article

Piano tuner.jpg

Die Aufgabe eines Klavierstimmers ist es, Klaviere und Cembali zu stimmen, indem sie Spannung der Saiten regulieren und so die Töne harmonisch aufeinander abgestimmt werden, sowie weitere Servicearbeiten vorwiegend beim Kunden und im Konzertbetrieb. Weitere Aufgaben des Klavierstimmers sind die Optimierung der Intonation (des Klanges) durch entsprechendes Bearbeiten (Abziehen, Stechen etc.) der Hammerfilze sowie die Regulierung der Klaviermechanik und das Aufziehen neuer Saiten.

Ausbildung


Die Ausbildung zum Klavierbauer dauert drei Jahre. Der Beruf des Klavierstimmers ist in der EU nicht überall ein Ausbildungsberuf, daher nicht geschützt. Das Erlernen des Klavierstimmens ist aber Bestandteil der Ausbildung zum Klavier- und Cembalobauer.

Technik


Begonnen wird beim Stimmen eines Klaviers meist mit dem Anlegen des Quintenzirkels. Vom Ausgangspunkt aus, dem Kammerton a1, wird in Oktaven und Quinten durch den Tonbereich zwischen dis/es und a1 wie folgt geschritten:

a^1 \searrow a \nearrow e1 \searrow e \nearrow h \nearrow fis^1 \searrow fis \nearrow cis^1 \nearrow gis^1 \searrow as \nearrow es^1 \searrow es

es \nearrow b \nearrow f^1 \searrow f \nearrow c^1 \nearrow g^1 \searrow g \nearrow d^1 \nearrow a^1 (Ausgangston)

Das Zeichen \nearrow bedeutet hier eine Quinte hinauf, und \searrow bedeutet eine Oktave hinunter zu stimmen.

Würde man hier alle Oktaven und Quinten rein, also schwebungsfrei stimmen, so käme man am Schluss zu einem Ausgangston, welcher erheblich höher liegt, als er am Anfang angelegt wurde. Das muss je nach der gewünschten Stimmung korrigiert werden (siehe Pythagoreisches Komma).

Nach dem Anlegen des Quintenzirkels stimmt man in Oktavschritten aufwärts und abwärts, bis alle Töne richtig klingen, wobei noch zu erwähnen ist, dass die Oktaven meist „gestreckt“ werden, das heißt, die oberen Töne höher, die unteren tiefer gestimmt werden, als sie rein rechnerisch wären (siehe Streckung).

Es sei erwähnt, dass es auch andere Techniken gibt, ein Klavier zu stimmen, beispielsweise kann man statt des Quintenzirkels (Quinten bzw. Quarten) auch einen Terzenzirkel (Terzen bzw. Sexten) anlegen.

Sonstige Schwierigkeiten

Schließlich sei noch erwähnt, dass eine von den Laien nicht bedachte Schwierigkeit beim Klavierstimmen das Drehen der Stimmwirbel ist, was großer Feinfühligkeit und entsprechender Übung bedarf, damit er auch dort stehenbleibt, wo er soll.

Siehe auch


Literatur


  • Pascal Mercier: Der Klavierstimmer. 2000, btb Verlag, ISBN 3442726549

Weblinks


  • http://bdk-piano.de/ Bund Deutscher Klavierbauer
Handwerksberuf | Klavier | Stimmung (Musik)

Piano tuning | accordeur | Pianostemmer | מכוון פסנתרים

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Klavierstimmer".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld