Die Kleineisenindustrie ist ein Teilbereich der Metallindustrie. Dieser Begriff bezeichnet die Eisenverarbeitung bzw. Metallwarenproduktion in dezentral organisierten Kleinbetrieben und hat vor allem historische Bedeutung.
Betriebe der Kleineisenindustrie erzeugen Eisenwaren wie Werkzeuge, Schneidwaren, Beschlagteile, Ketten, Schrauben.
Ein weiteres wesentliches Element war die Organisation der Nahrungsmittelproduktion und -heranschaffung. So waren im unwirtlichen Gebiet des steirischen Erzberges über 20.000 Knappen aus mehr als 100 km Entfernung zu versorgen. Die Landwirtschaftlichen Betriebe mehrerer sog. Widmungsbezirke waren in dieses Versorgungssystem eingebunden.
Städte und Märkte (Steyr, Eisenerz, Waidhofen an der Ybbs, Scheibbs,Ybbsitz,...) waren neben ihrer Bedeutung als sicherer Standort für Schmiedebetriebe vor allem auch die Schaltstellen des Metall und Provianthandels. Der damalige Reichtum läßt sich an den, noch heute vorhandenen architektonischen Zeugnissen ablesen.
Die Organisationsstruktur war einerseits dezentral, andererseits kam es zu einem kompex - arbeitsteiligen Zusammenspiel. Die bestehenden Wirtschaftskreisläufe wurden durch unzählige Privilegien und Rechte abgesichert.
Die Handesbeziehungen reichten weit über das Habsburgerreich hinaus bis in den vorderen Orient, Russland, Böhmen, Ungarn, Balkan und Süddeutschland.
An der obersten Stelle der sozialen Hirachie standen die reichen Metall und Provianthändler einerseits und die Grundherrschaften der landwirtschaftlichen Betriebe andererseits. Erst danach folgten die Hammerherren („schwarze Grafen“) und auf niedriger Stufe die Lohnschmiede und schließlich die abhängigen Bauern.
Grundlage der aufblühenden deutschen Kleineisenindustrie Mitte des 19. Jahrhunderts war das in England entwickelte Puddel-Verfahren. Hierbei wird ein schwerflüssiges, fast teigiges Roheisenbad durch Umrühren mit Hilfe langer Stangen immer wieder sauerstoffhaltigen Verbrennungsgasen ausgesetzt und dadurch "gefrischt". Die Weiterverarbeitung der sogenannten Luppe ermöglicht die Erzeugung von preiswertem Massenstahl.
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