Kim Jong-il (* 16. Februar 1941, in Wjatskoje bei Chabarowsk; offiziell 16. Februar 1942, auf dem Paektu-san, Korea) ist der Vorsitzende der Nationalen Verteidigungskommission von Nordkorea, Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee und der Generalsekretär der Koreanischen Arbeiterpartei und damit faktisch der aktuelle Machthaber der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea). Kim Jong-il gilt aufgrund seiner uneingeschränkten Macht als Diktator.
In staatlichen nordkoreanischen Quellen steht vor oder hinter seinem Namen üblicherweise der Titel (widaehan) ryŏngdoja (; etwa „lieber Führer“).
Nach nordkoreanischer Lesart wurde Kim während der japanischen Besatzung Koreas in einem Widerstandslager am Fuße des Paektu-san geboren, des höchsten Berges Koreas. Das Ereignis wurde, so die offizielle Darstellung, von einem doppelten Regenbogen und einem heiligen Stern verkündet. Westliche Beobachter glauben allerdings, dass Kim in Wahrheit in einem sowjetischen Ausbildungslager im Dorf Wjatskoje bei Chabarowsk geboren wurde, wo er unter dem Namen "Juri Irsenowitsch Kim" (Юрий Ирсенович Ким), mit einem Patronym, das vom russifizierten Vornamen seines Vaters (Irsen) abgeleitet wurde, ins Geburtenregister eingetragen wurde. Seine Mutter Kim Jong-suk starb, als er noch ein Kind war. Seine Stiefmutter terrorisierte ihn regelrecht; sie wollte, dass nicht Kim die Nachfolge seines Vaters antrat, sondern eines ihrer leiblichen Kinder.
Nach dem Koreakrieg wurde Kims Vater Kim Il-sung Ministerpräsident und später Präsident Nordkoreas. Sein Sohn stieg derweil in der Hierarchie der kommunistischen Partei des Landes auf. 1974 wurde er offiziell zum Nachfolger seines Vaters ernannt. Er nahm den Titel Geliebter Führer an, und ein Personenkult entstand um ihn, der dem um seinen als Großen Führer (kor.: widaehan suryŏng; ) verehrten Vater gleichkam.
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1987 kam es zu einem Bombenanschlag auf eine südkoreanische Verkehrsmaschine, bei dem alle 115 Insassen ums Leben kamen. Kim Jong-il wird weithin verdächtigt, Drahtzieher des Anschlags gewesen zu sein.
Am 24. Dezember 1991 wird er Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee.
Als Kim Il-sung 1994 starb, übernahm Kim Jong-il wie geplant dessen Ämter. Am 8. Oktober 1997 wurde er zum Generalsekretär der Koreanischen Arbeiterpartei. Er ist auch Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskomission der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik.
Ab den achtziger Jahren war er lange Zeit nicht mehr im Ausland. Anfang Juni 2000 und im folgenden Jahr reiste Kim Jong-il mit einem Panzerzug nach China, 2001 außerdem weiter nach Russland.
Im April 2004 reiste er erneut nach China. Er hielt sich dort Medienberichten zufolge zu Beratungen über den Atomstreit seines Landes vor allem mit den USA und über Wirtschaftsreformen auf.
Dieser Lebensstil steht in starkem Kontrast zum Leben des einfachen Volkes, das von Hunger und Armut geprägt ist.
Einige seiner exzentrischen Eigenschaften sind gut dokumentiert. So hat er Flugangst und unternimmt Reisen nur in seinem privaten, gepanzerten Zug. Auch nutzt er Schuhe mit dicken Sohlen (Plateauschuhe), wahrscheinlich um seine geringe Körpergröße (ca. 1,60 Meter) zu kaschieren. Des Weiteren soll er ein riesiger Film-Fan sein. Es heißt, er besitze eine Privatvideothek von ca. 20.000 Filmen (zum Vergleich: Die bekannte kommerzielle Videothek "Filmgalerie 451" verfügt über ca. 10.000 Titel)
Gerüchte, nach denen Kim Jong-il vier Frauen haben soll, entsprechen wahrscheinlich nicht der Wahrheit.
Mann | Politiker (Nordkorea) | Staatsoberhaupt | Geboren 1941 | Geboren 1942
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