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Asia_minor_p20.jpg Kilikien (lat. Cilicia, dt. auch Zilizien) ist eine antike Landschaft im Südosten Kleinasiens. Sie entspricht in etwa den heutigen türkischen Provinzen Adana und Mersin.

Grenzen


Im Westen und Norden war es vom Taurusgebirge begrenzt, durch das Pässe nach Isaurien, Lykaonien und Kappadokien führten, darunter die berühmte Kilikische Pforte (Pylae Ciliciae) zwischen Tyana und Tarsos, durch welche Alexander der Große von Kappadokien her eindrang. Im Osten wurde es nur durch das niedrige Amanosgebirge von Syrien getrennt, mit dem es stets kulturell zusammenhing.

Untergliederung


Strabon (Geographie XIV 5,1.4) teilte Kilikien der Natur des Bodens nach in das „ebene“ Kilikien (Kilikia Pedias), die damals dicht bevölkerte und äußerst fruchtbare Küstenlandschaft, "die von Soloi und Tarsos bis Issos reichte, sowie das Gebiet, über dem auf der nördlichen Flanke des Tauros die Kappadokier wohnen" und das „gebirgige“ oder „rauhe“ Kilikien (Kilikia Tracheia, Tracheiotis) im Westen ein. Letzteres, von vielen Zweigen des Taurus durchzogen, bot namentlich für die berühmten kilikischen Ziegen gute Weideplätze dar und war später wegen seines vortrefflichen Schiffbauholzes lange ein Zankapfel zwischen den Seleukiden und Ptolemäern, bis es von Antiochos dem Großen erobert wurde. Die bedeutendsten Gebirgsflüsse waren außer dem eben genannten der Pyramos (Ceyhan), Saros (Seyhan) und Kalykadnos (Göksu).

Geschichte


Roemischeprovinzentrajan.png Bereits Hattušili I. (ca. 1565–1540) scheint die Kilikische Pforte kontrolliert zu haben, das Tiefland war als Adanyia ein unabhängiges Fürstentum. Teilweise stand es, wie auch das nördlich angrenzende Kizzuwatna, unter der Kontrolle von Hanigalbat. Nachdem Suppilulimas Verträge mit Kizzuwatna geschlossen hatte, konnte Mursili II. (1318–1290) Adanyia dem hetitischen Reich angegliedern. Kilikien war dann als Hilakku eine assyrische Provinz (erster schriftlicher Beleg 858 v. Chr,). Assurhaddon rühmt sich der Unterwerfung der Hilakku, eines Gebirgsvolkes, das die unzugänglichen Berge in der Nähe von Tabal bewohnt, "boshafte Hethiter, die sich auf ihre Berge verließen, und sich seit Menschengedenken keinem Joch unterworfen hatten."

Ab 607 v. Chr. war Kilikien unter der Dynastie des Syennesis selbständig. Dessen Nachfolger wurden Vasallen der Perser. Nach mannigfachem Wechsel der Herrschaft zwischen einheimischen Fürsten, persischen Satrapen, makedonischen, syrischen und ägyptischen Königen und zuletzt Mithridates VI. und Tigranes wurde Kilikien durch Pompeius, der die kilikischen Seeräuber besiegte, in seinem östlichen Teil eine römische Provinz, während die Bewohner des Hochlandes noch lange Zeit ihre Unabhängigkeit behaupteten. 51/50 v. Chr. war Cicero Statthalter der Provinz.

Im 7. Jahrhundert, im Zug der islamischen Expansion kam Kilikien an die Araber und wurde meist von Syrien aus regiert, wobei das Taurusgebirge die Grenze zum Byzantinischen Reich bildete.

Nach der Schlacht von Manzikert, die Kleinasien für die Seldschuken öffnete, konnte der armenische Statthalter Abul Gharib die Provinz auch ohne Unterstützung der Zentralregierung halten, doch ab 1080 begannen armenische Flüchtlinge zunächst im Taurus und Antitaurus, später auch in der Ebene, unabhängige Besitzungen einzurichten, die die Oberhoheit von Konstantinopel nicht mehr anerkannten. Unter der Oberhoheit der Rubeniden, später der Hethumiden entstand ein mehr oder weniger geeinigtes Reich, das meist Königreich Kleinarmenien genannt wird und sich bis Mitte des 14. Jahrhunderts halten konnte, meist als Verbündeter der Kreuzritter. Hauptstadt war Sis (heute Kozan).

Städte


Hauptstadt des antiken und byzantinischen Kilikien war Tarsos. Weitere namhafte Orte:

Strabon nennt die Festung Korakesion, Arsinoë, Hamaxia, Laertes, Selinous, Kragos, Charadrus, Kap Anemurion, Soloi, Nagidos, ein weiteres Arsinoë, Melania, Kelenderis, Holmoi, Seleukia am Kalykadnos, Korykos und die korykische Grotte, Elaioussa, Lamos, Issos und Olba.

Eine Liste der Befestigungen findet sich unter Liste der Burgen in Kleinarmenien.

siehe auch


Literatur


  • Friedrich Hild; Hansgerd Hellenkemper: Kilikien und Isaurien. Wien 1990 (Tabula Imperii Byzantini; 5) ISBN 3-7001-1811-2
  • J. G. Macqueen, the Hittites and their contemporaries in Asia Minor (London 1975).
  • Tassilo Schmitt: Provincia Cilicia. Kilikien im Imperium Romanum von Caesar bis Vespasian, in: Gegenwärtige Antike - antike Gegenwarten. Kolloquium zum 60. Geburtstag von Rolf Rilinger. München 2005, S. 189-222.
  • Susanne Pilhofer: Romanisierung in Kilikien? Das Zeugnis der Inschriften. München 2006 (Quellen und Forschungen zur Antiken Welt; 46) ISBN 3-8316-0538-6 *
  • Rykle Borger, Die Inschriften Asarhaddons, Königs von Assyrien (Graz, E. Weidner 1956). Archiv für Orientforschung Beiheft 9.

Weblinks


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