| Klaipėda / Memel | - bgcolor="#FFFFFF" | Klaipedawappen.jpeg | Landkarte_Klaipeda.PNG | - | Basisdaten | - bgcolor="#FFFFFF" | Staat: | Litauen | - bgcolor="#FFFFFF" | Verwaltungsbezirk: | Klaipėda | - bgcolor="#FFFFFF" | Landkreis: | kreisfreie Stadt | - bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 192.000 (2003) | - bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 98,35 km² | - bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | ? m ü. NN | - bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | ? | - bgcolor="#FFFFFF" | Telefonvorwahl: | (+370) 46 | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Geografische Lage: | - bgcolor="#FFFFFF" | KFZ-Kennzeichen: | L
| - bgcolor="#FFFFFF" | Nächster Flughafen: | Flughafen Palanga | - bgcolor="#FFFFFF" | Homepage der Stadt Klaipėda |
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Klaipėda () ist eine litauische Hafenstadt im historischen Memelland die 1250 unter dem Namen Memel gegründet wurde, den sie bis mindestens 1923 behielt. Sie liegt an der Mündung des Kurischen Haffs in die Ostsee, gegenüber dem nördlichen Ende der Kurischen Nehrung, und am Flüsschen Dange. Partnerstädte in Deutschland sind Mannheim und Lübeck.
Das Gebiet um das heutige Klaipėda war seit mindestens der Zeitwende Siedlungsgebiet baltischer Stämme.
Da das Kurische Haff zwischen dem Gebiet des Deutschen Ordens und dem des Schwertbrüderordens lag, wurde an der Einmündung der Dange ab 1250 die Ordensburg Memelburg errichtet. 1252 wurden Burg bzw. die angrenzende Siedlung Memel vom Livländischen Schwertbrüderorden (vertreten durch Eberhard von Seyne) übernommen.
Im Jahre 1257 erhielt Memel das Stadtrecht nach lübischem Recht, und wurde urkundlich als "Memele castrum" (Memelburg, auch Mimmelburg) erwähnt, zeitweise hieß Memel auch Neu Dortmund. 1328 gingen Burg und Stadt an den Deutschen Orden über, wodurch Memel dann erst Teil des Deutschordenslandes wurde.
Der Auftrag der Ritterorden zur Christianisierung führte zu anhaltenden Konflikten mit den Kuren, Aukštaiten und Zemaiten. Aufgrund der Bedrohung durch die Orden schlossen sich 1323 die ost-baltischen Stämme unter dem Fürsten Gediminas zum ersten litauischen Reich zusammen.
Die Folgejahre sahen viele kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Orden und den umliegenden Reichen wie Litauen und Polen. Dies führte 1387 zum Übertritt des Litauischen Großherzogs zum Christentum, zur Heirat mit der Polnischen Königin und zu einem vereinten Polen-Litauen das dem Orden im Jahre 1410 in der Schlacht bei Tannenberg eine schwere Niederlage beibrachte. Durch die Christianisierung auch von Litauen war der Zweck des Ritterordens zwar entfallen, er versuchte sich aber weiterhin zu behaupten was auch zu innenpolitischen Konflikten mit Städten wie Danzig, Königsberg, Elbing führte, die zu weiteren Kriegen mit Polen eskalierten, in deren Folge die Stadt Memel mehrmals geplündert oder abgebrannt wurde (1379, 1409, 1456, 1459, 1464, 1520).
Im Frieden von Melnosee von 1422, der die Grenzziehung genauer definieren soll, wird auch erstmalig ein alternativer Name für die Stadt Memel dokumentiert: "et castrum Memel in Samogitico Cleupeda appellaum" (und die Memelburg, in Samogitien Cleupeda genannt). Die festgelegte Grenze, innerhalb derer die Stadt Memel und das Gebiet bis zum 50km südlich einmündenden Fluss Memel dem Deutschen Orden zugesprochen wurde, blieb auch bestehen als der Ordensstaat 1525 ins Herzogtums Preußen überging. Diese Grenze zwischen Preußen und Litauen war eine der am längsten unveränderten Grenzen in Europa, sie währte bis 1923.
Im Jahre 1475 erhielt Memel das Kulmer Recht, auch Kölmisches Recht (Stadtrecht) genannt, und stieg damit in den Rang einer (preußischen) Landstadt auf.
Die Einwohner wurden 1525 in Folge der Reformation mit Albrecht von Brandenburg-Preußen als erster Staat der Welt evangelisch-lutherisch.
Memel erstarkte in den folgenden Jahren wirtschaftlich, bis es im Dreißigjährigen Krieg von 1629-1635 unter schwedische Verwaltung geriet. Im Nordischen Krieg wurde Memel 1678 von schwedischen Truppen eingenommen und abgebrannt. Von diesem Schlag erholte sich die Stadt nur langsam.
Im Siebenjährigen Krieg wurde Memel von 1756-62 von Russland besetzt. Es folgte eine Zeit der wirtschaftlichen Erholung, bedingt durch einen Ausbau der Holzwirtschaft für den Schiffbau.
Die Napoleonischen Kriege gingen an Memel vorbei, abgesehen davon, dass während der Besetzung Berlins Memel zur provisorischen Hauptstadt des preußischen Königreichs unter Friedrich Wilhelm III. wurde, 1807/1808. Ein weiterer wirtschaftlicher Aufschwung wurde 1854 von einem Großfeuer, das weite Teile der Stadt vernichtet, nur kurzzeitig unterbrochen.
1871 wurde auch Memel Teil des Deutschen Kaiserreichs.
Im Ersten Weltkrieg wurde Memel 1915 kurzzeitig von russischen Truppen besetzt.
Auf Betreiben Frankreichs wurde im Vertrag von Versailles in Artikel 99 festgelegt, dass das Memelgebiet ohne vorherige Volksabstimmung (wie es eigentlich bei allen Gebietsveränderungen im Rahmen des Selbstbestimmungsrechtes der Völker vorgesehen war) vom Deutschen Reich abgetrennt und unter internationale, d.h. französische, Verwaltung gestellt werden sollte.
Diese Bestimmung trat am 15. Februar 1920 in Kraft und führte zu einer autonomen deutschen Verwaltung unter französischer Herrschaft (Völkerbundsmandat).
1925 garantierten die Siegermächte (Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan) einen Sonderstatus des Memellandes (Memelkonvention), der die Autonomie der deutschen Bevölkerung unter litauischer Verwaltung sicherstellen sollte.
Die Situation zwischen den deutsch- und litauischsprachigen Memelländern einerseits und den Litauern andererseits blieb gespannt und führte zur Einführung des Kriegsrechtes im Jahre 1926, welches die autonome Verwaltung einschränkte.
Wahlergebnisse in den Folgejahren belegen eine deutlich Mehrheit für Deutschland bzw. für die Unabhängigkeit des Memellandes von Litauen von jeweils über 75%. Bei den 1938 gehaltenen Wahl, welche von Litauen initiiert wurden, stimmten die Memelländer zu 87 Prozent für eine Deutsche Einheitsliste.
1941 wurden im Memelland Truppen zum Ostfeldzug zusammengezogen. Die Stadt Memel wurde im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe und Kampfhandlungen zur Hälfte zerstört, und nach Evakuierung der Zivilbevölkerung vor der herannahenden Sowjetarmee im Oktober 1944 auch vom Militär im Januar 1945 aufgegeben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Memel von der Sowjetunion endgültig in Klaipėda umbenannt und zusammen mit dem ehemaligen Memelgebiet in die Litauische Sowjetrepublik (LTSR) eingegliedert.
Kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde Litauen 1990 unabhängig und machte Klaipėda zu einer freien Wirtschaftszone. Seitdem erlebte die Stadt einen starken Wirtschaftsaufschwung, der bis heute anhält und sich zu einem nicht geringen Anteil darauf gründet, dass der benachbarte Hafen Kaliningrad in einer russischen Enklave und somit außerhalb der EU liegt, was die dortigen Grenzabfertigungen verkompliziert und den Hafen Klaipėda somit attraktiver macht.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs lebten hier überwiegend Deutsche, alle Straßennamen waren deutsch. Nach den Vertreibungen in Folge des Krieges, auch der protestantischen kleinlitauischen Bevölkerung durch die Soviets, bildet heute die litauische Ostseeküste einen Schwerpunkt der in Litauen verbliebenen russischen Minderheit. Die bei weitem größte Bevölkerungsgruppe bilden jedoch die aus Litauen zugewanderten katholischen Schameiten.
Die Memeler Kleinbahn AG betrieb von 1904 bis 1934 eine elektrische Straßenbahn auf einem Netz von 11 km Länge. Außerdem wurden von ihr am 22. Oktober 1906 rund 50 km lange Kleinbahnstrecken eröffnet, die von Memel nach Pöszeiten, Laugallen und Plicken führten.
In Klaipeda befindet sich seit 1952 die Werft Baltijos Laivo Statykla, die heute als Zuliefere und Hersteller tätig ist.
Im nahegelegenen Nidden, das heute der Hauptort der Gemeinde Neringa (Nehrung) ist, steht das ehemalige Sommerhaus von Thomas Mann. Nördlich von Klaipėda liegt der wichtigste Badeort Litauens, Palanga, wo sich auch der nächste Flughafen befindet.
Es gibt in Klaipėda eine Universität und mehrere Fachhochschulen.
Klaipėda | Träger des Europapreises
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