[[Bild:Anamorphic lens illustration with stretching.jpg|thumb|35-mm-Kinofilm, Cinemascope]] Kleinbildfilm_01_KMJ.jpg von Agfa]] Kleinbildnegativfilm.jpg 35-mm-Film (Kleinbildfilm) wurde ursprünglich ausschließlich für das Einfangen von Bewegtbildern (Kinofilme) verwendet und wurde erst später als praktisches Fotoformat entdeckt. So entstand die Kleinbildfotografie, die sich vor allem auf dem Sektor der Reportagefotografie schnell etablierte; es handelt sich dabei um das derzeit am meisten verwendete Filmformat in der Fotografie (Stand 2004) in der Konfektionierung als 135er.
Ähnlich wie bei Rollfilm wird der 35 mm breite perforierte Filmstreifen auf einer (Metall-) Spule aufgewickelt und in einer Patrone verpackt; aus der Patrone ragt bei einem frischen Film durch eine Lichtdichtung die sogenannte Filmzunge heraus.
Die Filmpatrone wird direkt in die Kleinbildkamera eingelegt. Früher war das Einfädeln der Filmzunge auf die Aufwickelspule der Kamera eine je nach Fabrikat mehr oder weniger diffizile Angelegenheit, heute erledigen Kleinbildkameras mit motorischem Filmtransport meist auch das Einfädeln automatisch.
Separate wechselbare Filmmagazine, wie sie bei Mittelformatsystemkameras üblich sind, gibt es nur in Ausnahmefällen (beispielsweise bei Rollei). Einige Hersteller bieten jedoch für einige wenige professionelle Spiegelreflexkameras sogenannte Langfilmmagazine mit einem Vorrat von 100 oder gar 250 Bildern an (z.B. Nikon und Minolta), die anstelle der normalen Kamerarückwand angesetzt werden.
Der Filmstreifen muss nach erfolgter Belichtung in die Patrone zurückgespult werden, damit er bei der Entnahme aus der Filmkammer nicht dem Umgebungslicht ausgesetzt wird; ein Filmwechsel zwischendurch ist zwar möglich, aber relativ aufwendig. Zum Rückspulen muss man einen oder mehrere Entsperrhebel (meist an der Gehäuseunterseite) betätigen, damit die für den Vortrieb üblicherweise verantwortliche Stachelwalze bis zur nächsten Belichtung (auf dem neuen Film) auskuppelt. Beim Rückspulen verschwindet die Filmzunge üblicherweise ganz in der Patrone, was eine erneute Verwendung bereits belichteter Filme verhindern soll, aber auch ein höheres Risiko für in die Patrone einfallendes Streulicht in sich birgt, da der Film das Patronenmaul nicht mehr so dicht verschließt. Eine versehentlich eingezogene Filmzunge kann man nur mit einem Filmrückholer wieder herausziehen.
Bei modernen Spiegelreflexkameras (SLR, Single Lens Reflex) mit automatischem Filmtransport kann man oft im Rahmen von speziellen Benutzereinstellungen festlegen, ob nach der letzten Belichtung der Film automatisch zurückgespult werden oder ob der Vorgang auch bei Erreichen des Filmendes ausschließlich manuell durch Tastendruck ausgelöst werden soll. In diesem Kontext kann man meist auch definieren, ob die Filmzunge generell in die Patrone zurückgespult werden darf oder nicht, oder ob dies nur bei manuell ausgelöster Rückspulung geschehen soll.
Auch wenn sich an diesem Grundprinzip nichts ändert, so bieten einige Hersteller in diesem Zusammenhang erwähnenswerte Sonderfunktionen an:
So wird bei einigen modernen SLRs (z. B. von Canon und Hasselblad) der Film direkt nach dem Einlegen auf das letzte Bild vorgespult und dann nach jeder Aufnahme sukzessive zurück in die Patrone gezogen. Der Vorteil ist, dass damit für die Kamera die Länge des Films bereits nach dem Einlegen exakt feststeht (und z. B. eine Restbildanzeige auch ohne DX-Code ermöglicht), dass alle bereits belichteten Aufnahmen in der Patrone sicher vor versehentlichem Öffnen der Rückwand sind und dass das unangenehme Rückspulgeräusch womöglich unerwartet mitten in einer diskreten Aufnahme-Session entfällt. Minolta bietet stattdessen bei einigen neueren Spiegelreflexkameras wie der Dynax 9 eine sog. Mid-Reload-Funktion an, mit der man den Film jederzeit in die Patrone zurückspulen und z. B. nach einem erfolgten Filmwechsel bildstandsgenau auf die alte Bildposition zurückspulen kann - mit einer Wiederholgenauigkeit von weniger als einem Millimeter. Die Dynax 7 verknüpft diese Funktion gar mit einer Möglichkeit, Mehrfachbelichtungen komfortabel über den gesamten Film verteilt vornehmen zu können; und die Rückwand wird durch eine automatische Verriegelung vor versehentlichem Öffnen vor dem Rückspulen des Films gesichert. Auch bei der Verwendung von Langfilmmagazinen weicht das Prozedere teilweise vom normalen, oben skizzierten Vorgang ab, indem die Rückspulung des Films in der Regel entfällt. So wird der Film z. B. beim Minolta EB-90 direkt aus einer befüllten Spezialpatrone in eine identische Leerpatrone eingespult, die zwar grundsätzlich auch einzeln entnehmbar sind, aber für einen noch schnelleren Filmwechsel in einem speziellen Doppeleinsatz verbleiben können, den man während der Foto-Session einfach gegen einen vorbereiteten weiteren Doppeleinsatz austauscht.
Ein 35er-Film ist erhältlich als Schwarzweiß-, Farbnegativ- und Farbpositivfilm (Diafilm) für Tageslichtaufnahmen; für spezielle Anwendungen existiert daneben noch Kunstlichtfilm, der bei Kunstlicht mit höherer Farbtemperatur eine farbrichtige Wiedergabe ermöglicht, sowie Infrarotfilm für die Infrarotfotografie, der für die infraroten Anteile des elektromagnetischen Spektrums sensibilisiert ist.
Handelsübliche Konfektionierungen sind unter anderem 12, 24 und 36 Bilder (ca. 1,6 m). Einige Filme mit besonders dünnem Schichtträger (wie z.B. den Ilford HP5 oder den Kodak Technical Pan) gab es zeitweise auch mit 72 Bildern pro Patrone zu kaufen.
24 Bilder entsprechen dabei 1 Sekunde Film, 36 Bilder 1,5 Sekunden. 1000 m Film haben eine Lauflänge von ca. 36½ Min.
Das typische Aufnahmeformat (Bildformat) bei Kleinbildfilm ist 24 × 36 mm, es gibt jedoch auch einige Sonderformen:
Der 35 mm breite, für den Filmtransport mit einer doppelseitigen Perforation versehene Filmstreifen wurde 1889 von Thomas Alva Edison eingeführt. Seither ist es das meistbenutzte Aufnahme- und Projektionsformat für Kinofilme (Stand 2004).
Anfang des 20. Jahrhunderts gab es verschiedene Versuche, Fotokameras für die Verwendung des perforierten Kinofilms mit 35 mm Breite zu konstruieren. Oskar Barnack entwickelte dann 1913 für Leitz den ersten Prototyp eines solchen Fotoapparates, ("Ur-Leica"). Der ursprüngliche Zweck des Apparates war es, kurze Filmstreifen unabhängig von der großen Filmkamera zu belichten, um die Ausleuchtung einer Szene vor dem Dreh überprüfen zu können (Standfotos). Das Kleinbildformat von 24 × 36 mm ergab sich damals aus der Verdopplung des Stummfilm Kinoformats (18 × 24 mm). Die Kleinbildfotografie erlaubte den Einsatz neuer stilistischer Mittel. Ein Pionier auf diesem Feld war der Fotograf Dr. Paul Wolff.
Mit diesem Format wurden Fotoapparate erstmals kompakt genug, um mühelos überall hin mitgenommen zu werden. Die Reportagefotografie erhielt so entscheidende Impulse.
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