Urfttalsperre Kermeter.JPG Der Kermeter ist ein Höhenzug in der Nord-Eifel, der an seiner höchsten Stelle 525 m ü.NN. erreicht. Ihn bedeckt ein etwa 33 km² großes Waldgebiet, das eines der größten geschlossenen Laubwaldgebiete des Rheinlandes darstellt.
Bereits vor der Gründung des Nationalparks hat der Naturpark Hohes Venn-Eifel einige Bereiche des Hochwalds sich selbst überlassen: Bäume im hiebsreifen Alter lässt man stehen (Altholz); umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste werden nicht mehr abtransportiert (Totholz). Von der Nationalparkverwaltung wird diese Strategie systematisch fortgesetzt, und breite Flächen des Kermeters sollen im Laufe der nächsten Generationen in einen Urwald-ähnlichen Zustand zurückgeführt werden. Totholz bietet Moosen, Flechten, Pilzen und über 2000 Insektenarten Lebensräume. Diese wiederum dienen Baumläufer, Kleiber, Schwarzmilan, Buntspecht und dem seltenen Mittelspecht als Nahrungsgrundlage.
Das Rotwild am Kermeter soll nach den Plänen der Nationalparkverwaltung in Zukunft nicht mehr gejagt, sondern durch großflächige Einzäunung reguliert und damit zugleich für den Menschen auf ausgesuchten Gebieten „erlebbar“ gemacht werden. Auch seltene Tierarten wie Wildkatze und Uhu kommen am Kermeter vor.
Waldlichtungen und Bachufer sind von Hochstaudenfluren und Pfeifengras-Wiesen begleitet.
Von Heimbach führt eine Straße südlich in Serpentinen aufwärts über die Abtei Mariawald auf die Kermeterhöhe (ca. 5 km) und wieder abwärts über Wolfgarten nach Gemünd (ca. 9 km). Ca. 2 km nördlich von Wolfgarten geht ein Abzweig nach Nordwesten quer über den Kermeter-Hochwald hinunter zum Rursee-Staudamm Schwammenauel. Dabei werden mehrere Wanderparkplätze durch die Verbindungsstraße berührt (Haus Kermeter, Titzbruchwiese, Alte Buchen, Verbrannter Berg, Lichtschneise, Paulushof).
Der westliche Kermeter ist nur mit dem Fahrrad befahrbar und über Wanderwege begehbar. Der nördliche Abhang hinunter an die Buchten des Rursees war schon in den 1960er Jahren vom Eifelverein kartographiert und durch Wanderwege, Rastplätze (Paulushof), einen Waldlehrpfad, Aussichtspunkte (Hirschley) und geologische Erläuterungen von Schiefer- und Grauwacke-Formationen aus dem Devon erschlossen. Durch eine Anlegestelle der Rursee-Linienschifffahrt ist das Kermeterufer mit Woffelsbach, Rurberg sowie dem Staudamm Schwammenauel verbunden.
Bis zum 1. Januar 2006 lag der südwestliche Abhang über dem Obersee auf dem Terrain des Truppenübungsplatzes Vogelsang; die Wanderwege hinunter zur Urfttalsperre waren nur an Wochenenden und Feiertagen geöffnet und der Südausläufer über dem Urftsee für Zivilisten voll gesperrt. Im Zuge der Neustrukturierung des Gebietes rund um die Ordensburg Vogelsang nach Abzug der Belgier am 1. Januar 2006 beabsichtigt die Nationalparkverwaltung in den nächsten Jahren eine Ausweitung des Wanderwegenetzes in den bisher unzugänglichen Gebieten.
Der Kermeterstollen von 1905 leitet das Wasser der Urfttalsperre auf kürzestem Wege unterirdisch quer durch den Kermeter auf fast 3 km Länge zum Kraftwerk Heimbach am Ablauf der Rur.
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