Eine Kernreaktion ist ein physikalischer Prozess, bei dem durch Zusammenstoß eines Atomkerns mit einem anderen Kern oder Teilchen mindestens ein Kern in ein anderes Nuklid und/oder in freie Nukleonen umgewandelt wird. Aus der Gültigkeit des Impulserhaltungssatzes und des Energieerhaltungssatzes für jeden Stoßvorgang ergeben sich bestimmte Eigenschaften und Beschränkungen der Teilchenbewegungen (siehe Kinematik).
Um Kernreaktionen zu benennen, bedient man sich oft der folgenden kurzen Schreibweise:
Ausgangskern (Projektil, Ejektil) Endkern
"Projektil" bezeichnet dabei das auslösende Teilchen, das dazu mit meist relativ hoher kinetischer Energie den Kern treffen muss. "Ejektil" steht für das oder die entstehende(n) Teilchen/Kerne außer dem Endkern.
Beispiele:
Ein Sonderfall ist die Kernspaltung. Eine bestimmte Spaltungsreaktion (z.B. die erste bekannte, von Otto Hahn und Mitarbeitern entdeckte) lässt sich als 235U(n, 95Kr)140Ba schreiben. Wenn jedoch - wie in der Praxis häufig - nicht interessiert, welches der vielen möglichen Paare von Spaltprodukten entsteht, wird einfach 235U(n,f) geschrieben (f für engl. fission, Spaltung). Ausführlicher können Kernreaktionen analog einer chemischen Gleichung geschrieben werden:
Ausgangskern + Projektil -> Endkern + Ejektil + Q
Q (manchmal auch weggelassen) steht für die Energietönung. Das dritte der oben genannten Beispiele, der Brutprozess im Blanket eines Fusionsreaktors, lautet so geschrieben:
Reacció nuclear | Nuclear reaction | Procesos nucleares | Réaction nucléaire | Reaksi nuklir | 原子核反応 | Branduolinė reakcija | Kernreactie | Reação nuclear | Ядерная реакция
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"Kernreaktion".
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