Kliper (russ. Клипер, je nach Übersetzung auch als Clipper oder Klipper bezeichnet) ist ein Konzept der russischen Weltraumagentur Roskosmos für ein teilweise wiederverwendbares Raumschiff für niedrige orbitale Umlaufbahnen (engl.: Low Earth Orbit (LEO)). Es soll frühestens ab 2012 die bewährte Sojus ablösen. Das Konzept wurde erstmalig am 17. Februar 2004 auf einer Pressekonferenz in Moskau der Öffentlichkeit bekanntgegeben, die Vorarbeiten begannen bereits im Jahre 2000 bei RKK Energija. Russland hat zudem weitere Staaten zur gemeinsamen Entwicklung von Kliper eingeladen. Im Juli 2005 gab es erste konkrete Gespräche mit der European Space Agency an dem Projekt gemeinsam zu arbeiten. Bei dem Zusammentreffen des Europäischen Weltraumrates im Dezember 2005 wurden jedoch keine finanziellen Mittel für Kliper gewährt. Damit kann die ESA nicht wie geplant 51 Millionen Euro zur Entwicklung beisteuern. Die Agentur will sich dennoch weiter an dem Projekt beteiligen. Wie diese Beteiligung genau aussieht, soll nach ESA-Angaben im Juni 2006 geklärt werden. Der Jungfernflug ist für 2012 geplant.
Kliper besteht aus einem Rückkehrmodul, das mindestens 25 mal wiederverwendbar sein soll und Platz für 6 Personen (davon 2 Piloten) bietet und bis zu 700 kg Fracht ins All beziehungsweise 500 Kilogramm Material aus dem Weltraum zurück zur Erde bringen kann. Angedockt ist wie bei Sojus ein nicht-wiederverwendbares Servicemodul, das u. a. Sauerstoff, Wasser, Treibstoff sowie die Avionik bereitstellt. Die Hitzeschilde des Klipers sollen ebenfalls nicht wiederverwendbar sein. Das gesamte Raumschiff hätte eine Startmasse von ungefähr 14,5 t, davon 9,8 t für das Rückkehr- und 4,7 t für das Servicemodul, die Landemasse würde 9,5 – 10 t betragen. Die Landung selbst soll vollautomatisch an einem steuerbaren Gleitschirm erfolgen. Es sollen zwei Versionen von Kliper untersucht werden: Ein Lifting Body sowie ein mit Flügeln ausgestattetes Konzept.
Als Trägerrakete wurde von RKK Energija anfangs eine geplante Weiterentwicklung der Sojus-Rakete namens Onega vorgeschlagen. Da jedoch die russische Raumfahrtbehörde die Entwicklungskosten der Onega nicht aufbringen wollte, kamen eine Angara A3 oder eine Variante auf Basis der Zenit ins Gespräch. Von allen gemachten Vorschlägen ist die Zenit der einzige Träger, der bereits mehrere Flüge absolvierte. Da Zenit in der Ukraine produziert wird, wäre Angara zwar die für Russland vorteilhaftere Trägerrakete, sie ist jedoch noch nie geflogen (Erststart ist für 2006/2007 geplant). Bislang blieb die endgültige Entscheidung über die Trägerrakete für Kliper aus.
Die Hauptaufgabe von „Kliper“ wäre der Transport von Kosmonauten und Weltraumtouristen in niedere Erdumlaufbahnen beziehungsweise zur Internationale Raumstation sowie die Nutzung als Rettungsraumschiff für die Station. Theoretisch könnte auf der Grundlage von „Kliper“ ebenfalls ein für Mond- oder Mars-Raumflüge geeignetes Raumschiff ähnlich dem US-amerikanischen Crew Exploration Vehicle entwickelt werden.
Trotz der sehr niedrig angesetzten Kosten ist die Finanzierung und damit auch die Entwicklung noch nicht gesichert, dennoch gibt es Anzeichen für Fortschritte beim Projekt. Ende 2004 war „Kliper“ sowohl im russischen TV-Sender „Pervij Kanal“ wie auch bei NBC Gegenstand einer Berichterstattung. Ein 1:1 Mockup des Raumschiffs wurde von RKK Energija in der Zwischenzeit präsentiert.
Auch nach dem Ausfall der geplanten Entwicklungsbeteiligung der ESA von 51 Millionen Euro im Dezember 2005 will Roskosmos das Projekt weiter verfolgen.
Wiederverwendbares bemanntes Raumfahrzeug
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