Es gibt einen Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Er wird von der Internationalen Coalition to stop the use of child soldiers mit Sitz in London veranstaltet und ist (noch) kein offizieller UN-Tag.
Kinder und Jugendliche sind in der Regel leichter zu rekrutieren als Erwachsene. Sehr viele werden zwangsweise zu Soldaten. Insbesondere Jugendliche schließen sich aber auch freiwillig den bewaffneten Gruppen an. In der Regel kommen Kindersoldaten aus den ärmsten Schichten der Bevölkerung, viele sind durch die Kriegsereignisse von den Eltern getrennt worden und suchen Schutz, es sind Kinder aus Flüchtlings- und Vertriebenenlagern, sowie Straßenkinder. Unter diesen Umständen wird der Krieg für die Jugendlichen nicht nur zur Chance, ihre Existenz zu sichern, er bringt ihnen auch soziale Anerkennung, sowie ein Machtgefühl, das ihnen als Unbewaffnete nie zuteil würde. Manche sinnen auf Rache, weil der Feind Vater oder Mutter getötet hat.
Nach Angaben der UNO von 1996 ("Impact of Armed Conflict on Children", so genannter Machel-Bericht) sind 300.000 Kinder unter Waffen an bewaffneten Konflikten beteiligt. Heute nach dem Ende einiger großer Bürgerkriege wie in Angola wird die Anzahl auf 250.000 geschätzt. Mehr als 50 bewaffnete Gruppen setzen sie ein, meist in Afrika. Fast jeder dritte Kindersoldat ist ein Mädchen. Etwa zwei Millionen Kinder sind zwischen 1990 und 2000 gefallen, schätzt Olara Ottuno, Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs für Kinder in bewaffneten Konflikten. Sechs Millionen sind zu Invaliden geworden, zehn Millionen haben schwere seelische Schäden erlitten.
Die Coalition to Stop the Use of child Soldiers hat 2004 einen Weltreport zu Kindersoldaten herausgebracht. Darin werden die Wehrgesetze aller Länder dokumentiert und diejenigen bewaffneten Gruppen benannt, die Kinder und Jugendlichen rekrutieren und im Kampf einsetzen. Der Bericht ist im Netz auf englisch unter http://www.child-soldiers.org einsehbar. Die umfangreiche Textdokumentation ist bei terre des hommes unter http://www.kindersoldaten.de ins Deutsche übersetzt.
Im UN-Fakultativprotokoll über Kinder in bewaffneten Konflikten (Fakultativprotokoll zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes betreffend die Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten) vom 25. Mai 2000 wurde vereinbart, dass Kinder unter 18 Jahren nicht zwangsweise eingezogen werden dürfen. Ausnahmen sind bei der Anwerbung von Freiwilligen für staatliche Streitkräfte zugelassen, die Altersgrenze für sie wurde auf Druck Großbritanniens, der USA, Russlands und Chinas auf 16 Jahre festgelegt. 101 Staaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, haben bisher dieses Zusatzprotokoll ratifiziert (Stand: September 2005).
Im Rom-Statut des Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wurde festgelegt, das die Rekrutierung von unter 15jährigen ein Kriegsverbrechen ist und verfolgt wird.
Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat in ihrer Resolution 182 festgelegt, dass es sich beim Einsatz von Kindern als Soldaten um eine der extremsten Formen von ausbeuterischer Kinderarbeit handelt. Dennoch gilt die Flucht der Minderjährigen vor Zwangsrekrutierung in der Bundesrepublik Deutschland nicht als Asylgrund, ehemalige Kindersoldaten bekommen in der Regel nur den schlechten Status einer Duldung. Eine ausführliche Dokumentation wurde von terre des hommes veröffentlicht, Titel "Ehemalige Kindersoldaten als Asylbewerber in Deutschland".
Eine weitere Ausstellung wurde von der Hilfsorganisation Terre des hommes organisiert. Sie lief vom 17. Juni bis zum 07. Juli 2003 in Münster mit dem Titel „Kinder in bewaffneten Konflikten“. Dort wurden 16 Plakate mit dem Thema „Kinder im Krieg“ ausgestellt, die Länderbeispiele aus der Projektarbeit von terre des hommes zum Thema Kinder im Krieg zeigten.
Aktuell gibt es eine Ausstellung in Wien, gestaltet von der Aktionsgruppe Kinderrechte von amnesty international Österreich, mit dem Titel "KindersoldatInnen / Kinder im Krieg". In acht Tafeln mit Photos und Texten wird auf die Lage der Kinder in (Bürger-)Kriegen eingegangen, mit Beispielen aus der Great Lake Region, Myanmar/Burma und Kolumbien und auch die Arbeit von ai und anderen Organisationen gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten dargestellt. Die Ausstellung ist als Sonderausstellung im "Foltermuseum" in Wien (6. Bezirk, Esterhazypark) zu sehen.
Der Dokumentarfilm "Lost children" über Kindersoldaten im Norden Ugandas ist in einigen deutschen Kinos zu sehen.
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