Klatsch, (wird auch als Gerede, Geschwätz, Gerüchteküche, Palaver, Tratsch oder Stadtgespräch bezeichnet), ist eine Form der gesellschaftlichen Unterhaltung, bei der Informationen über nicht anwesende Personen ausgetauscht werden. Die Soziologie, insbesondere die Sozialpsychologie beschäftigen sich mit diesem Phänomen wissenschaftlich.
Oft stammen die betroffenen Personen aus dem direkten Bekanntenkreis ("Lästern"). Diese Informationen sind häufig trivial, und meistens nicht wahrheitsgemäß. Die Themen sind eher persönlicher Natur. Klatsch ist oftmals auch Auslöser für Gerüchte. Im Gegensatz zum Gerücht steht meist der Unterhaltungswert im Vordergrund. Typisches Merkmal sind Übertreibungen.
Klatsch über Prominente ist das Gebiet der Klatschpresse (Boulevardpresse, Yellow Press) bzw. der Klatschspalten bestimmter Zeitungen.
Klatsch gilt gesellschaftlich als verpönt. Gleichwohl dient Klatsch als sozialer Kitt.
Der Klatsch an sich und die Furcht vor Klatsch bilden die Grundlage für soziale Kontrolle innerhalb einer Gemeinschaft. Die soziale Kontrolle ist in der Regel wechselseitig, da im Normalfall jeder gleichermaßen Furcht vor Klatsch hat, auch wenn es sich manche nicht eingestehen. Werden Norm- und Wertvorstellungen einer Gemeinschaft (also einer kleineren Form von Gesellschaft) überschritten, entsteht Klatsch. Klatsch ist somit auch ein Mittel zur Abwicklung von Feindseligkeiten und Rivalitäten, ohne mit dem Betroffenen selber konfrontiert zu sein.
Es ist auch ein Mittel zum "Dampf ablassen" und zur Relativierung von verschiedenen Situationen. Weiterhin dient Klatsch der Abwicklung von Macht- und Statusdifferenzen. Die Wertschätzung von beispielsweise Vorgesetzten oder Führungspersonal und Neid auf allzu Ehrgeizige oder Erfolgreiche wird damit abgewickelt, ohne dass die Betroffenen zwangsläufig direkt mit dem Resultat des Klatsch konfrontiert werden müssen. Eine weitere soziale Funktion die Klatsch erfüllt, ist die Gemeinschaftsidentität. Geredet wird über dazugehörige, und wer nicht mitredet gehört nicht dazu, um es mal drastisch auszudrücken. Klatsch ist also auch ein Abgrenzungswerkzeug gegenüber Außenstehenden. Klatsch kann allerdings auch sehr schnell ins Negative abdriften und im Extremfall auch ein Auslöser für Mobbing sein.
Da die erläuterten Funktionen und die Wechselspielchen beim Klatsch sehr komplex sind, erfordert Klatsch nach Ansicht von Soziologen tatsächlich eine gewisse kommunikative Kompetenz der redenden Personen. Soziologen gehen sogar so weit, dass teilweise von einer Kunst von Enthüllungen über Dritte gesprochen wird. So ist es zu erklären, dass Geheimnisse innerhalb einer Gemeinschaft auch Geheimnisse bleiben können, auch wenn eigentlich jeder davon weiß. Denn Klatsch enthüllt unmittelbar und im Inoffiziellen, im Gegensatz zu Skandalen in aller Öffentlichkeit und mittelbar.