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135filmsize.jpg Bei Kleinbildkameras handelt es sich um fotografische Kameras mit einen Bildformat im Bereich von ungefähr 2 cm bis 4 cm Kantenlänge.

Filme und Formate


Typ 127

Der kleine Rollfilm vom Typ 127 kam als erster Kleinbildfilm heraus. Sein ursprüngliches Format 4 x 6,5 cm² galt damals noch als Kleinbild, zählt aber heute bereits zum Mittelformat; die Formate 3 x 4 cm² und 4 x 4 cm² hingegen noch zum Kleinbild. Der Film hatte bis zum Erscheinen des Instamaticfilms eine nennenswerte Bedeutung für einfache Kameras. Im März 1931 kam zudem die Rolleiflex Baby dafür heraus. Mit dieser Kamera wollte Rollei an dem von der Leica eingeleiteten Trend hin zum kleinen Bild teilhaben, sie hatte aber bei weitem nicht den Erfolg der Mittelformat-Rolleiflex. Deswegen ist sie nach dem Krieg zunächst nicht wieder erschienen, erst im Juni 1957 kam erneut eine Baby auf den Markt, sie blieb bis Mai 1968 in Produktion. Von der Baby erschienen auch einige Nachbauten, der bekannteste von Yashica. Nach 1970 geriet der Filmtyp jedoch in Vergessenheit.

Die genannten Rollfilmformate sind gerundete Maßangaben, die exakten Werte siehe unter Rollfilm.

Typ 135

Im engeren Sinn bezieht sich die Bezeichnung Kleinbildfilm nur auf den Typ 135, da er das Kleinbild populär gemacht hat und seitdem bis heute am häufigsten vorkommt. Es handelt sich um den 35 mm-Kinofilm, welcher in einer Patrone konfektioniert wird. Infolgedessen weist er eine beidseitige Perforation auf, welche allerdings für die Verwendung in einer Fotokamera nicht erforderlich wäre. Am Anfang des Typ 135 steht die von Oskar Barnack entwickelte Leica, sie besaß bereits das Format 24 x 36 mm², mit dem der Filmtyp 135 seitdem nahezu immer belichtet wird. Nur ganz wenige Kameras verwendeten das Halbbildformat 18 x 24 mm², die bekannteste von ihnen ist die Olympus Pen. Bis Anfang der 1950er Jahre gab es auch Modelle, die nur das Format 24 x 32 mm² belichteten, darunter insbesondere die frühen Nikon-Sucherkameras.

Typ 126

Für Einsteigerkameras entwickelte Kodak die leicht zu handhabende Instamatic-Kassette, die mit dem quadratischen Format 28 x 28 mm² arbeitete. Kodak bot zwar auch eine Spiegelreflexkamera an, Instamatickameras wurden aber so gut wie ausschließlich in der unteren Preisklasse bis etwa 120 DM gekauft. Dort war der Film ein riesiger Erfolg, so daß er in den 1960er bis 1980er Jahren extreme Verbreitung fand.

Rapidfilm

Agfa stellte als Instamatic-Konkurrenz den Rapidfilm vor, der ebenfalls mit quadratische Bildern belichtet wurde, allerdings im Format 24 x 24 mm². Das System hatte einen nur geringen Erfolg, so daß Rapidfilme nur in den 1960er und frühen 1970er Jahren eine gewisse Bedeutung erlangten.

Digitale Sensoren

Bei den Kleinbildkameras gelangten digitale Sensoren zunächst in die Spiegelreflex-Kameras, wobei es anfänglich nicht möglich war, das Format 24 x 36 mm² auszunutzen, da Halbleiter mit zunehmender Größe überproportional teuer werden. So gab es zunächst nur Kameras mit einen um den Faktor von 1,3 bis 1,6 kleineren Bildfläche zu kaufen. Olympus brachte, dem Halbbildformat der Pen-Serie folgend sogar ein System mit um den Faktor 2 kleineren Sensorn heraus (siehe Four Thirds Standard). Mittlerweile erscheinen zunehmend Systemkameras mit einen 24 x 36 mm² großen Sensor und Kompaktkameras mit Sensoren im Kleinbildformat.

Kameratypen


Sucherkameras

Praktisch sämtliche einfachen Kameras werden als Sucherkamera gebaut, hinzu kommen noch einige System-Sucherkameras, insbesondere die Leica-M-Serie. Dadurch machen sie den größten Anteil unter den Kleinbildkameras aus. Sucherkameras gibt es von zahlreichen Anbietern, nahezu jeder Kamerahersteller hält welche in seinen Programm. Besondere Bauformen sind die Unterwasserkamera Nikonos von Nikon und die Panoramakamera Hasselblad XPan. In den 1990er Jahren ist die russische Lomo sehr bekannt geworden, eine unkonventionelle Kamera, die eine eigene Bildsprache provoziert.

Einäugige Spiegelreflexkameras

Ricoh-KR-5-Super 2-1600x1600.jpg Die meisten hochwertigen Kleinbildkameras sind einäugige Spiegelreflexkameras (SLRs für "Single Lens Reflex"). Zumeist handelt es sich um Systemkameras, für die es ein großes Angebot an Objektiven und sonstigem Zubehör gibt. Die bedeutendsten Hersteller sind Canon und Nikon, außerdem sind Minolta, Olympus, Pentax, Sigma und Leica zu erwähnen.

Zweiäugige Spiegelreflexkamera

Zweiäugige Spiegelreflexkameras haben im Kleinbildbereich keine Bedeutung. Zum einen gab es die Rolleiflex Baby und einige asiatische Nachbauten, eine quaderförmige Kamera mit Lichtschachtsucher und dem Format 4 x 4 cm². Zum anderen exsitierten in den 1960er Jahren wenige zweiäugige Kameras für den Filmtyp 135, sie sahen aus wie eine gewöhnliche einäugige Kamera, besaßen also einen fest eingebauten Pentaprismensucher, nur eben zwei kleine, fest eingebaute Objektive.

Eigenschaften


Größe und Gewicht

Minox 35GT.jpg GT, eine sehr kompakte Sucherkamera]] Kleinbild- unterscheiden sich von Mittelformatkameras zumeist erheblich im Gewicht: mit 5 bis 6 kg läßt sich bereits ein ausgesprochen universell verwendbares System zusammenstellen. Kompaktkameras näheren sich sogar mitunter der Pocketkamera in ihrer Größe an. Einen ersten Schritt in diese Richtung machte die Rollei 35, gefolgt von der Minox 35 und der Olympus XA.

Kosten

Aufgrund der großen Stückzahlen lassen sich Kleinbildkameras sehr kostengünstig fertigen, hinzu kommt, dass der kleine erforderliche Bildkreis die Objektive gegenüber dem Mittelformat in der Regel bedeutend billiger macht. Auch werden die Filme zumeist besonders günstig angeboten.

Schärfentiefe

In puncto Schärfentiefe stellt das Kleinbildformat 24 x 36 mm einen nahezu idealen Kompromiss dar, einerseits sind die Brennweiten kurz genug, um bereits mit geringem Abblenden einen großen Schärfenbereich erzeugen zu können, andererseits steht voll aufgeblendet meist genügend Unschärfe zur Verfügung, um den Hinter- vom Vordergrund abheben zu lassen. Letzteres wird auch durch die sehr lichtstarken Objektive unterstützt, Normalobjektive mit f/1,2 und leichte Teleobjektive mit f/2 lassen sich mit vertretbaren Kosten und Gewicht bauen. Bereits mit 18 x 24 mm² ist es jedoch schon schwierig, einen für gestalterische Zwecke ausreichend unscharfen Hintergrund zu erzeugen.

Sucher

Die meisten Spiegelreflexkameras weisen einen fest eingebauten Prismensucher auf, bei Topmodellen war es bis in die 1980-er Jahre üblich, dass man ihn gegen einen Lichtschachtsucher auswechseln konnte. Dies ist heute zumeist nicht mehr der Fall, da solch ein Lichtschachtsucher eine gegenüber dem Mittelformat zu kleine Mattscheibe besitzt, als dass man das Motiv perfekt beurteilen könnte.

Bildqualität

Das Kleinbild bietet generell eine hohe Bildqualität, mit einigem Aufwand (Stativ, besonders hochauflösender Film) kommt es sogar dem Mittelformat nahe. In „digitalen“ Begriffen ausgedrückt, lässt sich mit einem hochwertigen KB-Diafilm niedriger Empfindlichkeit (25 ISO) ein technische Auflösung von etwa 16 Millionen Pixel erzielen (Stativ, perfekte Optik und ideale Aufnahmebedingungen vorausgesetzt). Kleinbildnegative oder -dias mit höheren Auflösungen zu scannen macht wenig Sinn, weil hier nur noch das Korn vergrößert würde.

Einsatzgebiete

Kleinbildkameras lassen sich am universellsten von allen einsetzen. Es gibt kein Gebiet, auf dem sie nicht zumindest akzeptable Leistungen bieten könnten. Ihre besonderen Stärken liegen bei weit entfernten, schnell bewegten und dunklen Motiven. Für die Systemkameras gibt es Objektive bis etwa 12-facher Vergrößerung mit extrem guten Abbildungseigenschaften, wobei sich die Vergrößerung mit einem davor angeschlossenen Telekonverter bei nur geringem Qualitätsverlust weiter erhöhen läßt. Die zahlreichen lichtstarken Objektive erlauben Freihand-Nachtaufnahmen, an die bei Mittelformat nicht zu denken ist und perfekt funktionierende Autofokussysteme sowie Bildstabilisatoren liefern eine so große Anzahl an perfekten Fotos von bewegten Objekten, dass bei Sport- und Tieraufnahmen kaum ein Weg daran vorbei führt.

Literatur


  • Stenger, Erich: Die Geschichte der Kleinbildkamera bis zur Leica. Hrsg. von den optischen Werken Ernst Leitz, Wetzlar, aus Anlass des 100-jährigen Firmen-Jubiläums. Frankfurt: Umschau-Verlag, 1949.

Fototechnik

 

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