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Urfttalsperre Kermeter.JPG Der Kermeter ist ein Höhenzug in der Nord-Eifel, der an seiner höchsten Stelle 525 m ü.NN. erreicht. Ihn bedeckt ein etwa 33 km² großes Waldgebiet, das eines der größten geschlossenen Laubwaldgebiete des Rheinlandes darstellt.

Lage


Begrenzt wird der Kermeter im Norden und Westen von der Rurtalsperre (um 300 m) und dem Rur-Tal bei Heimbach, im Süden von Obersee, Urfttalsperre und Urftsee, und im Osten läuft er aus über Wolfgarten nach Gemünd. Er liegt seit dem 1. Januar 2004 komplett auf dem Territorium des Nationalparks Eifel.

Landschaft und Natur


Kermeter Südhang.JPG Der Kermeter umfasst eine Fläche von 3592 ha. Davon sind ca. 3300 ha ein geschlossenes Waldgebiet (der so genannte Kermeter-Hochwald). An den schattigen, feuchten Nordhängen dominieren Buchenwälder (24 %) mit stellenweise über 200 Jahre alten Exemplaren. An den sonnigen, trockenen Südhängen sind Eichenwälder vorherrschend (26 %), von Felsheide durchbrochen. Fast die Hälfte des Waldgebiets wird, als Folge von Wiederaufforstungsmaßnahmen nach dem Zweiten Weltkrieg, zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch von Fichten eingenommen. Jedoch ist langfristig geplant, den Fichtenbestand zu Gunsten der Laubwälder zu reduzieren.

Bereits vor der Gründung des Nationalparks hat der Naturpark Hohes Venn-Eifel einige Bereiche des Hochwalds sich selbst überlassen: Bäume im hiebsreifen Alter lässt man stehen (Altholz); umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste werden nicht mehr abtransportiert (Totholz). Von der Nationalparkverwaltung wird diese Strategie systematisch fortgesetzt, und breite Flächen des Kermeters sollen im Laufe der nächsten Generationen in einen Urwald-ähnlichen Zustand zurückgeführt werden. Totholz bietet Moosen, Flechten, Pilzen und über 2000 Insektenarten Lebensräume. Diese wiederum dienen Baumläufer, Kleiber, Schwarzmilan, Buntspecht und dem seltenen Mittelspecht als Nahrungsgrundlage.

Das Rotwild am Kermeter soll nach den Plänen der Nationalparkverwaltung in Zukunft nicht mehr gejagt, sondern durch großflächige Einzäunung reguliert und damit zugleich für den Menschen auf ausgesuchten Gebieten „erlebbar“ gemacht werden. Auch seltene Tierarten wie Wildkatze und Uhu kommen am Kermeter vor.

Waldlichtungen und Bachufer sind von Hochstaudenfluren und Pfeifengras-Wiesen begleitet.

Infrastruktur


Kermeter Paulushof.JPG Der Kermeter liegt auf dem Gebiet der drei Eifel-Gemeinden Heimbach, Simmerath und Schleiden.

Von Heimbach führt eine Straße südlich in Serpentinen aufwärts über die Abtei Mariawald auf die Kermeterhöhe (ca. 5 km) und wieder abwärts über Wolfgarten nach Gemünd (ca. 9 km). Ca. 2 km nördlich von Wolfgarten geht ein Abzweig nach Nordwesten quer über den Kermeter-Hochwald hinunter zum Rursee-Staudamm Schwammenauel. Dabei werden mehrere Wanderparkplätze durch die Verbindungsstraße berührt (Haus Kermeter, Titzbruchwiese, Alte Buchen, Verbrannter Berg, Lichtschneise, Paulushof).

Der westliche Kermeter ist nur mit dem Fahrrad befahrbar und über Wanderwege begehbar. Der nördliche Abhang hinunter an die Buchten des Rursees war schon in den 1960er Jahren vom Eifelverein kartographiert und durch Wanderwege, Rastplätze (Paulushof), einen Waldlehrpfad, Aussichtspunkte (Hirschley) und geologische Erläuterungen von Schiefer- und Grauwacke-Formationen aus dem Devon erschlossen. Durch eine Anlegestelle der Rursee-Linienschifffahrt ist das Kermeterufer mit Woffelsbach, Rurberg sowie dem Staudamm Schwammenauel verbunden.

Bis zum 1. Januar 2006 lag der südwestliche Abhang über dem Obersee auf dem Terrain des Truppenübungsplatzes Vogelsang; die Wanderwege hinunter zur Urfttalsperre waren nur an Wochenenden und Feiertagen geöffnet und der Südausläufer über dem Urftsee für Zivilisten voll gesperrt. Im Zuge der Neustrukturierung des Gebietes rund um die Ordensburg Vogelsang nach Abzug der Belgier am 1. Januar 2006 beabsichtigt die Nationalparkverwaltung in den nächsten Jahren eine Ausweitung des Wanderwegenetzes in den bisher unzugänglichen Gebieten.

Der Kermeterstollen von 1905 leitet das Wasser der Urfttalsperre auf kürzestem Wege unterirdisch quer durch den Kermeter auf fast 3 km Länge zum Kraftwerk Heimbach am Ablauf der Rur.

Sehenswertes am Kermeter


  • Die Abtei Mariawald ist das einzige noch bestehende Trappisten-Kloster in Deutschland.
  • Auf dem 1953 angelegten Soldatenfriedhof Mariawald mit Ehrenmal liegen 414 Gefallene aus dem Zweiten Weltkrieg begraben.
  • Die mühsam zugänglichen Mauerruinen am Tonsberg (Rursee-Halbinsel am Kermeter-Nordufer, Nähe Schwammenauel) erscheinen auf älteren Eifelvereinskarten als Römische Befestigung; jedoch konnte ein antiker Ursprung bisher nicht nachgewiesen werden. Die Funktion der Baulichkeiten, die möglicherweise erst aus dem Mittelalter stammen, ist unklar.
  • Vom Mittelalter an sind auf dem Kermeter bis Mitte des 20. Jahrhunderts über 1000 Kohlenmeiler nachweisbar. Erkennbar sind heute nur noch flache, halbkreisförmige Stellen, die, wenn man unter dem Laub gräbt, schwarze Holzkohle-Reste frei geben. Diese Holzkohle wurde im Zusammenhang mit der Eisenverhüttung im Schleidener Raum gebraucht. Ein rekonstruierter Kohlenmeiler, versehen mit Erläuterungen über die Arbeit der Köhler, ist in der ständigen Ausstellung des Nationalparktors Gemünd zu besichtigen.

Literatur


  • F. Köhler: Käferfauna in Naturwaldzellen und Wirtschaftswald. Vergleichende Untersuchungen im Waldreservat Kermeter in der Nordeifel. Schriftenreihe LÖBF/LAfAO NRW, Bd. 6, Recklinghausen
  • Maria Pfeifer u.a.: Nationalpark Eifel. ThemenTouren. Bachem-Verlag, Köln 2004, 1. Aufl.
  • Herbst im Buchenwald. Kölner Stadtanzeiger vom 29. Oktober 2002

Weblinks


Berg in Nordrhein-Westfalen | Eifel | Kreis Düren | Waldgebiet in Deutschland

 

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