Schon ab 1280 hatte sich unter Kara Nogai Khan die Krim und die Südukraine erstmals verselbständigt, ein eigenes Khanat entstand zunächst noch nicht. Doch diese Autonomie endete schon wieder 1299 mit den Tod des Mongolen-Khans, während gleichzeitig Genua 1266 bzw. 1365 die Südküste der Halbinsel besetzte.
Das Khanat der Krimtataren war das einzige der Nachfolgereiche des Khanats der Goldenen Horde, welches über einen längeren Zeitraum existierte. In den folgenden Jahrhunderten unternahmen die Krimtataten immer wieder Raubzüge in die zu Polen-Litauen gehörende Ukraine und ins Gebiet Russlands. Die Krimtataren betrieben regen Sklavenhandel mit dem Osmanischen Reich, dessen Schutzherrschaft sie genossen, und wurden zum Hauptverbreiter bzw. Hauptvertreter des Islam in der Ukraine.
1624-28 erhob sich der Khan gegen den osmanischen Sultan, unterwarf sich dann aber wieder. 1699 eroberten die Russen die wichtige Hafenstadt Asow am gleichnamigen Meer, mussten sie allerdings 1711 zunächst wieder an Osmanen bzw. Krimtataren abtreten. Im Zuge eines russisch-türkischen Krieges 1736 unternahmen die Russen unter Feldmarschall Burkhard Christoph Graf von Münnich eine Strafexpedition auf die Krim, bei der die meisten Städte der Krimtataren, inklusive der Hauptstadt Bachtschissarai, niedergebrannt wurden. Eine Epidemie in den Reihen der Armee zwang die Russen jedoch zum Rückzug. Allerdings konnten die Russen nach dem siegreichen Krieg wieder Asow und Saporoschje behalten, damit besaßen sie wieder einen Zugang zum Schwarzen Meer.
Im Jahr 1758 erhoben sich die Nogaier und ersetzten den Khan. Nach dem Russisch-Türkischen Krieg von 1770-74 mussten die Osmanen im Frieden von Küçük Kaynarca die "Unabhängigkeit" der Krim anerkennen. Fortan setzte die russische Zarin je nach Belieben und Grad der Unterwürfigkeit die Khane ein oder ab. 1783 kam die Krim nach einem erneuten siegreichen Krieg gegen die Osmanen unter russische Herrschaft. Viele Krimtataren flohen in die Türkei, wo heute viele Nachkommen von ihnen leben.
Formal ließen die Russen das Khanat noch bis 1790/92 weiterbestehen, zudem hielten sich Rebellen im Kuban bis 1787. Teile der Krim wurden während des Krimkrieges von alliierten, d.h. auch nochmals türkischen Truppen kurzzeitig besetzt. Von dem Krimtataren Ismail Gaspirali ging im 19. Jahrhundert eine islamische Erneuerungsbewegung aus, siehe auch Islam in Russland.
Staat (historisch) | Tataren | Ukrainische Geschichte | Krim | Russische Geschichte | Islam | Türkische Geschichte
Кримско ханство | Khanat de Crimea | Crimean Khanate | Kanato de Crimea | クリミア・ハン国 | ყირიმის სახანო | 크림 한국 | Chanat krymski | Canato da Criméia | Hanatul Crimeii | Крымское ханство | Kırım Hanlığı | Кримське ханство
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Khanat der Krim".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world