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Der Athener Staatsreformer Kleisthenes (* um 570 v. Chr., † um 507 v. Chr.) stammte aus der Familie der Alkmeoniden und wurde wahrscheinlich noch unter dem Tyrannen Hippias zum Archonten ernannt, musste jedoch bald aus Athen fliehen. Durch finanzielle Zuwendungen an das Orakel von Delphi erwirkte er einen Orakelspruch, der es dem Spartanerkönig Kleomenes I. auferlegte, die Tyrannis in Athen zu stürzen. Nach erfolgter Vertreibung des Hippias im Jahre 510 v. Chr. kehrte er aus der Verbannung nach Athen zurück. Dort entmachtete er etwa 508 v. Chr. durch ein umfangreiches Reformprogramm (Kleisthenische Reformen) die Partei der Oligarchie und führte so die Demokratie in Athen ein. Er teilte das Staatsgebiet Attikas in drei große Teile ein; das Stadtgebiet, die Küstenstriche und das Binnenland, die ihrerseits aus zehn sich selbst verwaltenden Unterabteilungen bestanden, sogenannten Trittyen. Je eine Trittys der drei großen Teile wurden, durch Los, zu einer Phyle zusammengeschlossen. So entstanden 10 Phylen, die die Basis für die Volksversammlung bildeten. Die Volksversammlung, der alle männlichen Athener Bürger angehörten, bestimmte durch Losverfahren für jede der Phylen fünfzig Abgesandte in den Rat der Fünfhundert, die athenische Regierung.

siehe: Tyrannenmörder

Literatur


  • Kurt A. Raaflaub: Kleisthenes, Ephialtes und die Begründung der Demokratie. In: Konrad H. Kinzl: Demokratia, Stuttgart 1995, 1-54. ISBN 3-534-09216-3

Politiker (Athen) | Grieche (Antike) | Mann

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