. Ein weiterer Beleg des Einflusses der Fuldaer Abtei in diesem Gebiet ist die Erhebung von Erkanbert, einem Mönch aus Fulda, zum ersten Bischof von Minden. Sturmius war beim Sachsenfeldzug im Jahre 779 auf der Eresburg, wo er schwer erkrankte. Er kehrte nach Fulda zurück. In seiner Abschiedsrede ermahnte er die Mönche ihre Lebensordnung „in proposito vestro perseverate“ beizubehalten. Am 17. Dezember 779 starb Sturmius, und wurde in der von ihm erbauten Klosterkirche begraben.

Der Nachfolger von Sturmius war Baugulf, ein Bruder des Mindener Bischofs Erkanbert. Baugulf hatte damit engen Kontakt zum Könighof und zu Karl dem Großen, der im Juli 782 das Hauptkloster besuchte. Er verlangte in seiner Rede „Epistola de litteris colendis“ vor den Mönchen mehr für die Bildung zu tun. Dies setzte die Entwicklung einer weithin bekannten Klosterschule in gang. Schon 798 entsandte man die begabten Schüler Hraban und Hatto für weitere Studien zu Alkuin nach Tours.

Baugulf begann 791 mit Neubauten im Kloster. In dieser Zeit begann man auch mit den Bauarbeiten zur neuen Klosterkirche, der Ratgerbasilika. Die Abtei wuchs durch rasch durch viele Zuwendungen, auch durch Schenkungen von Karl dem Großen. Bereits im Jahr 781 wies eine Namensliste der Abtei bereits 364 Mönche auf, die aber zum größeren Teil auf die vielen Kirchen und Gebiete der Abtei verteilt waren. Dieses Wachstum, die reichspolitischen Anforderungen an die Abtei und die gerade erst begonnenen Bauarbeiten im Kloster, führten aber zu Auseinandersetzungen zwischen den Mönchen und dem Abt. Obwohl der Abt einflussreiche Fürsprecher hatte (z.B. Alkuin) konnte Baugulf den Konvent nicht hinter sich vereinigen. Er legte im Juni 802 sein Amt nieder und sog sich nach Wolfsmünster bei Hammelburg zurück wo er 815 starb.

  • 791 - 819 - Die Ratgarbasilika (benannt nach dem Abt Ratgar) wurde erbaut, welche zu dieser Zeit der größten Kirchenbau nördlich der Alpen war.
  • Durch Schenkungen gewann das Kloster in den folgenden Jahrhunderten immer mehr an Einfluss. Auch im Maingau gewann es reichen Grundbesitz aufgrund von Schenkungen des fränkischen Adels.
  • Unter Abt Rabanus Maurus (822 - 842) wurde das über 600 Mönche umfassende Kloster zum wissenschaftlichen Mittelpunkt des Reiches heran. Die von Rabanus Maurus und Rudolf von Fulda, dem Leiter der Klosterschule, maßgeblich aufgebaute Bibliothek umfasste etwa 2.000 Handschriften.
  • Seit 968 - Der Abt des Kloster Fulda war gleichzeitig Primas aller deutschen Benediktiner.
  • In dieser Zeit siedelten sich erste Bauern und Handwerker um das Kloster an.
  • 1019 - Die Abtei und die Siedlung erhalten durch Heinrich II. das Münz-, Markt- und *.
  • 1114 - Fulda wird das erste Mal als Stadt erwähnt (Civitas Fuldensis).
  • 1220 Die Abtei wurde durch Kaiser Friedrich II. zur Fürstabtei erhoben.
  • 1294 - 1312 - Fürstabt Heinrich V. von Diez-Weilnau (1288 - 1313) ließ eine Abtsburg bauen, in der er außerhalb des Klosters residierte. Diese Burg wurde im 17. Jahrhundert durch Fürstabt Johann Friedrich von Schwalbach in ein Renaissanceschloss (Schloss Fasanerie) umgebaut.
  • Abt Heinrich errichtet noch eine zweite Abtsburg innerhalb der Stadt. Die Bürger stürmen mit Hilfe des Hochvogtes Graf Johann von Ziegenhain beide Burgen des Abtes und zerstörten die neue Burg samt Turm und Ringmauern. Auf Klage des geflüchteten Abtes beim Kaiser Ludwig IV. sprach dieser über die Stadt und den Grafen die Reichsacht aus.
  • 1331 - Der Triersche Erzbischof Balduin vermittelte eine Sühne, infolge derer die Bürger den Turm und die Ringmauern der neuen Burg wiederherzustellen hatten und bedeutende Entschädigungen zahlen mussten. Die Anführer des Aufstandes wurden hingerichtet.
  • 1356 - Kaiser Karl IV. verlieh dem Fürstabt den Ehrentitel „Erzkanzler der Kaiserin“. Das Fuldaer Land mit Kloster und Stadt steht jetzt im Kräftespannungsfeld der beiden benachbarten Territorien, dem Erzbistum Mainz und der Landgrafschaft Hessen.
  • 1449 - 1476 - Unter Abt Reinhard von Weilnau erreichte die Entwicklung des Reichsstiftes in ein Territorialfürstentum einen Abschluss.
  • 1571 - Jesuiten ließen sich in Fulda nieder und leisteten so einen beträchtlichen Beitrag zur Gegenreformation.
  • 1602-1606 wurden in der Zeit des Fürstabtes Balthasar von Dernbach umfangreiche Hexenverfolgungen mit 300 Hexenprozessen in drei Jahren durchgeführt. Damit gehört die Fürstabtei Fulda zu den Kernzonen der Hexenverfolgungen.
  • 1631 - Das Kloster wurde durch die hessische Armee geplündert, zahlreiche Manusskripte aus der Bibliothek verschwanden.
  • 5. Oktober 1752 - Die Fürstabtei wurde durch Papst Benedikt XIV. zum Bistum Fulda erhoben.

siehe auch: Liste der Bischöfe von Fulda, Geschichte des Bistums Fulda

Weblinks


Kloster in Hessen | Kloster (8. Jhdt.) | Fulda

Abbaye de Fulda

 

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