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Wappen Karte
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Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Dresden
Landkreis: Weißeritzkreis
Geografische Lage:
Höhe: 666 m ü. NN
Fläche: 89,74 km²
Einwohner: 6.070 (31. Dezember 2005)
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01773
Vorwahl: 035056
Kfz-Kennzeichen: DW
Gemeindeschlüssel: 14 2 90 010
Stadtgliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Platz des Bergmanns 2
01773 Altenberg
Website: www.altenberg.de
Politik
Bürgermeister: Thomas Kirsten (Freie Wähler)

Altenberg ist eine Stadt in Sachsen, im Osterzgebirge an der B 170 zwischen Dresden und Prag, 5 km von der Grenze zu Tschechien entfernt. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Altenberg.

Geografie


Das Gemeindegebiet liegt im Osterzgebirge, dessen höchster Punkt sich mit dem Kahleberg (905 m über NN) auf dem Gemeindegebiet befindet. Im Gemeindegebiet entspringen die Weißeritz und die Müglitz. Während die Ortsteile Kipsdorf und Bärenstein im Weißeritztal bzw. Müglitztal auf ca. 400 m - 500 m Höhe liegen, liegt der Ortsteil Zinnwald-Georgenfeld auf über 800 m Höhe.

Stadtgliederung

Zur Stadt Altenberg gehören die 11 folgenden Ortsteile: Bärenfels, Bärenstein, Falkenhain, Hirschsprung, Kipsdorf, Oberbärenburg, Rehefeld-Zaunhaus, Schellerhau, Waldbärenburg, Waldidylle und Zinnwald-Georgenfeld.

Geschichte


Altenberg wurde um 1440 als Streusiedlung von Bergleuten nach dem Fund einer Zinnlagerstätte gegründet. Aufgrund der Ergiebigkeit der Lagerstätte entwickelte sich der Ort rasch zur wichtigsten Bergstadt im Osterzgebirge. Der wirtschaftliche Aufschwung führte bereits 1451 zur Verleihung des Stadt- und Marktrechtes. Als Stadt wird Altenberg 1489 als "uf dem Aldenberge" und 1534 als "zum Aldenbergk" erwähnt. Der Name wird als der (im Vergleich mit dem Berg und der Stadt Geising) "alte Berg" erklärt. Vom bis ins 20. Jahrhundert hinein wirtschaftlich prägend gebliebenen Bergbau zeugen heute noch die Altenberger Pinge, ein 1620 entstandenere Einsturztrichter, die Zinnwäsche (technische Schauanlage), eine der ehemals 13 Wäschen mit Pochwerken und Schüttelherden im Raum Altenberg-Geising-Zinnwald sowie der „Neubeschert-Glück-Stolln“, in dem die alten Abbauverfahren nachgestaltet sind.

Seit dem 18./19. Jahrhundert ergänzten verschiedene Heimarbeiten (Holzspielzeug- und Strohblumenproduktion) die Erwerbsmöglichkeiten im Bergbau. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Altenberg aufgrund der schneesicheren Lage und der guten Erreichbarkeit (1923 Anschluß an das Eisenbahnnetz) zum Wintersportzentrum im Osterzgebirge.

Am 7./8. Mai 1945 wurden 75% des Stadtzentrums durch Tieffliegerangriffe der Roten Armee auf nach Böhmen flüchtende deutsche Truppen zerstört.

In den 1950er Jahren begann der Ausbau des Kurwesens. Nachdem der Bergbau 1991 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt wurde, erfolgte ein noch stärkere Konzentration auf den Fremdenverkehr und das Erholungs- und Kurwesen.

Eingemeindungen

  • 1994: Zinnwald-Georgenfeld
  • 1994: Rehefeld-Zaunhaus
  • 1996: Oberbärenburg
  • 1996: Waldbärenburg
  • 1999: Bärenfels
  • 1999: Falkenhain
  • 1999: Waldidylle
  • 2004: Bärenstein

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1998 31. Dezember):

bis 18991900 bis 19992000 bis 2005
Datenquellen 1548/51: Hammermüller 1964 und Zühlke 1966; 1815: Zühlke 1966; 1764, 1834-1962: Hammermüller 1964; 1990-2005: Statistisches Landesamt Sachsen
1 darunter 228 besessene Mannen, 196 Inwohner 2 3. Oktober

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten


PICT6299.JPG | Kahlebergblick.jpg | Geisingberg.jpg | skiing_and_sleighing_in_altenberg.jpg | Bob.jpg

Museen und Ausstellungen

  • Bergbaumuseum Altenberg: Das 1957 eröffnete technische Museum befindet sich in einer ursprünglich im 16. Jahrhundert erbauten und nach Sanierung technisch wieder funktionsfähigen Zinnpochwäsche. Es zeigt in Verbindung mit dem 180 m langen Neubeschert-Glück-Stollen (aufgefahren 1802-49, Schaustollen seit 1971) den Weg des Zinns vom Abbau bis zur Aufbereitung.
  • Besucherbergwerk Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald in Zinnwald-Georgenfeld: Das 1992 eröffnete Besucherbergwerk erschließt den 1686 von der Adelsfamilie von Bünau aufgefahrenen Tiefe-Bünau-Stollen. Imposant ist vor allem die durch Feuersetzen entstandene Reichtroster Weitung. Der knapp 3 km lange Rundgang führt unter Tage bis an die deutsch-tschechische Grenze heran.
  • Bergbaumuseum Zinnwald: Das im Huthaus der Gewerkschaft Vereingt Zwitterfeld zu Zinnwald befindliche Bergbaumuseum informiert seit 1983 über die Orts- und Montanhistorie Zinnwalds.

Sport

  • Rennschlitten- und Bobbahn: erbaut 1982/83; 1.413 m lang; 17 Kurven; Höhenunterschied 122 m; Gefälle bis 15 %; Geschwindigkeiten bis 130 km/h fahrbar; Austragungsort von Europa- und Weltmeisterschaften in Bob, Rodel und Skeleton
  • Landesleistungssportzentrum (Mountainbike,Skeleton, Rennrodel, Bob, Biathlon)
  • Sommerrodelbahn
  • Skilifte
  • Loipennetz, Skihang mit Beschneiung
  • Naherholungsgebiet Galgenteiche mit Campingplatz und Riesenrutsche
  • Bäderlandschaft in der Rehaklinik „Raupennest“

Kulinarische Spezialitäten

  • Altenberger Kräuterlikörfabrik: seit 1842 Herstellung verschiedener Kräuterliköre mit so passenden Namen wie Knappenfeuer, Kufenwärmer, Pyramidenöl etc.

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

Altenberg liegt an der Bundesstraße 170, die Dresden über Zinnwald mit Nordböhmen und Prag verbindet. Diese Straße hat sich seit ihrem Bau in den 1840er Jahren zu einer der wichtigsten Verbindungen zwischen Sachsen und der Tschechischen Republik entwickelt. Als Europastraße 55 ist sie Teil des von Skandinavien nach Südosteuropa verlaufenden paneuropäischen Verkehrskorridors IV. Infolge der veränderten Wirtschaftsentwicklung nach der deutschen Wiedervereinigung sowie der EU-Osterweiterung hat sich ihr Verkehrsaufkommen insbesondere im Schwerlastverkehr stark erhöht. Dies liegt auch darin begründet, dass der Grenzübergang Zinnwald-Georgenfeld zwischen dem Vogtland (Bad Brambach) und der Oberlausitz (Neugersdorf) der einzige für den LKW-Verkehr uneingeschränkt nutzbare Übergang zwischen Sachsen und Böhmen ist. Er zeichnete sich nach dem Neubau der Abfertigungsanlagen (2001) durch sehr kurze LKW-Abfertigungszeiten (15 min) aus, was zusätzlichen Verkehr anzieht. Dadurch wurde Altenberg im Sommer 2005 von ca. 3.900 LKW pro Tag passiert. Dieser Durchgangsverkehr (etwa alle 22 s ein LKW) stellte eine große Belastung (Lärm, Gefahrenquelle etc.) nicht nur für Altenberg selbst, sondern auch für den Ortsteil Kipsdorf dar. Seit März 2006 ist deshalb die chronisch überlastete B 170 für den bergwärts fahrenden Schwerlastverkehr bis zur Inbetriebnahme der Bundesautobahn 17 Dresden – Prag (voraussichtlich Ende 2006) gesperrt.

Seit 1923 ist Altenberg Endpunkt der 38 km langen Müglitztalbahn, welche die Bergstadt durch das Müglitztal mit Heidenau und dem oberen Elbtal verbindet. Die Bahnstrecke hat einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung Altenbergs zum Wintersportzentrum im Osterzgebirge geleistet.

Ansässige Unternehmen

  • Rehaklinik „Raupennest“ (170 Beschäftigte)

Bildung

  • grenzüberschreitender Bergbaulehrpfad

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

  • Fritz Große (1904-1957), Widerstandskämpfer, DDR-Botschafter
  • Michael Rösch (1983), Olympiasieger mit der Biathlon-Herrenstaffel bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Balthasar Rösler (1605-1673), 1663-1673 Bergmeister und Markscheider in Altenberg
  • Max Braun (1913-1989), erfolgreicher Trainer im Biathlon, der Nordischen Kombination und im Spezialsprunglauf, lebte von 1947 bis zu seinem Tode 1989 in Altenberg

Literatur


  • Barsch, W. et. al. (1988): Das erzgebirgische Zinn in Natur, Geschichte, Technik. Altenberg
  • Blaschke, Karlheinz (1966): Die geschichtliche Entwicklung im Osterzgebirge. In: Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin * (1966): Östliches Erzgebirge. Werte der deutschen Heimat Bd. 10. Berlin, S. 187-193
  • Blaschke, Karlheinz (2003): Das Städtewesen vom 12. bis zum 19. Jahrhundert. Beiheft zur Karte B II 6 des Atlas zur Geschichte und Landeskunde von Sachsen (hrsg. von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und dem Landesvermessungsamt Sachsen). Leipzig/Dresden
  • Fritzsch, Erich / Kempe, Lothar (1981): Osterzgebirge. Leipzig
  • Gemeindeverwaltung Zinnwald-Georgenfeld * (1990): Zinnwald. Die Geschichte eines erzgebirgischen Bergbauortes. Zinnwald-Georgenfeld
  • Hammermüller, M. (1964): Um Altenberg, Geising und Lauenstein. Werte der deutschen Heimat Bd. 7. Berlin
  • Kamprath, Egbert (1999): Altenberg. Bilder einer Stadt. Dresden
  • KOMPASS Karten GmbH * (o. J.): Kompass-Wanderkarte 1027 Osterzgebirge (1: 50.000) mit Lexikon Osterzgebirge, Rum/Innsbruck
  • Landesvermessungsamt Sachsen * (1997): Topographische Karte 1:25.000. Blatt 38 Osterzgebirge – Altenberg. Ausgabe mit Wanderwegen. Dresden
  • Rat der Gemeinde Zinnwald-Georgenfeld * (1988): Bergbaugeschichtlicher Lehrpfad in Zinnwald-Georgenfeld. Zinnwald-Georgenfeld
  • Rat der Gemeinde Zinnwald-Georgenfeld * (1989): Heimatgeschichte Zinnwald. Zinnwald-Georgenfeld
  • Sächsisches Oberbergamt / Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie * (2002): Die Zinnlagerstätte Altenberg. Reihe Bergbau in Sachsen Bd. 9. Dresden
  • Schmidt, Otto Eduard (1927): Zur Siedlungsgeschichte der Flussgebiete der Müglitz und der Gottleuba. In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz Heft 9-12/1927. Dresden, S. 367-378
  • Schumann, Rudolf (2003): Manuskripte der Bergbaugeschichte des Osterzgebirges (hrsg. vom Knappenverein Altenberg e.V.). Kleinvoigtsberg
  • Zühlke, Dietrich (1966): Stadtsiedlungen im östlichen Erzgebirge. In: Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin * (1966): Östliches Erzgebirge. Werte der deutschen Heimat Bd 10. Berlin, S. 244-257

Weblinks


Erzgebirge | Ort in Sachsen

Altenberg | Altenberg

 

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