Eine Klammer ist ein Zeichen oder Symbol, das zur Beschreibung einer Klammerung verwendet wird.
In der Schriftsprache dient sie als Satzzeichen zur Gliederung der syntaktischen Form. Eine großzügige Verwendung von Klammern gilt im Deutschen als schlechter Stil, Gedankenstriche oder die Auflösung von Schachtelsätzen werden meist bevorzugt. In anderen Sprachen, z. B. im Englischen, werden Klammern häufiger eingesetzt.
In der Mathematik drücken Klammern unter anderem einen zeitlichen Vorrang einer auszuführenden Rechenoperation vor anderen aus. Zum Beispiel ist das Ergebnis von 10 − (6 − 1) gleich 5, da die Rechnung innerhalb der Klammer zuerst ausgeführt wird, 10 − 6 − 1 ist dagegen gleich 3, da in diesem Fall von links nach rechts vorgegangen wird. In der höheren Mathematik dienen Klammern auch noch vielen anderen Zwecken, vor allem der Bezeichnung von Argumenten einer Funktion. Geschweifte, eckige und spitze Klammern haben in der Mathematik meist eine spezielle Bedeutung.
In ähnlicher Weise dienen Klammern auch in vielen Programmiersprachen zum Gruppieren von mehreren Arten von Programmelementen.
Gebräuchlich sind mehrere Arten von Klammern als Satzzeichen, welche fast ausschließlich paarig (also als öffnende und schließende Klammer) verwendet werden; die englischen Bezeichnungen unterscheiden sich im britischen (BE) und amerikanischen (AE) Englisch:
- Runde Klammern: (…) : (griechisch/engl.: parentheses oder round brackets [BE): die üblichen Klammern
- Eckige Klammern: : (engl.: brackets *):" target="_blank" >Werden z. B. verwendet, wenn innerhalb eines Klammerausdrucks etwas geklammert werden soll oder um Auslassungen und Einfügungen in Zitaten kenntlich zu machen; Beispiele: *" target="_blank" >in diesem Absatz, „sic“ und „[..." target="_blank" >*“
- Geschweifte Klammern: {…} : auch Mengenklammern (engl.: braces oder curly brackets [BE), seltener Nasenklammern, auch Akkoladen (frz. accolades) genannt: selten verwendet. Haben beispielsweise in Wörterbüchern eine spezielle Bedeutung
- Spitze Klammern: 〈…〉 : Auch Winkelklammern (engl.: angle brackets) genannt. Werden nur selten verwendet. Haben in Wörterbüchern eine spezielle Bedeutung, etwa wird die (etymologische) Herkunft eines Wortes in spitze Klammern gesetzt, seltener auch Stilangaben in Wörterbüchern. Da diese Zeichen im ASCII-Zeichensatz fehlen, werden stattdessen oft die ASCII-Zeichen „Kleiner als“ < und „Größer als“ > genommen.
In der Mathematik werden Klammern meist ebenfalls paarig eingesetzt, wobei öffnende und schließende Klammer jeweils zueinander spiegelsymmetrisch sind. Es existieren jedoch Ausnahmen, etwa bei Intervallklammern, und auch einzelne, nicht paarige Klammern werden bisweilen verwendet.
Gruppierungsklammern in Termen
Klammern gruppieren Teilterme und verändern damit die Reihenfolge der Berechnung oder dienen lediglich der optischen Zusammenfassung von Teiltermen. Es werden hierfür üblicherweise runde Klammern verwendet. Bei komplexen Termen oder wenn spezielle Teilterme kenntlich gemacht werden sollen, können diese mit eckigen Klammern eingefasst werden.
Beispiel: statt
Mengenklammern
Bei Mengenangaben werden üblicherweise geschweifte Klammern benutzt:
Intervallklammern
Für Intervalle existieren verschiedene Notationen. Die beiden gebräuchlichsten sind im Falle eines offenen Intervalles
- A = \left] a;b \right[ \quad B = \left[ a;b \right[
- A = (a;b)\quad B = [a;b)
(Statt eines Strichpunktes wird oft ein Komma verwendet.)
UND-Klammern
Wenn mehrere Aussagen vertikal in einer großen geschweiften Klammer gruppiert werden, bedeutet dies, dass diese UND-verknüpft werden. Beispiel:
\left\{ {\begin{matrix} x \ge 3 \\ x \le y \end{matrix}} \right\} ist gleichbedeutend mit (x \ge 3) \; \wedge \; (x \le y).
Spezielle Operatoren
Andere ebenfalls paarig verwendete Klammern sind spezielle Operatoren oder Funktionen:
- \left\lfloor x \right\rfloor bezeichnet die größte ganze Zahl kleiner oder gleich x („Gaußklammer“)
- \left\lceil x \right\rceil bezeichnet die kleinste ganze Zahl größer oder gleich x
- \left| x \right| bezeichnet den Betrag von x
- {n \choose k} kann einen Binomialkoeffizienten bezeichnen (wenn n und k ganzzahlig sind und n \ge k) oder eine Matrix, und diese Matrix kann einen Vektor darstellen
- \langle \mathbf{x},\mathbf{y} \rangle ist ein Skalarprodukt oder Cantorsche Paarungsfunktion; davon abgeleitet ist die Bra-Ket-Notation.
Klammern in der Informatik (Programmiersprachen)
Klammern haben in verschiedenen Programmiersprachen unterschiedliche Bedeutungen. Bestimmte Bedeutungen sind jedoch relativ weit verbreitet:
- Runde Klammern :
Veränderung der Berechnungsreihenfolge in Termen (wie in der Mathematik)
- Funktionsargumente
- Typumwandlungs-Operator in C und C++
- Listenbildung (LISP und verwandte Sprachen)
- Eckige Klammern :
Index-Zugriff auf Arrays
- Listenoperationen (in Python, Logo und einigen anderen)
- Link-Kennzeichnung (übliche Wiki-Syntax, z. B. bei Wikipedia)
- Geschweifte Klammern :
Blockgrenzen (C, C++, Java, JavaScript, LilyPond u.v.a.)
- Array- und Struktur-Literale (C, C++, Java)
- Kommentargrenzen (Pascal)
- Tag-Begrenzer (CSS)
- Dictionary-Literale (Python)
- Variablenauflösung (Bash)
- Textbausteine und Makros (Wiki)
- Spitze Klammern : (Tatsächlich werden hier jedoch bisher ausschließlich die ASCII-Zeichen < und > verwendet)
Template-Argumente (C++, Java ab 1.5)
- Tag-Begrenzer (SGML, HTML, XML)
- Metazeichen in formaler Syntax-Darstellung (Backus-Naur-Form)
- Schlüsselwörter als Klammern, andere Klammern aus mehreren Zeichen
DO – CONTINUE (Fortran, ein Behelf für fehlende Schließklammer); DO – OD (Algol 68)
- Kommentarklammern /* ... */ in PL/1, (* ... *) in Algol 68
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