Als Klassifizierung oder Klassifikation bezeichnet man einen Vorgang oder eine Methode zur Einteilung von Objekten in Klassen oder Kategorien. Die klassifizierten Objekte können beliebige Gegenstände und Sachverhalte sein, die sich nach ihren Eigenschaften oder Merkmalen unterscheiden lassen. Bei dem Spezialfall der Klassifizierung in ein bereits vorhandenes Ordnungssystem – eine Klassifikation oder Systematik – handelt es sich um Klassierung.
Lebewesen klassifizieren ständig, damit sie ihre Umwelt besser interpretieren und rascher auf sie reagieren können. Vielfach bedeutet Klassifikation auch besseres Verstehen und Erkennen von Zusammenhängen, z.B. bei Informationssystemen.
Darüber hinaus ist die Klassenbildung auch eine seit langem etablierte, grundlegende wissenschaftliche Methodik und in vielen Lebensbereichen Grundlage des menschlichen Zusammenlebens. Gehörte Töne klassifizieren wir zu Worten, gelesene Symbole zu Buchstaben, die wir wiederum zu Worten formen; selbst die Zuordnung von Worten zu ihrer Bedeutung ist ein Klassifikationsprozess. Viele diese Verfahren laufen eher unterbewusst, in gewisser Weise „automatisch“ ab.
Beispiele für Klassifikationen sind verschiedene Preisklassen, systematische Aufstellungen in einer Bibliothek, die Taxonomie der Lebewesen und weltanschauliche Unterteilungen (zum Beispiel in Gut und Böse).
Dokumentenklassen oder Informationsobjektklassen dienen im Dokumentenmanagement, bei der elektronischen Archivierung und beim Records Management zur Gruppierung von Objekten mit gleichen Attributen oder Eigenschaften.
Siehe auch: Begriff, Thesaurus, Hierarchie, Index, Verzeichnis, Klassierung
Liegen alle Informationen über ein Objekt vor, so kann es immer korrekt klassifiziert werden. Gelegentlich ist es aber sehr schwierig, alle relevanten Eigenschaften eines Objektes zu bestimmen. Somit muss die Klassifizierung häufig mit unvollständigen oder auch nicht korrekten Aussagen über ein Objekt funktionieren. In einigen Fällen trifft man die Kategorisierung auch genau deshalb, weil man auf eine unbekannte Eigenschaft schließen möchte. Typische Fragestellungen aus der Natur sind zum Beispiel: „Ist die Pflanze giftig?“ oder „Ist dieser Vierbeiner ein Raubtier?“. Hier kann eine Fehlentscheidung des Klassifizierers gefährliche, ja sogar tödliche Folgen haben.
Potentielle Fehler können in jedem Fall vor der mit der Kategorisierung verbundenen Komplexitätsreduktion besser erkannt werden als hinterher. Insbesondere führt eine binäre Ja-Nein-Entscheidung („X ist ein Y“ bzw. „X ist kein Y“) zu einem Informationsverlust, der keinen Rückschluss auf die Korrektheit der Entscheidung zulässt.
Daher geben moderne Klassifizier zusätzlich zur Aussage zur Klassifizierung einen Wert aus, der die Zuverlässigkeit der getroffenen Entscheidung beschreiben soll. Dieses Maß wird gemeinhin Zuverlässigkeitsinformation genannt. Eine große, rote Tomate würde als „reif“ mit hoher Zuverlässigkeit klassifiziert werden, eine mittelgroße rote Tomate mit einigen grünen Stellen ebenfalls als „reif“, jedoch mit niedrigerer Zuverlässigkeit. Die Angabe der Zuverlässigkeit einer Entscheidung bietet Vorteile bei der auf die Klassifizierung folgende Verarbeitung. Ein „unsicher“ als essbar erkannter Pilz wird nicht gegessen, ein „sicher“ als essbar erkannter hingegen schon.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Klassifizierung".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world