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Kinder des Olymp ist ein 1943-1945 von Marcel Carné gedrehter Spielfilm. Er gilt als herausragendes Beispiel des poetischen Realismus in Frankreich. Der Film erzählt die Beziehungen einer Frau zu vier Männern im Pariser Theatermilieu.

Handlung


Die vier Männerfiguren, von denen jedenfalls drei tatsächlich lebten, gruppieren sich um Garance, deren Schönheit und Anziehung sich niemand zu entziehen vermag. Die Handlung beginnt 1827.

Garance verlässt ihren Liebhaber, den Anarchisten und Gauner Lacenaire, und trifft auf den Pantomimen Debureau, der sich schlagartig in sie verliebt. Zunächst erwidert Garance seine Liebe, doch er ist nicht bereit, den letzten Schritt zu tun und muss so zusehen, wie sie sich mit dem selbstbewussten Schauspieler Lemaitre einlässt. Nachdem er sie gegen eine falsche Beschuldigung protegiert hat, verlässt Garance die Stadt letztendlich mit dem adligen Lebemann de Monteray.

Nach Jahren kehrt sie zurück und das Liebeskarussell dreht sich erneut. Lemaitre gelingt es als einzigem, sich emotional einfach zu lösen. Lacenaire tötet den Grafen de Monteray, um sich auf diese Weise von Garance zu befreien. Der mittlerweile verheiratete Debureau, unfähig sich auf rationalem Weg von seiner verzehrenden Liebe zu befreien, verlässt für Garance seine Frau und sein Kind. Als seine Frau ihn mit Garance entdeckt, flüchtet diese. Baptiste Debureau folgt ihr, aber im Gewühl des Straßenkarnevals taucht Garance unter und er verliert ihre Spur.

Anmerkungen


Ein wesentlicher Aspekt, der die Faszination des Filmes begründet, liegt in der Konsequenz der Handlung. Alle Männer, so unterschiedlichen Charakters sie auch sind, verhalten sich der Frau gegenüber auf die ihnen durch ihr jeweiliges Wesen vorgegebene Weise. Die vielschichtige und immer wieder abgebrochene und kommentierte Handlung folgt den fünf Personen, die aneinander gekettet sind und deren Schicksal sie nicht selber bestimmen können.

Dabei setzen die Filmemacher die Möglichkeiten des Mediums in einen spannungsvollen Kontrast zu dem Theater Funambules, auf dem die Schauspieler auftreten. Der Film erwies sich als einzigartiges Kunstwerk unter den schwierigen Umständen, unter denen er entstand. Seine Wirkung erzielt er auch heute noch. Technisch, psychologisch und inhaltlich hat er sich seine Einzigartigkeit bewahrt, deren man sich auch heute nicht entziehen kann.

Kritiken


  • Lexikon des Internationalen Films: Der Film gehört, wegen seiner großartigen filmischen Verwirklichung, seiner Schauspieler und der zutiefst menschlichen Geschichte, die er meisterhaft erzählt, zu den größten Erfolgen und kinematographischen Ereignissen des französischen Nachkriegskinos.
  • Reclams Filmführer: Eines der reifsten, schönsten Werke der französischen Filmkunst.

Literatur


  • Manfred Schneider: Die Kinder des Olymp - Der Triumph der Schaulust. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-596-24461-7
  • Almut Oetjen: Kinder des Olymp. Der Filmklassiker von Marcel Carne und Jacques Prevert. Wiedleroither, Stuttgart 1998, ISBN 3-923990-07-3

Weblinks


Filmtitel | Filmtitel 1945 | Französischer Film | Filmdrama | Schwarzweißfilm

Children of Paradise | Les Enfants du paradis | 天井桟敷の人々 | 天堂的孩子们

 

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