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Die Kerguelen * sind eine subantarktische Inselgruppe im Indischen Ozean, nördlich des antarktischen Kontinents. Sie liegen etwa 1.280 km östlich der Crozetinseln und 425 km nordwestlich der Heard- und McDonald-Inseln. Die Kerguelen sind Teil des französischen Süd- und Antarktisterritoriums. Sie sind, mit Ausnahme der vorhandenen Forschungsstation, unbewohnt.
Die Inselgruppe bildet, wie so viele der subantarktischen Inseln, eine der abgelegensten Regionen der Welt, die bis heute nur auf dem Seeweg erreichbar ist, denn bislang wurde keine Landebahn für Flugverbindungen zum Festland errichtet. Von November bis März läuft das Forschungs- und Versorgungsschiff "Marion-Dufresne" von Réunion aus die Kerguelen, die Crozetinseln und die Inseln Saint-Paul und Amsterdam an. Die Überfahrt dauert im Schnitt 8-10 Tage.
Der Rückgang der Gletscherflächen seit dem Ende der letzten Eiszeit hat zahlreiche, sehr lang gestreckte Seen hinterlassen, wie z. B. den Lac d’Entr’Aigues (9 km²), den Lac Bontemps (7 km²), den Lac Hermance (6 km²) sowie den Lac Sibelius (alle im Plateau Central zwischen Halbinseln Courbet und Jeanne d’Arc). Der flächenmäßig größte See ist mit 25 km² der Lac Marville am nordöstlichen Ende der Halbinsel Courbet. Die abnehmenden Eisflächen haben zudem von vielfach verzweigten Flüssen durchzogene, weite sandige Talflächen hinterlassen, die sich vor allem auf der Halbinsel Rallier du Baty und um die Ausläufer des Cook-Gletschers erstrecken.
Insgesamt umfasst der Archipel etwa 400 Inseln und bis zu 500 Klippen, von denen neben Grande Terre (Große Erde) die Île Foch im nördlichen Teil der Inselgruppe die größte ist. Die Küsten sind überwiegend steinig und von steilen Abhängen eingerahmt, die im Durchschnitt bis zu 200 m aufragen, teilweise aber sogar Höhen um 800 m erreichen können, wie am Cap des Aiguilles (dt. Nadelkap) und am Cap du Challenger (beide an der Südküste der Halbinsel Jeanne d’Arc).
| Halbinsel | |
|---|---|
| 1 | Péninsule Courbet |
| 2 | Péninsule Rallier du Baty |
| 3 | Péninsule Gallieni |
| 4 | Péninsule Loranchet |
| 5 | Presqu'île Jeanne d'Arc |
| 6 | Presqu'île Ronarc'h |
| 7 | Presqu'île de la Société de Géographie |
| 8 | Presqu'île Joffre |
| 9 | Presqu'île du Prince de Galles |
| 10 | Presqu'île du Gauss |
| 11 | Presqu'île Bouquet de la Grye |
| 12 | Presqu'île d'Entrecasteaux |
| 13 | Presqu'île du Bougainville |
| 14 | Presqu'île Hoche |
| Insel | |
|---|---|
| 1 | Île Foch |
| 2 | Île Saint-Lanne Gramont |
| 3 | Île du Port |
| 4 | Île de l'Ouest |
| 5 | Île Longue |
| 6 | Île Howe |
| 7 | Île Mac Murdo |
| 8 | Île Australia |
| 9 | Îles Nuageuses | (Île de Croÿ, Île du Roland)
| 10 | Îles Leygues | (Île de Castries, Île Dauphine)
| 11 | Îles du Prince de Monaco |
| 12 | Île Violette |
| 13 | Île Haute |
| 14 | Île Gaby |
| 15 | Île Altazin |
Auffällig ist vor allem die stark zerklüftete Gestalt der Insel mit einer im Verhältnis zur Gesamtgröße übermäßig langen Küstenlinie von 2.800 Kilometern, die ein zerschnittenes Gebilde aus mehreren gewaltigen Ausläufern in Form von Halbinseln - die teilweise nur durch äußerst schmale Isthmen mit der Hauptinsel verbunden sind - und dem Festland vorgelagerten Inseln bildet. Aufgrund der zerklüfteten Küstenlinie ist kein Ort auf der Insel weiter als 21 Kilometer vom Meer entfernt.
Die sich über 54 Kilometer erstreckende Courbet-Halbinsel wird im Norden vom Golfe des Baleiniers (dt. Walfängerbucht) und im Süden von der weiten, durch etwa fünfzig größere und kleinere Inseln (z. B. Île Australia, Île Haute) zergliederten Bucht des Golfe du Morbihan begrenzt. Der Golfe du Morbihan (700 km²) ist vom rauen Klima des Archipels relativ geschützt und besitzt mit der bis zu acht Kilometer breiten Meeresstraße der Passe Royale einen Zugang zum Indischen Ozean.
Die Halbinsel trägt den Namen des französischen Admirals Amédée-Anatole Courbet (1828–1885).
Die geschützte Lage bedingte die Einrichtung der permanenten französischen Forschungsstation Port-aux-Français am Golfe du Morbihan im Jahre 1949. Bis 1976 kam es zu Erweiterungen der Station, die der umfassenden wissenschaftlichen Erforschung der Insel dient. Zudem befinden sich innerhalb der Station auch eine Kirche (Notre-Dame des Vents) sowie ein Krankenhaus. Etwa 60 Menschen leben und arbeiten das ganze Jahr über in der Station, während des Sommers (Dezember bis März) liegt die Zahl der Beschäftigten bei annähernd 120 Personen. In und um die Station verlaufen einzelne Schotterstrecken, die einzigen Straßen der Insel.
Am Südrand fällt die Halbinsel in einer mit zahlreichen Klippen und Felsnadeln (Les 3 Swains) gesäumten Steilküste zum Meer hin ab und endet am Cap du Challenger im südlichsten Punkt der Hauptinsel. Die höchsten Erhebungen bilden der Mont Tizard (844 m) an der Baie des Licornes und der Mont Evans (718 m) an der Baie Sauvage (dt. Wilde Bucht). Im Osten begrenzt die Halbinsel die Baie des Swains mit den zwei größeren Inseln Île Altazin und Île Gaby.
Am Nordwestende der Halbinsel liegt Port-Jeanne d’Arc, eine 1908 von norwegischen Walfängern gegründete Fang- und Verarbeitungsstation. Die heute völlig verfallene Siedlung besteht aus vier Wohngebäuden mit Wellblechdächern und Holzwänden, einem Stall, mehreren Heizkesseln und anderen technischen Anlagen. Eines der Wohngebäude wurde 1977 restauriert.
Die Halbinsel wurde nach dem französischen Admiral Pierre Alexis Ronarc'h (1865-1940)benannt.
Benannt wurde die Halbinsel nach Joseph Simon Gallieni (1849-1916), einem französischen Kriegsminister und Militärgouverneur von Paris im Ersten Weltkrieg.
Die Halbinsel trägt den Namen der Brüder Henri und Raymond Rallier du Baty (1881-1978), die zur umfangreichen Erforschung des Archipels enorme Beiträge geleistet haben. Zudem wurden zwei der höchsten Berggipfel der Halbinsel nach ihnen benannt.
Die schwer zugängliche, äußerst zerklüftete Loranchet-Halbinsel bildet den nördlichen Teil der Hauptinsel und ist von tief ins Landesinnere einschneidenden und sich überdies noch vielfach verzweigenden Fjorden und Buchten (Baie de Recques, 21 km) durchzogen, die weitere Halbinseln herausbilden. Östlich wird die sich über etwa 54 Kilometer erstreckende Halbinsel durch schmale Meeresstraßen von der Halbinsel Société de Géographie und der Insel Saint-Lanne Gramont, im Nordwesten vom Chenal du J. B. Charcot von den Îles Nuageuses getrennt.
Am nördlichsten Punkt der Loranchet befindet sich in der Baie de l’Oiseau (dt. Vogelbucht) die historische geomagnetische Station Port-Christmas, in der James Cook Weihnachten 1797 vor Anker ging. Am Südostende der kleinen Bucht befand sich die einst berühmteste Felsformation des Archipels, der Arche des Kerguelen, ein natürlich geschaffener, frei stehender Brückenbogen, der aber inzwischen eingestürzt ist. Lediglich die immer noch beeindruckenden Felsstümpfe ragen noch empor.
Die Halbinsel trägt den Namen von Jean Loranchet, des ersten Offiziers der zweiten Kerguelen-Expedition unter Raymond Rallier du Baty.
Die Brüder Rallier du Baty benannten die Halbinsel nach der 1821 gegründeten französischen Geographie-Gesellschaft.
Benannt wurde die Halbinsel nach dem französischen General und Oberbefehlshaber im Ersten Weltkrieg, Joseph Jacques Césaire Joffre (1852-1931).
Am Ostende der sich über 19 Kilometer erstreckenden Halbinsel liegt die ehemalige Schafzuchtstation Port-Couvreux, die heute in einem ruinösen Zustand ist. Seit 1912 wurde hier zu Siedlungszwecken die Züchtung dieser Haustiere vorangetrieben, die aber 1931 endgültig eingestellt werden musste.
Die Halbinsel trägt den Namen des französischen Astronomen Jean-Jacques Anatole Bouquet de la Grye (1827-1909).
Die Insel ist nach dem französischen Offizier Ferdinand Foch (1851-1929) benannt, dem Oberbefehlshaber der Alliierten im Ersten Weltkrieg.
Die Insel trägt den Namen des Oberleutnants der Expedition von Raymond Rallier du Baty, Georges Saint-Lanne Gramont.
Die auffälligste Wettererscheinung ist vor allem der ständig vorherrschende Wind, der bei Sturm teilweise Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h und mehr erreicht. Die durchschnittliche Windstärke liegt bei 35 km/h, wobei an etwa 150 Tagen Stürme und an 41 Tagen im Jahr Orkane auftreten können.
Große Königspinguinkolonien nisten an den flachen Küstenabschnitten der Inselgruppe wie in der Baie Larose oder auf der Halbinsel Courbet am Cap Ratmanoff. Andere Arten wie die Goldschopfpinguine oder Felsenpinguine leben an den Berghängen oder in Felshöhlen in Meeresnähe.
Neben flugtüchtigen Arten wie den Raubmöwen oder dem Albatros findet sich auch die auf allen Inseln der Kerguelen heimische Eatonente (Anas eatoni eatoni). Unter den Säugetieren, die die Küsten des Archipels bevölkern, sind vor allem Seeelefanten und Seehunde hervorzuheben. Die Seelefanten finden sich im Südsommer zur Fortpflanzung an den Stränden ein. Dabei kommt es unter den Männchen oft zu wilden Auseinandersetzungen, die um die Befruchtung der Weibchen geführt werden. Dazu leben in den Küstengewässern Seehunde, Seeleoparden und Wale. Darunter finden sich vor allem Finnwale, Pottwale, Zahnwale, Schwertwale und Delphine.
Mit der Entdeckung des Archipels wurden auch andere, nicht endemische Tierarten auf den Kerguelen eingeführt. Walfänger brachten im 19. Jahrhundert viele Haustiere wie z. B. Kaninchen oder Katzen mit. Erste Schafzuchtversuche misslangen zwar, doch seit den 1950er Jahren konnten erste Erfolge erzielt werden. Neben den Schafen wurden auch Rentiere aus Lappland eingeführt. Aber besonders die Katzen, deren Population auf ca. 15.000 Tiere geschätzt wird, stellen für die Vögel eine Gefahr dar.
Auf den Kerguelen finden sich mehrere flugunfähige Fliegen- und Schmetterlingsarten. Bedingt durch die häufigen starken Stürme erwies sich hier die Rückbildung der Flügel als Selektionsvorteil.
Sehr verbreitete Pflanzengattungen sind die zu den Rosengewächsen gehörende Acaena, und Azorella, polsterartige Geflechte bildende Doldenblütler.
Eine bemerkenswerte Pflanze ist der auf den Inseln gedeihende Kerguelenkohl (Pringlea antiscorbutica), dessen wissenschaftlicher Name auf seine Verwendung hinweist. Der Verzehr der Pflanzen diente ob deren hohen Ascorbinsäuregehalts den Seeleuten in früheren Zeiten als ein Hilfsmittel gegen Skorbut. Allerdings haben die Kaninchen den Bestand der Pflanzen enorm verringert.
Zudem wurden auf dem unbekannten Südkontinent sogar reiche Bodenschätze und eine zivilisierte Bevölkerung vermutet, mit der man Handelsbeziehungen aufbauen könnte. Die somit verstärkt vorangetriebenen Forschungsreisen in die Antarktis und zu den subantarktischen Inseln führten auch zur Entdeckung der Kerguelen. Es gibt eine Hypothese von Gavin Menzies, nach der die Inseln bereits im Jahre 1421 durch eine chinesische Flotte erreicht wurden, die mit der Identifikation eines Navigationsfixpunktes für die Berechnung von Längengraden auf der südlichen Erdhalbkugel beauftragt gewesen war (siehe dazu die * englischsprachige Wikipedia).
König Ludwig XV. beauftragt de Kerguelen den unbekannten Südkontinent zu finden und Beziehungen zu dessen vermeintlichen Bewohnern aufzunehmen. De Kerguelen beginnt seine Expedition auf der Insel Île-de-France, dem heutigen Mauritius, von wo aus er mit den Schiffen "Fortune" und "Gros Ventre" am 16. Januar 1772 in See sticht. Allerdings scheint eine sichere Landung an der stürmischen Westküste der nur schwer zugänglichen Inseln unmöglich, nur de Boiguehenneuc, dem Offizier der "Gros Ventre" gelingt es, an der Südspitze der Halbinsel (in der Bucht Anse du Gros Ventre) an Land zu gehen und es in Besitz zu nehmen. In den extremen Wetterverhältnissen des Archipels verlieren die Schiffe schließlich den Sichtkontakt und werden getrennt. Am 27. März 1772 erreicht de Kerguelen, noch weit vor der Rückkehr der "Gros Ventre", wieder französischen Boden.
De Kerguelen nennt, in der Überzeugung, er habe den lange gesuchten Südkontinent entdeckt, die Insel La France Australe. Da er es dem König als ein reiches, dicht bevölkertes Land beschreibt, wird ihm schließlich der Auftrag für eine zweite Mission erteilt, die er am 26. März 1773 antritt. Diesmal reist de Kerguelen mit drei Schiffen, der "Roland", der "Oiseau" und der "Dauphine" nach Austral-Frankreich, die am 28. Oktober 1773 schließlich den Hafen auf Réunion verlassen können, um ihr eigentliches Ziel anzufahren.
Am 30. Januar 1774 gelingt es dem Leutnant de Rochegude in der Baie de l’Oiseau (benannt nach dessen Schiff) an Land zu setzen. Die Witterungsbedingen, Todesfälle und Skorbut zwingen de Kerguelen schließlich die Rückreise anzutreten, ohne die Inseln je betreten zu haben. Am 7. September 1774 erreichen die Schiffe wieder Frankreich. De Kerguelen wird wegen unterlassener Hilfeleistung und aufgrund der unrentablen Expeditionsergebnisse 1776 von einem Militärgericht verurteilt und verbringt seitdem mehrere Jahre mit Unterbrechungen im Gefängnis. Er stirbt 1797 in Paris.
1799 erkundete Robert Rhodes an Bord des Walfängers "Hillsborough" acht Monate die Nordostküste der Kerguelen, er lieferte umfassende Aufzeichnungen und detailgenaue Karten zu den Küstengebieten der Inseln.
Tran, den man vornehmlich aus dem Fettgewebe von Seetieren verarbeiten konnte, war bis zur Verwendung von Petroleum ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung von Lampenöl und Schmierstoffen. Nachdem die Trangewinnung aus Walspeck nicht die erhoffte Menge einbrachte, spezialisierte man sich auf den Fang von Seelefanten. Der britische Walfänger George Howe gewann 1835-40 3.000 Barrel des wertvollen Öles, 1838-40 konnten gar 3.700 Barrel von amerikanischen Fängern verarbeitet werden. Zum Erhitzen des Trans wurden lebende Pinguine oder deren Federn verwendet.
1840 landete James Clark Ross (1800-1862) mit den Schiffen "Erebus" und "Terror" auf den Kerguelen. Auch er ging in der Baie de l’Oiseau vor Anker und blieb vom 5. Mai bis zum 29. Juli 1840 auf der Insel.
Von 1874/75 besuchten vermehrt Forschungsschiffe die Inseln, um am 9. Dezember 1874 einen bevorstehenden Venustransit beobachten zu können, der den Wissenschaftlern die seltene Gelegenheit bot, die genaue Entfernung der Erde zur Sonne zu berechnen. In diese Zeit fällt die Errichtung mehrerer Observatorien. Eine amerikanische Expedition unter dem Kommando von G. P. Ryan errichtete am 7. September 1874 ein kleines Observatorium am Pointe Molloy (im Südwesten der Halbinsel Courbet). Eine deutsche Forschungsreise unter Georg Gustav Freiherr von Schleinitz (1834-1910) gründete einen astronomischen und geomagnetischen Beobachtungsstützpunkt in der Anse Betsy (Nordwestküste der Halbinsel Courbet) am 26. Oktober 1874.
1877 unternahm man den Versuch, die auf der Insel vorhandenen Kohlevorkommen abzubauen, was aber aufgrund der schlechten Qualität der Kohle aufgegeben werden musste.
Die Gebrüder Henry und René Bossière gründeten 1908 die "Compagnie Générale des Îles Kerguelen", die zwischen 1908 und 1929 mit Unterbrechungen tätig war. Sie versuchten darüber hinaus, Schafe auf den Kerguelen (in Port-Couvreux, Halbinsel Bouquet de la Grye) zu züchten, was jedoch an den für die Tiere ungünstigen klimatischen Verhältnissen scheiterte. Die Kompanie gewährte der norwegischen Walfanggesellschaft "A/S Kerguelen" die Fangrechte auf den Inseln, die 1908 eine Wal- und Robbenfangstation in Port-Jeanne d’Arc auf der gleichnamigen Halbinsel errichtete. Zwischen 1908 und 1911 wurden 442 Wale gefangen und lediglich 13.760 Barrel Öl konnten gewonnen werden. Durch die Spezialisierung auf den Fang von Seelefanten ließen sich höhere Erträge erzielen und so konnten 1911/12 ganze 17.000 Barrel Öl produziert werden.
Große Verdienste um die wissenschaftliche Erforschung des Archipels leisteten die Brüder Henri und Raymond Rallier du Baty, die 1908/09 eine eigene Expedition mit dem Schiff "J. B. Charcot" zu den Kerguelen leiteten. 1913/14 steuerte Raymond Rallier du Baty (1881-1978) mit der "Curieuse" die Inseln erneut an. Den eifrigen Brüdern verdankt man die ersten umfassenden Beschreibungen der Inselgruppe, denn sie sammelten wichtige und exakte hydrographische, geologische und geographische Daten, die im Wesentlichen zur Veröffentlichung der ersten vollständigen Karte der Kerguelen im Jahre 1922 beitrug.
1929/30 reiste eine britisch-australisch-neuseeländische Expedition unter Sir Douglas Mawson (1882-1958) mit der "RRS Discovery" zu den Kerguelen. Der Schweizer Edgar Aubert de la Rüe ermöglichte durch seine Forschungsreisen mit der "Austral" zwischen 1928 und 1952 der Wissenschaft neue Erkenntnisse über die Morphologie, Geologie, Flora und Fauna der Inseln und veröffentlichte die Ergebnisse in seiner Studie "Etude Géologique et Géographique de l'Archipel des Kerguelen" (1932).
Im Dezember 1949 errichteten die Franzosen unter Leitung von Pierre Sicaud die permanente Forschungsstation in Port-aux-Français am Golfe du Morbihan. Wegen der enormen Distanz zu Frankreich wurde 1924 die Verwaltung der Inseln der französischen Regierung von Madagaskar übertragen. Mit der Unabhängigkeit des südostafrikanischen Inselstaats im Jahre 1955 bildete Frankreich ein Überseeterritorium (Terres Australes et Antarctiques Françaises) bestehend aus den Crozetinseln, der Île Saint-Paul, der Île Amsterdam, den Kerguelen und dem Terre Adélie auf dem antarktischen Kontinent.
Seit 1963 werden auf den Kerguelen (genauer: auf 49°22'S, 70°14'E) Forschungsraketen gestartet, hauptsächlich Arcas, Dragon und Eridan.
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