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Klaus Barbie (* 25. Oktober 1913 in Bad Godesberg; † 25. September 1991 in Lyon) war Nationalsozialist. Bekannt geworden ist er als "Schlächter von Lyon".

Leben


Klaus Barbie war seit 1937 Mitglied der NSDAP. In die SS trat er 1935 ein. Sein letzter Rang war SS-Hauptsturmführer.

1939-1942 "Judenreferat" in Den Haag (besetzte Niederlande). In Belgien Folterer des deutschen Schriftstellers Jean Amery. Ab Nov.1942, nach dem Einmarsch deutscher Truppen in das von der Vichy-Regierung verwaltete unbesetzte Südfrankreich, übernahm er als Chef der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Lyon die Leitung der IV. Sektion der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes.

Bis 1944 war Barbie in Südfrankreich für die Folterung und Ermordung von Mitgliedern der Résistance – unter ihnen Jean Moulin – verantwortlich. Darüber hinaus wurden ihm zahlreiche weitere Verbrechen zur Last gelegt, u.a. das Massaker in St. Genis-Laval, die Verantwortung für die Deportierung der sogenannten Kinder von Izieu sowie zahlreiche Erschießungen im Gefängnis Montluc. Dabei ging er mit äußerster Brutalität und Rücksichtslosigkeit vor. Kurz vor Kriegsende ging Barbie nach Deutschland.

Nach 1945


Wegen seiner Verbrechen wurde Barbie 1947 in Frankreich in Abwesenheit zweimal zum Tode verurteilt. Im selben Jahr wurde Barbie Agent für den amerikanischen Geheimdienst CIC. Mit Hilfe der Amerikaner emigrierte Barbie 1951 auf der sog. Rattenlinie nach Bolivien unter dem Namen Klaus Altmann und wurde später auch bolivianischer Staatsbürger. Nach dem Auftauchen von Ernesto Che Guevara in Bolivien waren Barbies als Gestapochef erworbenen Kenntnisse in Bandenbekämpfung (NS-Ausdruck für Partisanenabwehr) wieder gefragt, und er arbeitete für das bolivianische Innenministerium im Rang eines Oberst ad honorem als Ausbilder und Berater der Sicherheitskräfte des Diktators Hugo Banzer Suárez.

1980 half Barbie General Luis García Meza bei seinem Staatsstreich in Bolivien, wurde jedoch im Januar 1983 nach der Einsetzung der demokratisch gewählten Regierung unter Hernán Siles Zuazo von Bolivien nach Frankreich ausgeliefert.

Beate und Serge Klarsfeld gelang es zwar schon Anfang der 70er Jahre, Klaus Barbie aufzuspüren. Ein Entführungsversuch, der von dem französischen Revolutionstheoretiker Régis Debray und der deutschen Untergrundkämpferin Monika Ertl mit Wissen von Beate Klarsfeld geplant war, scheiterte 1972. Seine Auslieferung nach Frankreich erfolgte allerdings erst 1983, weil er von den Diktatoren in Bolivien, insbesondere Banzer und Garcia Meza gedeckt wurde. Erst nach Rückkehr demokratie-ähnlicher Verhältnisse mit Präsident Siles Zuazo im Oktober 1982 änderte sich das, so dass er im Jahr 1987 in Lyon wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in 177 Fällen angeklagt werden konnte und zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Insgesamt legte man ihm die Deportation von mindestens 843 Menschen zur Last.

Barbie starb am 25. September 1991 im Gefängnis von Lyon.

Siehe auch


Literatur


  • * Lit über K.B. in DDB-Opac (versch. Sprachen)
  • (Walther Fekl) Artikel: Affaires Barbie / Bousquet / Touvier / Papon in: Frankreich-Lexikon 2.Aufl. 2005, Hgg. Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, W. F., Siegfried Loewe, Fritz Taubert, Berlin: Verlag Erich Schmidt, 2005 (mit Angabe v. frz. und dt. Literatur) ISBN 3503061843, S. 39 ff
  • Horst J. Andel Kollaboration und Résistance. 'Der Fall Barbie' München: Herbig, 1987 ISBN 3776615087 und Berlin: Ullstein, 1995 ISBN 3548331998
  • Tom Bower Klaus Barbie. Lyon, Augsburg, La Paz. Karriere eines Gestapo-Chefs. Berlin 1984. ISBN 3880222959 (Erstausgabe: Klaus Barbie, the Butcher of Lyons London: Michael Joseph Ltd, 1984, ISBN 0718123271, häufige Wiederaufl.)
  • Richard J. Golsan (Hg.) Memory, the Holocaust, and French Justice. The Bousquet and Touvier Affairs Dartmouth College: University Press of New England, (engl.)

Weblinks


Mann | Deutscher | NSDAP-Mitglied | SS-Mitglied | Kriegsverbrecher | Reichssicherheitshauptamt (Person) | CIA (Person) | Geboren 1913 | Gestorben 1991 | Täter des Holocaust

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