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Als die Klitoris (Fachterminus Clitoris, latinisiert von altgriechisch κλειτορίς, neugriechisch κλειτορίδα - „kleiner Hügel“) oder den Kitzler bezeichnet man ein vom Schwellkörpergewebe gebildetes zylindrisches Organ der Frau und aller anderen weiblichen Säugetiere. Entwicklungsgeschichtlich gehen Klitoris und der Penis aus denselben Anlagen hervor.

Anatomie


Der Kitzler besteht aus zwei, am Sitzbeinausschnitt (Arcus ischiadicus) befestigten Schwellkörperschenkeln (Crura clitoridis, Singular Crus clitoridis), die sich zum Schaft (Corpus clitoridis) vereinen. Das freie Ende ist zur Eichel (Glans clitoridis) erweitert. Der Kitzler besitzt bis zu ca. 8000 Nerven. Die Klitorisvorhaut schützt die empfindliche Klitoris.

Äußerlich sichtbar sind nur der Schaft und die hochempfindliche Eichel, die als Teil der Vulva an der vorderen Umschlagfalte der kleinen Schamlippen liegen. Zusammen umfassen sie nur ein Zehntel des Gesamtvolumens der Klitoris.

Funktion


Der Kitzler ist stark mit Nervenendungen ausgestattet und daher besonders berührungsempfindlich und empfänglich für sexuelle Reize. Durch Stimulation der Klitoris gelangen die meisten Frauen zum Orgasmus. Viele Untersuchungen, z.B. die von Kinsey, weisen darauf hin, dass ein beachtlicher Anteil der Frauen nur dann zum Orgasmus kommen kann, wenn die Klitoris (mit-)stimuliert wird.

Im Rahmen der Mode, hochempfindliche erogene Zonen als „Super-Orgasmus-Punkte“ zu definieren, wurde der Kitzler vom britischen Zoologen und Verhaltensforscher Desmond Morris auch als „C-Punkt“ bezeichnet.

Empfindlichkeit


Die Empfindlichkeit der Klitoris für direkte Stimulierung ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Frauen sind so empfindlich, dass sie eine direkte Stimulierung erst nach längerem Vorspiel oder auch gar nicht ertragen. Da die Klitoris, wie oben beschrieben, mit dem umgebenden Gewebe eng verbunden ist, sind verschiedene indirekte Stimulationsformen gängige Praxis.

In sehr seltenen Fällen kann eine als zu gering erlebte Empfindlichkeit der Klitoris auf eine zu große Klitorisvorhaut zurückgeführt werden. Im Extremfall wäre dann eine Entfernung oder Kürzung dieser Vorhaut denkbar. Demgegenüber lässt sich ein vergleichbares Phänomen weit häufiger auf Unkenntnis über die Anatomie oder die Existenz von Schamgrenzen zurückführen, die eine selbstbestimmte Sexualität verhindern.Haarmann, Claudia (2005): "Unten 'rum..." - Die Scham ist nicht vorbei. Innenwelt Verlag, ISBN 3936360154

Entwicklung beim Embryo


Ob sich ein Penis mit Eichel oder ein Kitzler bildet, wird über die Ausschüttung von Testosteron geregelt. Wenn diese gestört ist, können Frauen trotz des Gensatzes XX eine penisartige Ausstülpung entwickeln, wo bei normaler Entwicklung die Klitoris sitzt. Diese Störung ist sehr selten.

Bei einer zu großen Klitoris werden heute auch chirurgische Verkleinerungen durchgeführt. Diese sind - wie nahezu alle chirurgischen Veränderungen des Körperbildes - umstritten, da die Größe einer „normalen“ Klitoris von gesellschaftlichen normativen Einflüssen abhängig und nicht biologisch definiert ist. In Fällen von Intersexualität oder wenn die betroffene Frau selbst unter ihrer störend großen Klitoris leidet, kann eine chirurgische Korrektur dennoch angebracht sein.

Siehe auch


Quellen


Weblinks


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Geschlechtsorgan Körper und Sexualität

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