Die
Stadt Kleve liegt am unteren
Niederrhein im Nordwesten von
Nordrhein-Westfalen und ist eine
Mittlere kreisangehörige Stadt des
Kreises Kleve im
Regierungsbezirk Düsseldorf. Als Kurort und Mittelpunkt des Herzogtums Kleve hatte Kleve lange Zeit eine überregionale Bedeutung. Heute ist sie
Sitz des Kreises Kleve.
Geografie
Stadtgebiet
Räumlich ist das Stadtgebiet in folgende Ortsteile gegliedert:
Nachbargemeinden/-städte
Die Stadt Kleve grenzt im Norden an die Gemeinde
Millingen a/d Rhijn (Provinz
Gelderland,
NL) und die Stadt
Emmerich am Rhein, im Osten an die Stadt
Kalkar, im Süden an die Gemeinde
Bedburg-Hau und im Westen an die Gemeinde
Kranenburg.
Geschichte
Entstehung und Mittelalter
Cleve_Stadt_und_Hafen_(um_1895).jpg
Kleve war Sitz der
Grafen und Herzöge von Kleve. Der Name Kleve leitet sich ab von Kliff (Klippe), der Hang des Burgberges,
Endmoräne aus der
Eiszeit. Keimzelle der Stadt ist die auf das
10. Jahrhundert zurück gehende Burg, neben der eine Siedlung entsteht.
1092 wird der Name „Cleve“ erstmalig urkundlich erwähnt. Der Burg gegenüber, auf dem Heideberg, gründet Graf Dietrich VI. die Stadt Kleve. Die Stadtrechte verleiht er Kleve am
25. April 1242. Das Recht zur Ratswahl erhält die Stadt gegen Ende des
13. Jahrhunderts. Im
14. Jahrhundert kommt es zu einer erheblichen Stadterweiterung, der Gründung der Neustadt, dem Hagschen Viertel. Große Brände verwüsten Kleve
1368 und
1528.
Renaissance
Erheblichen Aufschwung nimmt die Stadt dank der (Heirats-) Politik der Grafen von Kleve. Es gelingt ihnen, Kleve, Jülich, Mark, Berg und Ravensberg zu vereinigen. Auf dem
Konzil von Konstanz 1409 wird der Klever Graf in den Herzogsstand erhoben. Das
Herzogtum Kleve umfasst im 16. Jahrhundert ein Gebiet, das – ausgenommen die Fürstbistümer Köln und Münster – ungefähr dem heutigen
Nordrhein-Westfalen entspricht. Kleve ist im 16. Jahrhundert die Residenz eines der bedeutendesten Herzogtümer des Deutschen Reiches. Nach dem Tod des kinderlosen Herzog Johann Wilhelm gehen Kleve und Mark an das Kurfürstentum Brandenburg und Pfalz-Neuburg.
1614 erhält Brandenburg Kleve zur Verwaltung.
1647 wird
Johann Moritz von Nassau-Siegen als Statthalter eingesetzt. Dieser veranlasst den barocken Umbau der Schwanenburg.
Als Residenz des Statthalters wird der Prinzenhof errichtet, an den heute nur noch ein Straßenname erinnert. Die von ihm initiierten Parkanlagen und barocken Gärten rund um die Stadt haben solche Dimensionen, dass sie erheblichen Einfluss auf die europäische Gartengestaltung des 17. Jahrhundert gewinnen. An die Zeit unter brandenburgischer Herrschaft erinnert heute eine Reiterstatue des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620–1688) auf dem Platz vor der Schwanenburg. 1741 wird die Mineralquelle am Springenberg entdeckt. Kleve wird Bad Cleve. Die Kuranlagen werden Mitte des 19. Jahrhunderts, der Blütezeit der Klever Kur, erheblich ausgebaut. Das ehemalige Kurhaus ist heute umgebaut zum Museum, dem Museum Kurhaus Kleve.
18.–20. Jahrhundert
1794 erobern französische Revolutionstruppen die Stadt. Von
1798 bis
1814 ist sie Sitz einer Arrondissementverwaltung im
Roerdepartement der Französischen Republik bzw. des Kaiserreichs Frankreich. Durch den
Wiener Kongress fällt sie
1815 wieder an
Preußen, das den
Regierungsbezirk Kleve als einen von 28 Regierungsbezirken in Preußen aufgrund der
„Preußischen Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden“ vom 30. April 1815 neugründet. Am
22. April 1816 nimmt die Verwaltung ihre Tätigkeit auf. Schon nach knapp sechs Jahren wird der Klever Bezirk zum
22. Juni 1822 aufgelöst und mit dem
Regierungsbezirk Düsseldorf vereinigt.
Am 23. April 1816 wird der Landkreis Kleve als einer von über 40 Landkreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg, der späteren Rheinprovinz, gebildet.
1914 versiegt die Mineralquelle und der Erste Weltkrieg bringt den Kurbetrieb vollends zum Erliegen.
Nach Ende des Ersten Weltkrieges wird Kleve von belgischen Truppen bis 1926 besetzt. An diese Zeit und die Ermordung eines Klever Bauern erinnert ein von Arno Breker geschaffenes Denkmal.
In der Reichskristallnacht vom 9. auf den 10. November, wird in Kleve die Synagoge niedergebrannt. Am Standort der ehemaligen Synagoge erinnert heute ein genau derem Grundriss ensprechendes Denkmal, an die ehemalige jüdische Gemeinde Kleves. Von der 1933 ungefähr 200 Menschen zählenden jüdischen Gemeinde wurden 50 während des Krieges umgebracht.
Im Zweiten Weltkrieg wird Kleve durch zwei britische Bombenangriffe zu ca. 80 % zerstört. Die Altstadt mitsamt der Schwanenburg und ihren Kirchen wird fast vollständig zerstört.
Im Zuge der Eroberung des Niederrheins durch die Alliierten kommt es um Kleve herum, besonders im nahen Reichswald, zu heftigen Kämpfen. Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Donsbrüggen und dem britischen Kriegsfriedhof im Reichswald ruhen die Toten dieser Kämpfe.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird der heutige Stadtteil Reichswalde als Wohnort für Heimatvertriebene aus den früheren deutschen Ostgebieten gegründet.
Politik
Kleve mit seiner hauptsächlich katholischen Bevölkerung wird von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1933 von der katholischen
Zentrumspartei regiert. Dies setzt sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit der
CDU fort, die zunächst mit absoluten Mehrheiten im Klever Rat regieren kann.
Bei der Kommunalwahl 2004 verliert die CDU in Kleve erst zum zweiten Mal ihre absolute Mehrheit.
Momentan setzt sich der Rat der Stadt Kleve aus 46 Stadtverordneten zusammen, die sich wie folgt verteilen:
CDU 22 Sitze, SPD 12 Sitze, Grüne 5 Sitze, FDP 4 Sitze, Offene Klever 2 Sitze und 1 Fraktionsloser.
Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl 2004 Theodor Brauer (CDU).
Überregional bekannte Politiker aus Kleve sind die Bundestagsabgeordneten Barbara Hendricks (SPD) und Paul Friedhoff (FDP), sowie der in Kaarst (Neuss) geborene ehemalige Stadtdirektor und heutige Landtagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretär Manfred Palmen (CDU).
Gebietsreform
Die Stadt Kleve entstand in der heutigen Form am
1. Juli 1969 beim
1. kommunalen Neugliederungsprogramm in
Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinde Materborn und die Gemeinden Donsbrüggen, Keeken, Rindern und Wardhausen des
Amtes Rindern sowie die Gemeinden Brienen, Griethausen, Kellen, Salmorth und Warbeyen des Amtes Griethausen und die Gemeinde Reichswalde des Amtes Till wurden mit der Stadt Kleve zusammengeschlossen.
Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des 2. Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen der Altkreis Kleve mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt.
Bildung
Kleve beherbergt im Jahr 2006 elf Grundschulen, zwei Förder- bzw. Sonderschulen, drei Hauptschulen, zwei Realschulen, drei Gymnasien und eine berufsbildende Schule. Daneben gibt es noch drei Schulen für Alten- bzw. Krankenpflege, eine Landwirtschaftsschule, das Studienseminar für die Sekundarstufen sowie das Studienseminar für die Primarstufe. Die Klever Volkshochschule bietet auch den Erwerb von Haupt- und Realschulabschlüssen für Erwachsene an, die nächste Möglichkeit zum Erwerb von Fachhochschulreife und Abitur in der Erwachsenenbildung besteht am Abendgymnasium Borken-Bocholt.
Schulen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Kleve schwanenburg.jpg
- Die Stadt Kleve wird von der nach dem Zweiten Weltkrieg wieder errichteten Schwanenburg überragt. In ihr befindet sich das Amts- und Landgericht Kleve. Im Innenhof ist der Schwanenbrunnen des Bildhauers Alfred Sabisch aufgestellt.
- Der Marstall gegenüber der Schwanenburg wurde 1467 erbaut und überstand als eines der wenigen mittelalterlichen Gebäude die Bombenangriffen relativ unversehrt.
- Der Forstgarten an der Tiergartenstraße mit ihren zahlreichen Villen aus Klassizismus und Gründerzeit wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert mit 156 verschiedenen Baum- und Pflanzensorten angelegt und von Maximilian Friedrich Weyhe im Jahre 1822 im Stile englischer Parkanlagen gestaltet. Dort befinden sich das ehemalige Kurhaus und das Amphitheater.
- Auf dem 99 Meter hohen Klever Berg, der höchsten Erhebung am unteren Niederrhein, befindet sich der Aussichtsturm.
Kirchen
- Die Unterstadtkirche, ehemalige Klosterkirche der Minoriten, stammt aus dem 13. Jahrhundert und beinhaltet ein wertvolles holzgeschnitzetes Chorgestühl und eine reichverzierte Kanzel aus dem 14. und 15. Jahrhundert.
- Sehenswert ist auch die Stiftskirche, ein Bau aus dem 14. und 15. Jahrhundert welche die Gräber der Klever Grafen beherbergt. Mit ihren 2 Türmen prägt sie neben dem Schwanenturm das Klever Stadtbild.
Museen
- B. C. Koekkoek-Haus: Das B.C. Koekkoek-Haus ließ der niederländische Landschaftsmaler Barend Cornelis Koekkoek (1803–1862) 1847/1848 als Wohn- und Atelierhaus errichten. Heute beherbergt es eine Sammlung von Gemälden Koekkoeks und seinem Umfeld.
- Geologisches Museum im Schwanenturm: Das Museum im höchsten Turm der Schwanenburg zeigt mineralogische und paläontologische Funde vom Niederrhein, in der unteren Etage befindet sich eine Fotogalerie.
- Museum Kurhaus Kleve : Das neben der Gartenanlage an der Tiergartenstraße gelegene Museum Kurhaus beherbergt eine Sammlung zeitgenössischer Kunst, darunter den Nachlass des Malers und Bildhauers Ewald Mataré, und veranstaltet regelmäßig Ausstellungen.
- Alte Mühle Donsbrüggen: In der 1824 fertiggestellten und 1957 stillgelegten Mühle im Klever Ortsteil Donsbrüggen befindet sich ein Mühlenmuseum.
- Museum Forum Arenacum: In der ehemaligen Lehrerwohnung des Klever Ortsteils Rindern zeigt das Museum Forum Arenacum keltische, römische und fränkische Funde aus Rindern und Umgebung.
Villen
Einstmals charakteristisch für die Stadt Kleve waren ihre zahlreichen Villen, von den leider viele gedankenlos abgerissen oder zweckentfremdet wurden wie das alte Kurhaus, das u.a. als Möbellager diente.
- Ein besonders drastisches Beispiel ist die Villa Steiger auf der Gruftstraße, die 1907 vom kaiserlichen Hofphotographen Ewald Steiger erbaut und bis zum Zweiten Weltkrieg bewohnt wurde. Steiger machte aus seiner Villa ein Kunsthaus, das durch seine architektonische Besonderheit das Straßenbild positiv prägte. Nach Steigers Tod im Jahre 1966 wurde das bis dahin völlig intakte und auch im Krieg kaum beschädigte Gebäude versteigert und schließlich an einen Klever Architekten verkauft, der es herunterkommen und 1983 trotz heftiger Proteste, Demonstrationen und sogar Hausbesetzungen seitens der Klever Bevölkerung abreißen ließ, um dort, in steiler Hanglage, Behindertenwohnungen zu erbauen. Der Rat der Stadt Kleve hatte 1981 einstimmig auf das Vorkaufsrecht verzichtet.
Villa_belriguado.jpg
- Die Villa Belriguardo am Tiergartenwald wurde 1840 erbaut. Nachdem sich dort jahrelang eine Nachtbar und eine Zoohandlung befunden hatten, wurde sie 1999 von der Klever Designerin Inge Dähne gekauft, die sie vollständig restaurieren ließ. Die Wandmalereien wurden freigelegt, der Stuck an den Decken restauriert, die Holzböden in ihren Originalzustand versetzt und die Kamine an ihren ursprünglichen Standorten wieder aufgebaut. Die Villa kann besichtigt werden, da sie als Geschäftshaus, Café und kultureller Veranstaltungsort genutzt wird.
- Die Villa Flora am Tiergartenwald wurde um 1870 von einer niederländischen Familie erbaut. 1927 zog Heinrich Frings, ein Bruder des bekannten Kölner Kardinals, dort ein. Heute erinnert die Villa mit ihrem authentischen cremefarbenen Anstrich an italienische Vorbilder.
Die Gärten von Kleve
Sehenswert sind die
barocken Gartenanlagen mit Amphitheater die Johann Moritz von Nassau-Siegen ab 1647 durch seinen Gartenarchitekten
Jacob van Campen anlegen ließ. Die Gärten sind heute nur noch teilweise erhalten bzw. wiederhergestellt, sind aber gerade deshalb sehr reizvoll.
Kleve_sternberg_schwanenburg.jpg Für den
Neuen Tiergarten wurde auf dem Springenberg eine künstliche Erhebung (Sternberg) geschaffen, von der strahlenförmig zwölf Wege ausgingen. Die Besonderheit dieses Wegesystems ist seine Ausrichtung auf besondere Bauwerke und Städte. Als Schneisen im Wald sind sie zum Teil heute noch erkennbar. Die Blickachsen zur Schwanenburg und zum - jenseits des Rheines - gelegenen Ort Hochelten lassen heute noch erahnen, wie kunstvoll die Anlage seinerzeit war.
Kleve_neuer_tiergarten.jpgZur Gesamtanlage gehört das restaurierte sog.
Amphitheater, das in den Hang des Springenberges hineingebaut wurde. Es handelt sich um ein gartenbauerisches Zitat; das Theater wurde nie als solches genutzt. In der Literatur wird es auch als Laubengang oder Exedra bezeichnet. Das Amphitheater wurde schon zu Lebzeiten des Johann Moritz von Nassau mehrfach verändert.
Heute befindet sich darin unter anderem
Stephan Balkenhols „Neuer Eiserner Mann“ (
Bilder), ein Standbild, das an den Prinzen
Johann Moritz von Nassau-Siegen erinnert und zu seinem 400. Geburtstag eingeweiht wurde. Vorläufer war ein gleichnamiges Standbild des
17. Jahrhunderts, das
1794 von französischen Revolutionstruppen zerstört wurde.
Oben auf dem Berg thront heute ein Obelisk, der von Friedrich Wilhelm IV. von Preußen entworfen worden sein soll.
Kleve_tiergarten_ausblick.jpg
Vorgelagert ist am Fuß des Springenberges eine Parkanlage die durch eine nach Nordosten ausgerichteten langgestreckte Wasserfläche - dem Prinz-Moritz-Kanal - geprägt ist. Der Kanal mit zwei Inselparterres ist ebenfalls auf Hochelten in der Ferne ausgerichtet.
Der Kanal wird immer noch von der stillgelegte Bahnstrecke Kleve - Nijmegen gequert.
Westlich befindet sich auch heute noch ein Tiergarten.
Südöstlich schließt sich heute der Forstgarten an. Die ursprünglich als Neue Plantage bezeichnete Anlage wurde ab 1782 auf Veranlassung des seinerzeitigen Kammerpräsidenten der preußischen Regierung in Kleve, Julius Ernst von Buggenhagen, angelegt. Ihre verschlungenen Wege entsprechen dem Übergang zum Landschaftsgarten. Bepflanzt ist der Park in der Art eines Arboretums mit zahlreichen verschiedenen Baumarten.
Die Anlage ist durch einen Aha-Graben zur Wasserburgallee sowie in Richtung Prinz-Moritz-Kanal abgegrenzt. Dieser kleine Wassergraben ziert nicht nur den Park, sondern sicherte ihn gleichzeitig vor dem Eindringen von Vieh ohne den Ausblick in die umgebende Landschaft zu stören.
Die Neue Plantage präsentiert sich heute - nach Veränderungen durch den Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe auf einer Fläche von 5,6 Hektar als Forstgarten.
Zu den Gärten von Kleve gehört schließlich die im Bereich des Alten Tiergartens gelegene Grabstätte des Fürsten Johann Moritz in Bergendael (Berg und Tal), etwas außerhalb von Kleve an der Landstraße 362 gelegen. Heute noch erhalten ist die Tumba sowie die vorgelagerte Exedra. In die Exedra wurde römische Fundstücke aus der Umgebung eingearbeitet.
Johann Moritz wurde zwar nach seinem Tode dort beigesetzt, aber sehr bald nach Siegen überführt.
Von den Klever Parks wurden Amphitheater und Forstgarten 2004/2005 als herausragendes Beispiel in die Straße der Gartenkunst an Rhein und Maas aufgenommen.
Infrastruktur und Wirtschaft
Industrie und Handwerk
Die Industrialisierung setzt in Kleve erst spät ein. Aufgrund des Kur- und Badebetriebes ist die Stadt darauf bedacht, störende Industrien von Kleve fern zu halten. 1888 siedeln sich die Van den Bergh'schen Magarinewerke in Kellen an. Ebenfalls in Kellen entstehen weitere Lebensmittelwerke wie die Keksfabrik
XOX und die Kakaofabrik
Bensdorp. Alle Werke sind heute geschlossen, die Gebäude werden z.T. für kulturelle Zwecke genutzt.
1896 gründet Gustav Hoffmann mit seinem Schwager Fritz Pannier die Elefanten-Kinderschuhfabrik und macht die traditionelle Schuhstadt Kleve zu einem Zentrum der Kinderschuhindustrie. 1908 trennen sich Hoffmann und Pannier mit der Vereinbarung, dass Hoffmann nur Schuhe bis Größe 26, Pannier nur Schuhe ab dieser Größe herstellen. Eine weitere Klever Marke für Kinderschuhe ist Bause. Heute ist auch die Klever Schuhindustrie in der Krise, die geschlossenen Fabriken dienen überwiegend dem Verkauf anderer Schuhmarken. Dennoch bleibt das "Schüsterken" an der Herzogbrücke Kleves Wahrzeichen.
Verkehr
Flugverkehr
Die nächstgelegenen Flughäfen sind noch der
Flughafen Niederrhein und der
Flughafen Düsseldorf International.
Schienen- und Busverkehr
Der
Bahnhof Kleve liegt an der
linksniederrheinischen Strecke (
DB-Kursbuchstrecke 495), auf der täglich im Stundentakt und zusätzlich stündlich von montags bis freitags im
Schienenpersonennahverkehr der „Niers-Express“
(RE 10) von Kleve über
Krefeld nach
Düsseldorf verkehrt.
Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW, die Dieseltriebwagen „Talent“ der Firma Bombardier Transportation (DB-Baureihe 643) einsetzt.
Die Strecke Kleve - Spyck wurde 1969 stillgelegt. Die Strecken Kleve - Xanten und Kleve - Kranenburg - Nijmegen sind seit 1990 bzw. 1991 außer Betrieb.
Im kommunalen Personennahverkehr verkehren eine Reihe von Buslinien zur Erschließung der Region und des Stadtgebiets.
Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
Zwischen dem 1. Oktober 1911 und dem 31. März 1962 verkehrten in der Stadt die normalspurigen Straßenbahnen der Klever Straßenbahn GmbH. Diese hatten Anschluss an die Kleinbahn Wesel-Rees-Emmerich und die an die Straßenbahn Nijmegen.
Straßen
Kleve ist über die
Bundesstraße 9 an die
Bundesautobahn 57 (
E 31) und über die
B 220 an die
A 3 (
E 35) angebunden.
Wasserstraßen und Häfen
Per
Schiff ist Kleve vom
Rhein über die Schleuse Brienen und den Spoykanal erreichbar.
Sport
Im Jahr
2000 fusionierten die Vereine
VfB Lohengrin 03 Kleve und der
SC Kleve 63 zum
1. FC Kleve 63/03. Einer der Vorgängervereine, der
VfB 03 Cleve, richtete am 16.10.
1910 das erste
Fußballländerspiel auf deutschem Boden zwischen
Deutschland und
Holland (1:2) aus.
1926 wurde der Sportverein Rindern gegründet. Seine Spielstätte liegt idyllisch an der Wasserburg Rindern.
1928 wurde der SV Nordwacht Keeken gegründet. Er ist der nördlichste Sportverein der Stadt Kleve mit einem Sportgelände in Blickweite zur ndl. Grenze. Mit seinem über 600 Mitgliedern und zahlreichen Sportangeboten ist er eine wahre Meisterleistung für so einer kleinen Ortschaft wie Keeken.
1931 wurde der Tischtennisverein Weiß-Rot-Weiß Kleve gegründet. Dieser feierte mit seiner Damenmannschaft in den 70er Jahren große nationale und internationale Erfolge. 1980 gewann WRW die Deutsche Meisterschaft im Damentischtennis. Erfolgreichste und bekannteste Tischtennisspielerin dieser Zeit war Wiebke Hendriksen.
Persönlichkeiten
Bekannte Klever
Ehrenbürger der Stadt Kleve
- Wilhelm Mertens, seit 23. Mai 1917
- Dr. Heinrich Wulff (Bürgermeister), verliehen am 11. März 1932 ; 1933 wieder aberkannt
- Adolf Hitler (Diktator), verliehen 1933 ; 1946 postmortem wieder aberkannt
- Dr. jur. Heinz Will (Rechtsanwalt)
- Fritz Leinung (Pfarrer), seit 25. Oktober 2001
- Karl und Maria Kisters (sozial engagiertes Unternehmerehepaar), seit 2005
Siehe auch
Eisenbahn-
Trajekt Spyck-Welle
Weblinks
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