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Kiribati
 

Kiribati (kiribat.)
Republic of Kiribati (engl.)

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(Details) (Details)
Wahlspruch: te mauri, te raoi ao te tabomoa, "Health, Peace and Prosperity"
Amtssprachen Kiribati, Englisch
Hauptstadt Bairiki
Staatsform Präsidialrepublik
Staatspräsident Anote Tong
Landfläche 811 km²
Einwohnerzahl ca. 103.000 (Juli 2005)
Bevölkerungsdichte 127 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 663 EUR (2004)
Unabhängigkeit 12. Juli 1979
Währung Australischer Dollar
Zeitzone UTC +12 +13 +14
Nationalhymne Teirake Kaini Kiribati
Kfz-Kennzeichen KI
Internet-TLD .ki
Vorwahl +686
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Kiribati (früher Gilbert-Inseln) ist ein Inselstaat im Pazifik. Das Staatsterritorium erstreckt sich über eine Vielzahl von Inseln Mikronesiens und Polynesiens, die über ein weites Gebiet nördlich und südlich des Äquators verstreut liegen.

Mit 93 % gehört der Großteil der Bevölkerung dem christlichen Glauben (53 % dem Katholizismus, 41 % dem Protestantismus) an. Ab dem 6. Lebensjahr besteht eine neunjährige Schulpflicht. In der Hauptstadt Bairiki gibt es eine Universität die eine Außenstelle der University of the South Pacific mit Hauptsitz in Suva, Fidschi ist.

Nationalfeiertag ist der 12. Juli (Jahrestag der Unabhängigkeit).

Geographie


Das Territorium hat eine West-Ost-Ausdehnung von ca. 4.835 km (Luftlinie: Westlichste Insel Banaba bis zur östlichsten Insel Caroline Island) und eine maximale Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 1.973 km (Luftlinie: Nördlichste Insel Teraina (Washington Island) bis zur südlichsten Insel Flint) in einem Meeresgebiet von rund 5,2 Mio. km². Nach dieser Gesamtfläche gerechnet, über welche die Inseln verstreut liegen, wäre Kiribati noch vor Indien das siebtgrößte Land der Erde.

Das Staatsgebiet liegt grob gesagt auf der Hälfte des Weges zwischen Hawaii und Australien in der Mikronesischen Region des Südpazifik. Die Geographische Lage der Hauptstadt: . Zwischen den Gilbert- und Phönix-Inseln verläuft der 180. Längengrad und damit, bis Ende des Jahres 1994, die internationale Datumsgrenze. Um innerhalb des gesamten Staatsgebietes ein Datum verwenden zu können, wurde zum 1. Januar 1995 die Datumsgrenze so geändert, dass ganz Kiribati westlich davon liegt. Die östlichste der Linien-Inseln (Caroline Island) heißt seit 1. Januar 2000 »Millennium Island«, weil auf dieser Insel der erste Sonnenaufgang des 3. Jahrtausends beobachtet werden konnte.

Das Festland besteht aus 32 Atollen und der Vulkaninsel Banaba (Ocean Island). Die vier Hauptgruppen sind:

Der Großteil des Landes befindet sich weniger als zwei Meter über dem Meeresspiegel (große Ausnahme ist die Vulkaninsel Banaba mit gleichzeitig dem höchsten Punkt Kiribatis auf 81 Meter). Ein Report der Vereinten Nationen aus dem Jahre 1989 ermittelte Kiribati als eines der Länder, die im 21. Jahrhundert vollkommen verschwänden, wenn nichts geschähe, um dem globalen Klimawechsel entgegenzuwirken. Mitte 1999 wurde bekanntgegeben, dass zwei unbewohnte Korallenriffe überflutet wurden.

Eine Übersicht der wichtigsten Inseln; die Inseln tragen oft mehrere Namen:

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):

  1. Bairiki: 44.429 Einwohner
  2. Taburao: 3.822 Einwohner
  3. Bonriki: 3.711 Einwohner
  4. Buariki: 2.715 Einwohner
  5. Temaraia: 2.631 Einwohner

Siehe auch: Liste der Städte in Kiribati

Geschichte


Besiedelt wurden die Inseln, die später Kiribati bilden sollten, schon vor 2.000–3.000 Jahren von einer einzigen ethnischen Gruppe aus Mikronesiern. Folgende Einfälle von Samoanern, Fidschis und Tonganern fügte polynesische Elemente in die errichtete mikronesische Kultur ein, aber viele Mischehen führten zu einer Bevölkerung, die recht homogen ist in Erscheinung, Sprache und Tradition.

Einige der Gilbert-Inseln wurden 1765, andere 1788 von englischen Seefahrern entdeckt. Unter ihnen war auch Kapitän Thomas Gilbert, nach dem die Inselgruppe um 1820 herum vom deutsch-baltischen, in russischen Diensten stehenden Admiral Adam von Krusenstern und dem französischen Kapitän Louis Duperrey benannt wurde.

Im 19. Jahrhundert kamen Walfänger, Sklavenhändler und Händler in großer Zahl nach Kiribati. Der resultierende Umbruch schürte lokale Stammeskonflikte und die Europäer schleppten auch für die Einheimischen gefährliche europäische Krankheiten ein.

1837 kamen die ersten ständigen europäischen Siedler und 1857 begann die christliche Missionierung.

Im Bemühen um die Wiederherstellung von Ordnung, wurden die Gilbertinseln 1892 zusammen mit den nahen Ellice Islands zum britischen Protektorat erklärt. Banaba (Ocean Island) wurde 1901 nach der Entdeckung phosphatreicher Guanoablagerungen annektiert. Zusammen mit Fanning und Washington Island wurden sie 1916 zur britischen Kronkolonie. Die meisten der Linien-Inseln inklusive Weihnachtsinsel, der Phönix- und selbst der Tokelau-Inseln wurden über die nächsten 20 Jahre stückweise einverleibt.

1942–43 hielt Japan einen Teil der Inseln besetzt um mit ihnen einen Teil ihrer Inselverteidigung zu formen. Vom 20. bis 23. November 1943 war das Atoll Tarawa Schauplatz eines der heftigsten Kämpfe zwischen Japanern und US-Amerikanern im Pazifikkrieg. Diese Schlacht war für die Alliierten ein Wendepunkt in diesem Krieg.

In den 1960ern begann Großbritannien dann die Selbstverwaltung der Inseln auszuweiten. 1975 trennten sich die Ellice Islands von der Kolonie um den unabhängigen Staat Tuvalu zu gründen. Die Gilbert-Inseln erlangten 1977 interne Selbstverwaltung und wurden, nachdem im Februar 1978 landesweite Wahlen abgehalten wurden, am 12. Juli 1979 eine unabhängige Nation unter dem Namen Kiribati.

Mit der Unabhängigkeit gaben auch die Vereinigten Staaten alle Ansprüche auf die dünnbesiedelten Phönix-Inseln auf. Acht der elf Linien-Inseln wurden ebenfalls ein Teil des Kiribati-Territoriums.

1985 schloss sich der Inselstaat der atomwaffenfreien Zone des Südpazifiks an. Nachdem 1995 die französischen Atomtests wiederaufgenommen wurden, suspendierte Kiribati seine diplomatischen Beziehungen zu Frankreich. Im September 1999 wurde der Inselstaat in die UNO aufgenommen.

Politik


Das Parlament Kiribatis, genannt Maneaba ni Maungatabu, wird alle vier Jahre gewählt und besteht aus 42 Mitgliedern (40 gewählte Abgeordnete, ein bestelltes Mitglied von Banaba sowie einem Justizminister von Amts wegen). Der Staatspräsident ist gleichzeitig Regierungschef sowie Außenminister und wird te Beretitenti (gesprochen te pereseetensee) genannt.

Siehe auch: Liste der Präsidenten von Kiribati

Infrastruktur


Kiribatis Straßennetz hat eine Länge von 670 km. Die Haupthäfen sind Betio auf der Insel Betio sowie Bikenibeu auf der Insel Bonriki (beide sind Inseln des Tarawa-Atolls). Der internationale Flughafen Bonriki befindet sich im Norden der Insel Bonriki. Das Bairiki National Stadium ist das einzige Sportstadion des Staates und liegt auf der gleichnamigen Insel.

Wirtschaft


Kiribati verfügt über nur wenige natürliche Ressourcen. Die kommerziell interessanten Phosphatdepots waren zur Zeit der Erlangung der Unabhängigkeit erschöpft. Zumindest erhält der Staat noch Zinsen aus einem Fonds, den die Engländer bei ihrem Abzug 1979 als Kompensation für den totalen Abbau aller Phosphatvorkommen auf Banaba Island hinterlassen haben. Momentan stellt die Kopraproduktion und der Fischfang sowie der Anbau von Kokosnüssen die wichtigste Einnahmequelle dar.

Die Wirtschaft schwankte in den letzten Jahren stark und ihre Entwicklung wird beschränkt durch das Fehlen qualifizierter Arbeiter, schwache Infrastruktur und die Entfernung von den internationalen Märkten.

Seit 1967 besteht auf Betio, einer Insel im Hauptatoll Tarawa, eine Seemannsschule (Marine Training Center, MTC) Diese Schule befindet sich in Staatsbestz, wird jedoch von einem deutschen Schulleiter geleitet. Die ca. 150 Absolventen werden auf deutschen Handelsschiffen beschäftigt. Um die 2000 Kiribatis fahren so zur See.

Der Tourismus stellt mehr als ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts. Haupthandelspartner sind Australien, Japan, Neuseeland und die USA. Die ausländische Finanzhilfe, größtenteils aus Großbritannien und Japan, stellt eine entscheidende Ergänzung des BIP dar, es entsprach in den vergangenen Jahren etwa 25 % bis 50 % des BIP.

Weblinks


Kiribati | Land in Australien und Ozeanien | Staat | Mikronesien

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