Kirchhain ist eine deutsche Stadt im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen.
Geografie
Lage
Kirchhain befindet sich in
Mittelhessen im
Amöneburger Becken am Südostrand des
Burgwalds etwa 12 km östlich von
Marburg. Die Kernstadt liegt nur etwas oberhalb bzw. nordöstlich der Einmündung der
Wohra in die
Ohm.
Nachbargemeinden
Kirchhain grenzt im Norden an die Stadt
Rauschenberg, im Osten an die Stadt
Stadtallendorf, im Süden an die Stadt
Amöneburg und die Gemeinde
Ebsdorfergrund, sowie im Westen an die Stadt
Marburg und die Gemeinde
Cölbe (alle im Landkreis
Marburg-Biedenkopf).
Stadtgliederung
Neben der Kernstadt Kirchhain mit ca. 8.300 Einwohnern verteilen sich weitere 8.900 Einwohner auf die 12 Stadtteile:
|
| - Anzefahr
- Betziesdorf
- Burgholz
- Emsdorf
- Großseelheim
- Himmelsberg
|
|
- Kleinseelheim
- Langenstein
- Niederwald
- Schönbach
- Sindersfeld
- Stausebach, erstmals 1268 als Stuzenbach erwähnt.
Geschichte
Bereits zu prähistorischer Zeit kreuzte ein Netz von Fern- und Verbindungswegen das Gebiet, in dem später die Stadt Kirchhain gegründet wurde. Schon seit der frühen
Jungsteinzeit lassen sich dort fast kontinuierlich verschiedene Siedlungsepochen nachweisen. Der Höhepunkt des Siedlungsausbaues lag in der jüngeren
Eisenzeit (5. Jahrhundert v. Chr.). Erste territoriale Bildungen begannen jedoch erst im
12. Jahrhunderts n. Chr.
1146 wird die Siedlung erstmals urkundlich unter dem Namen „Werphloh“ erwähnt. Die Region gehörte seinerzeit zu den Landgrafschaften Hessen und Thüringen, während die benachbarte
Amöneburg und weite Teile des Umlandes im Besitz der Erzbischöfe von Mainz waren. Immer wieder kam es seit dieser Zeit zu Auseinandersetzungen zwischen den Mainzern und Hessen um die Landeshoheit. Ab dem
13. Jahrhundert förderten daraufhin die Landgrafen von Hessen den Ausbau Kirchhains als hessisches Bollwerk gegen das mainzische Amöneburg, um die Region kontrollieren zu können. Kirchhain entwickelte sich fortan zum wirtschaftlichen Zentrum des Amöneburger Beckens. Die
Stadtrechte hat Kirchhain vermutlich vor
1348 erlangt, als offizielles Stadtgründungsjahr wird jedoch mangels früherer urkundlicher Nachweise erst das Jahr
1352 angesehen.
Seit dem
15. Jahrhundert bildeten die wichtigen Handelsstraßen „
Lange Hessen“ und Köln-Leipziger-Handelsstraße in Kirchhain einen Straßenknoten und begünstigten damit die weitere wirtschaftliche Erschließung der Stadt. Die gute Verkehrsanbindung führte jedoch im
Dreißigjährigen Krieg dazu, dass Kirchhain einige Male besetzt wurde, zeitweilig Hauptquartier verschiedener Armeen war und damit unter der häufigen Einquartierung von Truppen zu leiden hatte.
1636 waren in und um die Stadt etwa 12.000-14.000 Soldaten untergebracht. Für die damalige Stadtbevölkerung von ca. 1.000 Einwohnern war dies eine enorme Belastung.
Ebenfalls unter den Kriegswirren zu leiden hatte Kirchhain im
Siebenjährigen Krieg, auch hier führte die gute Verkehrslage die Truppen immer wieder in die Stadt.
Von
1821 an war Kirchhain Kreisstadt des neugeschaffenen Verwaltungskreises Kirchhain, bis
1932 dieser mit dem Kreis Marburg zusammengelegt wurde.
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Bei der Kommunalwahl am 26. März 2006 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Städtepartnerschaften
Bauwerke
- Das Rathaus, Wahrzeichen der Stadt, wurde um 1450 in Fachwerk erbaut.
- Das Haus „Zum blauen Löwen“, erbaut 1612, Geburtshaus des Dichters Eberhard Werner Happel
- Evangelische Stadtkirche St. Michael aus dem 15. Jahrhundert
Bilder
Ohmbecken 3.jpg
Image:Kirchhain Gillhof.jpg|Stadtkirche St. Michael und Gillhof
Bild:Kirchhain_city_hall.jpg|Rathaus
Söhne und Töchter der Stadt
Weblinks
Ort in Hessen | Landkreis Marburg-Biedenkopf
Kirchhain | Kirchhain