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Kite Aerial Photography, oder kurz KAP ist eine Art der Fotografie, bei der die Zugkraft eines Drachens genutzt wird, um eine Kamera in eine luftige Position zu befördern.
Aus dieser Position sind erfrischend ungewöhnliche Perspektiven möglich. Sie ähneln Luftbildaufnahmen oder aber Aufnahmen von hohen Standorten, etwa Türmen oder Brücken.
Die Flughöhe liegt dabei deutlich unter der Flughöhe von Flugzeugen. So entstehen Aufnahmen unserer Umgebung in den Maßstäben unserer gewohnten Sehweise und nicht in der abstrakten, Landkarten ähnlichen Sichtweise von Flugzeug- oder Satellitenaufnahmen.
Man lässt zunächst den Drachen ein Stück aufsteigen um die bodennahen Turbulenzen zu überfliegen. Wenn der Wind genügend tragfähig und konstant ist, wird das Kamerasystem an die Flugleine gehängt und die Schnur abgerollt bis die gewünschte Aufnahmehöhe erreicht ist.
Durch Umhergehen und durch Kontrolle der Kamera mit einer Funk-Fernsteuerung werden die Fotos aufgenommen.
Die Kamera, oder besser gesagt, deren Aufhängung, das KAP-Rig, muss an der Drachenleine befestigt werden. Dabei sind natürlich auch einige Dinge zu beachten. Die Kamera muss immer möglichst waagerecht hängen, damit der Horizont bei den Aufnahmen nicht schief ist. Die Kamera soll möglichst wenig schaukeln, damit die Aufnahmen nicht verwackeln. Wenn wir als Kinder Drachen steigen ließen, so haben wir oftmals das Ohr an die Drachenleine gehalten und gehört wie der Wind in der Leine singt. Dies sind Vibrationen der Leine, die natürlich auch zu einer Unschärfe der Aufnahmen führen können. Diese Überlegungen haben zu einer Seilaufhängung ähnlich in der Funktion einem Kardangelenk geführt, die mittlerweile von den meisten KAPern verwendet wird, dem sogenannten Picavet.
Der KAP-Rig-Kamerarahmen wird dabei am Drehpunkt an einem Kreuz aus Aluminiumrohr oder ähnlichem Material befestigt. An den vier Eckpunkten dieses Kreuzes befinden sich nach allen Seiten frei bewegliche, kleine, leichtgängige Seilrollen oder Seilösen. An der Drachenleine werden im Abstand von ca. 1 - 2 Metern voneinander, ebenfalls kleine Doppelseilrollen befestigt. Nach einem bestimmten Schema wird nun das KAP-Rig mit einer Schnur über die Seilrollen an die Drachenleine gehängt. Durch diese Aufhängung ist weitestgehendst gewährleistet, das die Kamera, auch wenn die Drachenleine verschiedene Winkel annimmt, immer waagerecht hängt. Die gesamte Konstruktion rollt ständig hin und her und gleicht somit Bewegungen des Drachen weitestgehenst aus. Dadurch, das die Aufhängung über eine Schnur, und nicht etwa über ein Rohr erfolgt, werden Schwingungen der Drachenleine gedämpft.
Das KAP-Rig ist der Hauptbestandteil bei der Luftbildfotografie mit Drachen. In das Rig wird die Kamera eingebaut. Je nach Ausführung kann man mit diesem Rig die Kamera in der Luft drehen und neigen, sowie natürlich auslösen. Manche KAPer versehen ihr Rig auch noch mit der Möglichkeit die Kamera in der Luft so zu drehen, dass zwischen Hochkantaufnahmen (Portrait) und Querformat (Landscape) umgeschwenkt werden kann. Die Bewegungen werden meistens von sogenannten Servos aus der Modellbautechnik durchgeführt. Diese Servos werden an einen Fernsteuerempfänger angeschlossen und führen so die Bewegungen aus, die der KAPer mit einer Fernsteuerung vom Boden aus steuert.
Komponenten für eine fernsteuerbare Rig
Eine sehr schöne und interessante Variante der Kite Aerial Photography ist die Anfertigung von so genannten Bubble Panoramen. Das sind Rundumsichtbilder, bei denen man in der Mitte einer Kugel oder Blase zu stehen scheint und sich nach allen Seiten sowie nach oben und unten umschauen kann. Man kann solche Rundumsichten natürlich vom Boden aus anfertigen. Luftaufnahmen von einer Kamera die an einem Drachen hängt wirken jedoch wesentlich interessanter.
Panoramaaufnahmen am Boden kann man aus beliebig vielen Aufnahmen zusammensetzen. Die Kamera steht dabei auf einem Stativ und das Aufnahmeobjekt wird mit einzelnen Fotos, die sich leicht überlappen aufgenommen. Diese werden dann im Computer zu einem Panoramabild zusammengesetzt. So lassen sich phantastische Aufnahmen mit einer riesigen Auflösung anfertigen. Als Objektiv kann man ein normales Weitwinkel mit 35 mm oder 28 mm Brennweite einsetzen. Je kleiner die Brennweite, umso weniger Bilder werden benötigt, umso geringer ist jedoch auch die Auflösung.
Befindet sich die Kamera jedoch in der Luft, an einem fliegenden Drachen hängend, kann man nicht Bild für Bild anfertigen und diese Einzelbilder dann am Computer zusammensetzen. Dadurch dass sich der Drachen und damit auch die Kamera laufend bewegt, ändert sich ständig der "Kamerastandpunkt". Dadurch wird es nahezu unmöglich mehrere Bilder zu einem Panorama zusammenzusetzen. Hier muss ein einziges Bild genügen!
Schritt 1: Der untere Teil des späteren Bubble - Panoramas:
Da nur ein Bild angefertigt werden kann, muss auf diesem einen Bild alles enthalten sein. Dies wird mit einem Fischaugenobjektiv oder Fisheye erreicht. Die Kamera hängt am Drachen und schaut dabei senkrecht nach unten. Auf dem Foto ist dann der gesamte untere Teil des späteren Panoramas enthalten.
Schritt 2: Der obere Teil des späteren Bubble - Panoramas:
Zu einer Rundumsicht gehört jedoch nicht nur der Boden, bzw. der untere Teil des Bubble Panos sondern auch der obere Teil, also der Himmel. Der Himmel braucht jedoch nicht vom Drachen aus angefertigt zu werden, sondern man kann ihn vom Boden aus senkrecht nach oben fotografieren.
Schritt 3: Die beiden Bildhälften werden dann im Computer zu einem fertigen Bubble Panorama zusammengesetzt und in ein darstellbares Bildformat umgewandelt. Zur Betrachtung ist allerdings die Installation eines entsprechenden Viewers auf dem Computer erforderlich.
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