Bei der Klebebindung in der Buchherstellung werden die Rohbogen mit Hilfe eines Klebers (Hotmelt oder Dispersionskleber oder PUR) verbunden. Entwickelt wurde sie ursprünglich 1936 von Emil Lumbeck aus Remscheid, nach dem die handwerkliche Kaltklebetechnik (gegenüber der industriellen Heißklebetechnik) auch heute noch als Lumbecken bezeichnet wird. Lumbeck kann somit als Wegbereiter des modernen Taschenbuchs angesehen werden.
Die Kaltklebetechnik unterscheidet sich von der Heißklebetechnik nicht nur dadurch, dass erstere keiner Wärme bedarf, sondern auch in der Verwendung von speziellem Weißleim, welcher die einzelnen Bogen nicht nur oberflächlich zusammenhält. Das Verfahren der Kaltklebetechnik ist trotzdem sehr dauerhaft, weil während der Trocknung chemische Prozesse in Gang gesetzt werden, die die einzelnen Papierbögen miteinander verbinden bzw. die Aufschluß der Zellulose begünstigen und diese langfristig verbindet/schweißt.
Heißkleben (auch Hotmelt)
Bei Raumtemperatur feste, granulierte Ethylenvinylacetat-Copolymere (EVA-Hotmelts) werden bei ca. 170 °C aufgeschmolzen und müssen während der offenen Zeit (die Zeit, in der sie maschinell verarbeitbar und noch nicht ausgehärtet sind, bis zu 60 Sekunden) auf die Buchrücken aufgebracht werden.
Die Klebebindung ermöglicht, im Gegensatz zur herkömmlichen Fadenheftung, sehr hohe Maschinengeschwindigkeiten und eine automatische Buchproduktion durch nahtlosen Übergang der Produktionsschritte. Somit ist diese Art der Bindung sehr preiswert, große Auflagen lassen sich rationell und schnell herstellen.
Festgigkeit und Lebensdauer eines klebegebundenen "Buches" erreichen nur bei perfekter Verarbeitung und Berücksichtigung sämtlicher relevanter Faktoren annähernd die Qualität eines fadengehefteten Buches. Die Technik ist zum Beispiel nicht geeignet für Kunstbücher, da das gestrichene Papier den Klebstoff zu stark aufsaugen würde, bzw. ist ein Vollflächendruck technisch nur schwer möglich. Die Seite ist, vor allem bei dicken Büchern, nicht bis zum Bundsteg nutzbar, da der Klebstoff zu sehr "klammert" und die Seiten am Bund zusammenpresst.
Dieter Liebau, Inés Heinze: Industrielle Buchbinderei, Verlag Beruf und Schule, Itzehoe 2001, ISBN 3-88013-596-7
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