article

Kennedybruecke.jpg | RheinbrueckeBonn.jpg Die Kennedybrücke ist die mittlere der drei Bonner Rheinbrücken und verbindet die Innenstädte von Bonn und Beuel. Sie überspannt den Rhein in drei Bögen. Der mittlere Bogen hat eine Spannweite von 195,8 m, die beiden äußeren überspannen je 99,2 m. Über die 16 m breite Brücke verläuft die B 56, zwei Straßenbahngleise sowie Fuß- und Radwege; eine Verbreiterung ist geplant.

Geschichte


Bereits seit dem 17. Jahrhundert gab es am Ort der heutigen Kennedybrücke eine feste Fährverbindung. Angesichts des steigenden Verkehrsaufkommens Ende des 19. Jahrhunderts wurde schließlich von 1896 bis 1898 durch Bonner Bürger eine feste Brücke errichtet. Die Stadt Bonn nahm hierfür eine Anleihe von 4 Millionen Mark auf und ließ die Arbeiten von der Gutehoffnungshütte errichten. Die Pläne stammten vom Architekten Prof. Bruno Möhring 1863 †1929. Mit einer Spannweite von 188m war sie zu dieser Zeit, die größte und durch ihre Lage vor dem malerischen Siebengebirge, die schönste aller bis dahin erbauten Rheinbrücken.

Von Beginn an mussten alle Passanten einen Brückenzoll entrichten. Dieser entfiel zunächst 1927 für Kraftfahrzeuge, 1938 für alle Benutzer der Brücke.

Am 8. März 1945 zogen sich deutsche Truppen über die Brücke zurück und befahlen gegen 20:20 Uhr die Sprengung. Durchgeführt wurde die Sprengung von einem Zivilisten, der daraufhin von seinen Mitbürgern erschlagen worden sein soll. An der Stelle der alten Rheinbrücke entstand 1948/49 die heutige Rheinbrücke, die 1963 zu Ehren von John F. Kennedy in Kennedybrücke umbenannt wurde. Ausführende Firmen waren die Stahlbau Rheinhausen und das Tiefbauunternehmen Grün & Bilfinger.

Sanierung und Umbau


Im Jahre 2003 wurden schwere Korrosionsschäden unter den Fußwegen festgestellt. Bis zu einer Sanierung wurden diese Bereiche durch provisorische Holzkonstruktionen gesichert. Nach einem weiteren Gutachten im September 2005 wurden die Geh- und Radwege aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt. Der Fußgänger- und Radverkehr bewegt sich nun auf den beiden äußeren Fahrstreifen; Autos, Busse und Bahnen fahren auf der inneren Spur. Im gleichen Monat beschloss der Rat der Stadt Bonn eine Sanierung und Verbreiterung zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Die notwendigen Mittel sollen Mitte 2006 bereit stehen; nach einer notwendigen Ausschreibung wird die Sanierung wahrscheinlich im April 2007 beginnen und 2009 abgeschlossen sein.

Wegen der derzeit verengten Fahrbahnen wird die Brücke bei Anlässen wie Silvester, zu denen große Menschenmassen zu erwarten sind, für den Fußgängerverkehr gesperrt und ist nur noch in Shuttlebussen passierbar.

Brückenmännchen


Brueckenmaennchen.jpg Das Brückenmännchen (bönnsch: Bröckemännsche) ist eine Skulptur, die beim Bau der ersten Rheinbrücke am rechten Turm des Brückenpfeilers der Beueler Seite angebaut wurde und ihren entblößten Hintern zur Beueler Seite streckte. Hintergrund war, dass die Brücke ausschließlich von Bonnern finanziert worden war, weil sich sich die Bewohner der „schäl Sick“ nicht am Bau beteiligen wollten. Das Brückenmännchen stellt somit einen nachbarschaftlichen Gruß dar. Nachdem am 8. März 1945 die Brücke gesprengt wurde, mussten im Sommer 1945 die Trümmer geräumt werden. Durch die Wucht der erneuten Sprengung fiel das Brückenmännchen von seinem Sockel. Der Gastwirt Philipp Otto aus Beuel "Zum kleinen Museum" nahm es aus Angst vor Andenkenjägern an sich und vergrub es in seinem Garten in der Rheinaustrasse 5 (heute 105). Als man im Februar 1949 das 125jährige Jubiläum der Weiberfastnacht feierte, lüftete der Wirt sein Geheimnis. Zusammen mit dem Bürgermeister Reuter und Vertretern des Heimatvereins wurde das Brückenmännchen aus seinem Versteck geholt. Zum Umzug wurde es auf einem geschmückten Wagen durch Beuels Strassen gefahren.

Bevor das Brückenmännchen aber wieder 1949 an der neuen Rheinbrücke angebracht wurde, musste es restauriert werden. Diese Arbeit übernahm der Bonner Bildhauer Jakobus Linden. Nach Fertigstellung schrieb er der Stadt Bonn eine typisch rheinische Rechnung: "Dem Bröckemännsche de Botz jeflickt" Allerdings zeigte die Skulptur anstatt nach Beuel, nun gen Frankfurt orientiert, gegen das Bonn gerade in der Hauptstadtfrage gewonnen hatte. Am 18. März 1960 wurde das Brückenmännchen von vier Jugendlichen aus Beuel durch Steinwürfe zerstört. Durch Spendenaktionen konnte eine Kopie der Skulptur hergestellt werden.

Weblinks


Brücke in Nordrhein-Westfalen | Bauwerk in Bonn | Verkehr in Bonn

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Kennedybrücke (Bonn)".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld