Planierraupe.jpg]] Schneefraese-Mauterndorf1.jpge Schneefräse Bj. 1942, 16 to, 165 PS]]
Gleiskettenfahrzeuge oder Kettenfahrzeuge fahren auf eigenen Flach-Gliederketten (auch Gleisketten oder Raupenketten genannt). Zusammen mit dem motorischen Antrieb und dem Chassis haben sie ein sogenanntes Kettenlaufwerk.
Vorteile von Fahrzeugen mit Kettenlaufwerken gegenüber Radfahrzeugen sind zum einen die Verteilung ders Masse bzw. der Gewichtskraft des Fahrzeugs auf eine größere Fläche und damit eine Verringerung des Drucks auf den Untergrund. Zum anderen wird die Aufstandsfläche erheblich vergrössert und erfasst dabei in unebenem Gelände mehr Aufstandspunkte, wodurch das Fahrzeug eine gleichmässigere Fahrbewegung erreicht. Die Geländegängigkeit wird insgesamt erhöht.
Gleisketten für schnellere Fahrzeuge wie Kampfpanzer werden üblicherweise in der so genannten "lebenden" Ausführung verwendet, bei der die Kettenglieder mit Federkraft eine zusätzliche Vorspannung erhalten.
Heute gibt es auch Bauformen mit "Gummi-Ketten", sogenannten Laufbändern, die ähnlich wie eine Reifenlauffläche aufgebaut sind. Mehrere Lagen aus Gewebe und Stahl werden mit Reifengummi umspritzt und profiliert. Zuerst wurden diese Laufbänder bei den sog. Minibaggern eingesetzt, heute aber auch bei Ackerschleppern mit Raupenantrieb, so z.B. dem John Deere Typ T8000 und bei den CAT-Traktoren des AGCO-Konzerns. Die Vorteile sind eine wesentlich bessere Laufruhe des Laufbandes, höhere Geschwindigkeiten und Schonung des befahrenen Untergrundes. Der Nachteil kann ein wesentlich höherer Verschleiß bzw. eine geringe Lebensdauer sein.
Ein Kettenlaufwerk besteht aus folgenden Teilen:
Um die Zugspannung der Kette gering zu halten und die Gewichtskraft auf mehrere Punkte der Kette zu übertragen werden mehrere Laufräder eingesetzt. Zudem gleitet ein Kettenlaufwerk mit nur zwei Laufrollen sehr schwer um die Querachse.
Die Anzahl der Laufräder ist begrenzt durch ihren Umfang, da sie sich gegenseitig nicht berühren und auch nicht zu klein sein dürfen. Um mehr Laufräder verwenden zu können, mit denen eine gleichmäßigere Last, eine feinere Federung und eine bessere Konturanpassung erreicht wird, entwickelte man als Zwischenlösung zwischen Rollen- und Radlaufwerken Schachtellaufwerke mit überlappenden Laufrädern. Abwechselnd werden Einfachrollen und Doppelrollen verwendet, die den gleichen, sehr großen Durchmesser haben, wobei die Doppelrollen außen auf den Kettengliedern liegen und die Einfachrollen dazwischen fahren. Alternativ dazu gab es Laufwerke mit wechselweise versetzten Doppelrollen. Erreicht wird damit ein komplexes und schwer wartbares Laufwerk mit annähernd doppelter Anzahl großer Rollen, die wiederum einen großen Durchmesser haben und damit widerstandsärmer, aber auch mit höherer Belastung rollen. Die Bauform blieb im wesentlichen auf die Zeit des zweiten Weltkriegs beschränkt.
Wird die Kette getrennt von Vorlauf zurückgeführt, gestützt von Stützrollen, spricht man vom Rollenlaufwerk. Es ist die heute am meisten verbreitete Form. Verläuft der Rücklauf der Kette an der Oberseite der größeren Laufräder spricht man vom Radlaufwerk. Beide Bauformen haben spezifische Vor- und Nachteile.
Die Rollen oder Räder des militärischen Kettenlaufwerks sind gegenüber dem (zivilen) Drehgestell oder der Gehäusewanne federnd gelagert, um eine schnellere Fahrt auch im Gelände zu ermöglichen und die Belastung von Kette und Fahrwerk niedrig zu halten. Wurden anfangs kleine Federwege und viele, kleine Rollen an einem großen, starren Gestellträger verwendet, so beim "MK IV" und Churchill, finden sich heute im militärischen Bereich große Federwege und vergleichsweise große Rollen. Bei langsamlaufenden Kettenlaufwerken, etwa bei Fördermaschinen im Tagebau oder Baumaschinen, entfällt die Federung teils ganz.
Die technische Grenze ist erreicht, wenn das Laufwerk für seine praktische Anwendung zu aufwändig und zu schwer wird. Die letzten Panzergenerationen Deutschlands im 2. Weltkrieg verwendeten daher nur keine verschachtelte Laufwerke, die Panzer waren zu schwer geworden, auch war Stahl nur noch begrenzt vorhanden. Die Panzer der Puma-Generation brauchten zum Verladen auf Züge einen Satz schmalere Laufketten, da sie sonst nicht mehr auf Transportwaggons gepasst hätten. Aufwendigere Kettenlaufwerke haben einen geringeren Rollwiderstand, dagegen durch das größere Gewicht einen höheren Treibstoffverbrauch.
Das Antriebsrad des Laufwerks befördert die Kettenglieder in Fahrtrichtung vorwärts, wobei der Rest des Fahrzeugs auf den Lauf- und Führungsrädern mitgezogen wird. Die Kettenantriebe jeder Seite können unabhängig voneinander, bei einigen Bauformen sogar gegenläufig angetrieben werden. Dadurch ist es bei den Lenkungsbauformen 2 und 3 (siehe unten) möglich, auf der Stelle zu drehen.
Der Bremsweg eines modernen Kampfpanzers ist vor allem durch die Kraftverteilung auf eine große Fläche oft gleich oder kürzer als bei einem Sportwagens mit gleicher Geschwindigkeit. Umgekehrt steigt die übertragbare Zugkraft vor allem auch bei schlechten Bodenverhältnissen. Einen ähnlichen Effekt erreicht man durch die in den 60er Jahren durch die Bundeswehr erprobte Lauster-Achse.
Namhafte deutsche Hersteller von Kettenfahrzeugen waren bzw. sind: Demag Hanomag (heute Komatsu), Stock, LHB, Lanz, Deutz AG, Famo.
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