Der Klirrfaktor, auch THD (total harmonic distortion, obwohl dieser nicht ganz exakt dem Klirrfaktor entspricht) genannt, Formelzeichen k (typischerweise in Prozent angegeben oder dimensionslos) ist ein Maß für die durch nichtlineare Baugruppen erzeugten nichtlinearen Verzerrungen.
Üblicherweise geht es dabei um elektrische oder akustische Signale in Baugruppen, die den Klang nicht beeinflussen sollen, d.h. einen möglichst geringen Klirrfaktor haben sollen. Bei Anwendungen von nichtlinerarer Verzerrung zur erwünschten Klangbeeinflussung in Effektgeräten wird logischerweise nicht vom Klirrfaktor gesprochen.
Häufig werden die Anteile der einzelnen Oberschwingungen getrennt bestimmt:
Der Klirrfaktor k ist immer kleiner/gleich 1 und wird daher meistens in Prozent angegeben. Häufig wird der Klirrfaktor als Klirrdämpfung in dB angegeben.
−20 dB Klirrdämpfung entsprechen also einem Klirrfaktor von 10%, −40 dB sind 1%, −60 dB sind 0,1%.
Bauelemente mit starken nichtlinearen Eigenschaften:
Bauelemente mit schwächeren nichtlinearen Eigenschaften:
Durch Gegenkopplung kann der Einfluss der nichtlinearen Bauteile auf die Nichtlinearität der Baugruppe verringert werden.
Wird ein Sinussignal in eine (nichtlineare) Baugruppe (z. B. Verstärker/OPV) eingespeist, so enthält das Ausgangsignal Oberwellen. Diese Oberwellen lassen sich mit Hilfe der Fouriertransformation (in trivialeren Fällen mit der Fourierreihenentwicklung) spektral darstellen.
Elektroakustische Geräte erzeugen unterschiedlich starken Klirr. Hifi-Verstärker sind heute meistens so konstruiert, dass der von ihnen erzeugte Klirrfaktor in weiten Bereichen völlig unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegt (Klirrfaktoren unter 0,1%), es sei denn, man nähert den Verstärker seiner Leistungsgrenze. Klirr entsteht zumeist bei der Schallwandlung im Lautsprecher. Lautsprecher erzeugen frequenzabhängig, gerade bei höheren Pegeln (>95 dBSPL) oft hörbaren Klirr. Auch Tonabnehmer für Langspielplatten sowie die Rille selbst klirren mit Werten oberhalb der Wahrnehmungsschwelle.
Der Klirrfaktor beschreibt nur „Nebengeräusche“ die eine Frequenz um ein ganzzahliges Vielfaches der Grundfrequenz haben, also harmonische Oberschwingungen. Bei Audio-Verstärkern wird mit unwahrscheinlich kleinen Klirrfaktoren Werbung gemacht. Jedoch sind harmonische Oberschwingungen etwas sehr natürliches und werden vom menschlichen Ohr nur sehr schwer wahrgenommen oder auch als angenehm empfunden. Je nach dem wie empfindliche Ohren man hat, kann man einen Klirrfaktor von 1-5% nicht hören. Viel schlimmer sind nicht-harmonische Verzerrungen die durch TIM oder auch FIM entstehen.
Der in der Elektrotechnik verwendete Begriff Effektivwert (auch RMS) ist dem mathematisch verwendeten quadratischen Mittelwert prinzipiell gleich. Er wird meistens differenziell über die Zeit t gemittelt.
Bei nichtlinearen Verzerrungen wird zwischen quadratischem Klirrfaktor einer unsymmetrischen Kennlinie mit den Klirrfaktoren k2, k4, k6 und dem kubischem Klirrfaktor einer symmetrischen Kennlinie und den Klirrfaktoren k3, k5 und k7 unterschieden (Weiterführendes siehe Weblink).
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Klirrfaktor".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world