Der Kirchliche Suchdienst mit seinen Heimatortskarteien wurde 1945, unmittelbar nach Kriegsende, von Caritas und Diakonie als Hilfsdienst für deutsche Flüchtlinge, Vertriebene, Spätaussiedler und deren Nachkommen gegründet.
In den umfangreichen Unterlagen des Kirchlichen Suchdienstes sind heute mehr als 20 Millionen Menschen aus den ehemaligen deutschen Ost- und Vertreibungsgebieten namentlich nach ihren ehemaligen Heimatwohnorten registriert. Die vorhandenen Informationen sind Schätze, auf die heute weder Staat noch Gesellschaft verzichten können. Neben den Personendaten sind auch Informationen zu den Familienstrukturen, zu Angehörigen, zum Wohnsitz vor und nach dem Zweiten Weltkrieg und in vielen Fällen auch Hinweise zum Schicksalsweg vorhanden. Die Unterlagen, die beim Kirchlichen Suchdienst zentral zusammenlaufen, werden regelmäßig aktualisiert, ergänzt und fortgeschrieben. Sie bilden die Basis für die hohe Erfolgsquote des Kirchlichen Suchdienstes, der mit seinen qualifizierten Auskünften jährlich bei über 20.000 Vorgängen hilft.
Der Kirchliche Suchdienst, das Auskunftsarchiv über den ehemaligen deutschen Osten leistet bei allen Fragen und Problemen im Zusammenhang mit Flucht und Vertreibung fachkundige Beratung, kompetente Unterstützung und direkte Hilfe.
Als amtlich anerkannte Auskunftsstelle unterstützt der Kirchliche Suchdienst in behördlichen Angelegenheiten, wie z.B.:
In vielen personenbezogenen Fragestellungen im Zusammenhang mit den Folgen des Zweiten Weltkrieges nimmt der Kirchliche Suchdienst die Aufgaben eines „Einwohnermeldeamtes der ehemaligen deutschen Ost- und Vertreibungsgebiete“ wahr.
Beim Kirchlichen Suchdienst befinden sich Unterlagen über die Gebiete:
Oberschlesien, Niederschlesien, Sudetengebiet, Slowakei, Danzig-Westpreußen, Pommern, Ostpreußen, Estland, Lettland, Litauen, UdSSR, Bessarabien, Bulgarien, Dobrudscha, Rumänien, Jugoslawien, Ungarn, Karpatoukraine, Mark Brandenburg, Wartheland
Suchdienstunterlagen sind z.B. Volkszählungsbücher, Gemeinde-Soll-Listen, Adressbücher von Städten und Landkreisen, Ortsbücher/Gemeindeverzeichnisse, Branchenbücher, Reichsadressbücher, Güterverzeichnisse, Telefonverzeichnisse, Pfarrverzeichnisse, Berufsverzeichnisse, Landkarten und Stadtpläne sowie Fachliteratur
Über die 1944 beim Postamt Berlin eingerichtete Nachforschungsstelle wurden den Heimatortskarteien 1950 rund 1,3 Millionen Feldpostbriefe und Kriegsgefangenenpost übergeben, die aufgrund der Flucht- und Vertreibungsereignisse nicht mehr zugestellt werden konnten. Über 120.000 dieser Original-Poststücke befinden sich noch beim Kirchlichen Suchdienst. Auch anhand dieser wichtigen Dokumente können Schicksalswege nachvollzogen werden.
http://www.kirchlicher-suchdienst.de/
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Kirchlicher Suchdienst".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world