Ein Kettenblatt ist das vordere Zahnrad eines Fahrradantriebes. Die Anzahl der Kettenblätter hängt vom Typ der Schaltung und vom Einsatzgebiet des Fahrrades ab. Neben Fahrrädern mit fester Übersetzung (Eingangrad) haben solche mit Nabenschaltung ein Kettenblatt. Bei Fahrrädern mit Kettenschaltung gibt es meistens zwei oder drei Kettenblätter. Zwischen den Kettenblättern wird die Kette mittels eines Umwerfers geschaltet.
Zur Bestimmung des "Raumgewinns", d. h. der Strecke, die man mit einer Kurbelumdrehung zurücklegt, ist im Radsport wie im Alltagsgebrauch des Fahrrades die Kenntnis der Größe des Kettenblatts und des Ritzels nicht ausreichend. Vielmehr muss zur Bestimmung der sogenannten Ablauflänge bei einer Kurbelumdrehung die Größe des Hinterrades und damit der Umfang dieses Rades berücksichtigt werden.
Die Ablauflänge L bestimmt sich dann aus allen drei Größen als
Noch bis in die 60er Jahre wurde aus diesem Grund der sog. "Stufenkranz" verwendet. Bei dieser Variante "griffen" die Übersetzungen des kleinen Kettenblatts in die Lücken, die durch die 2-Zähne-Abstufung des Ritzelpakets bei Verwendung des großen Kettenblatts entstanden.
Heute dagegen werden Ritzelpakete verwendet, bei denen die Ritzelabstufung jeweils eine Differenz von einem Zahn aufweist und sich das Übersetzungsspektrum des kleinen Kettenblatts bei Vernachlässigung der nicht gangbaren Übersetzungen mit einem kleinen Überschneidungsbereich an das des großen Blatts anschließt. Aus diesem Grunde wird im Straßenradsport heute fast ausschließlich die Kettenblatt-Kombination 53/39 verwendet. Mit einer Ritzel-Kassette, die bspw. die Ritzel 11-12-13-14-15-16-17-18-19-21 hat, schließt sich so an die letzte gangbare Übersetzung 53/18 mit einem Übersetzungs-Quotienten von 2,94 die Übersetzung 39/14 mit einem Quotienten von 2,79 an – im Überschneidungsbereich sind die Übersetzungen 53/19 und 39/14 mit 2,789 bzw. 2,786 sowie 53/18 und 39/13 mit 2,94 bzw. 3,00 nahezu identisch. Der verbleibende Überschneidungsbereich ist durchaus gewollt, weil sich dadurch der doppelte Schaltvorgang (Kettenblatt- und Ritzelwechsel) in bestimmten Rennsituationen vermeiden lässt.
| Kurbeltyp | Lochmaß | kleinstes Kettenblatt |
|---|---|---|
| Campagnolo (alt) | 85 mm | 41 Zähne |
| Campagnolo (neu) | 79 mm | 39 Zähne |
| Shimano | 76 mm | 38 Zähne |
| Stronglight (SUP) | 72 mm | 36 Zähne |
| MTB Standard | 65 mm | 34 Zähne |
| Microdrive Shimano | 58 mm | 32 Zähne |
| Microdrive Suntour | 56 mm | 32 Zähne |
| SR/Sugino | 50 mm | 28 Zähne |
| MTB kleines Blatt | 43 mm | 24 Zähne |
| Microdrive Shimano | 34 mm | 20 Zähne |
| Microdrive Suntour | 33 mm | 20 Zähne |
Tatsächlich gibt es ernstzunehmende physikalische Gründe:
Alles weitere, was in Radsportlerkreisen über das große Kettenblatt diskutiert wird, ist jedoch entweder auf den Mythos oder auf bestimmte, gängige Schaltpraxis (z.B. Vermeidung des doppelten Schaltvorgangs, vgl. oben) zurückzuführen. Ausdrücke wie „Kette rechts!“ (das große Kettenblatt ist rechts), „das große Blatt drinstehen lassen“ usw. und die Tatsache, dass viele Sprinter die in das Kettenblatt eingestanzte Zähnezahl herauszufeilen pflegten, geben Zeugnis, dass hier psychologische Faktoren eine gewichtige Rolle spielen.
Gangschaltung, Kettenschaltung, Kettenblattgarnitur.
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