| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Kempten.gif | Karte_Kempten_in_Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Schwaben |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 63,29 km² |
| Einwohner: | 61.576 (31. Dezember 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 1089,8 Einwohner je km² |
| Höhe: | 665 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 87401 - 87439 |
| Vorwahl: | 0831 |
| Geografische Lage: | |
| Kfz-Kennzeichen: | KE |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 63 000 |
| Adresse der Stadtverwaltung | Rathausplatz 29 87435 Kempten (Allgäu) |
| Offizielle Website: | www.kempten.de |
| E-Mail-Adresse: | poststelle@kempten.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Dr. Ulrich Netzer |
| Mehrheitspartei: | CSU |
Zu Kempten (Allgäu) gehören die Orte Adelharz, Ajen, Aschen, Atzenried, Bachen, Bachtelmühle, Bachtelsteig, Bahnholz, Batzen, Bezachmühle, Binzenried, Birken, Bockarten, Borstadels, Breiten, Bremberg, Bucharts, Bühl, Bühls, Burkarts, Dolders, Dorns, Dottenried, Dreifaltigkeit, Eggen, Eich, Ellatsberg, Ellharten, Elmatried, Eppenried, Feigen, Felben, Greinats, Grub, Härtnagel, Härtnagel a. Mariaberg, Hafenthal, Halden, Hasenbühl, Haslach, Haßberg, Haubensteig, Heiligkreuz, Hinterbach, Hinteregg, Hinterholz, Hinterrottach, Hirschdorf, Hochstraß, Höflings, Hohenrad, Hub, Jägers, Johannisried, Kargen, Kaurus, Kindo, Klingen, Kniebos, Kollerbach, Kornangers, Lämmlings, Lauben o.d. Bruck, Lauben u.d. Bruck, Leinschwenden, Lenzfried, Letten, Leubas, Leupolz, Leupratsried, Lochbruck, Lotterberg, Lugemanns, Mariaberg, Mayrhof, Mollenmühle, Moos, Moosers, Motzen, Mühlbach, Neuhausen, Oberbühl, Obergrünenberg, Oberheggers, Oberried, Oberschmieden, Oberwang, Oberwies, Oberwittleiters, Öschberg, Ohnholz, Prestlings, Rappenscheuchen, Rauhen, Reichelsberg, Reinharts, Reisachmühle, Reiters, Ried, Riederau, Ringlers, Rockhöflings, Rößlings, Rothkreuz, Rottach, Rottachmühle, Sankt Mang, Schatten, Schlatt, Schnattern, Schwabelsberg, Schwarzen, Seeangers, Segger, Seibäumen, Sommers, Stadtallmey, Staudach, Staudach b. Mariaberg, Steig, Steinberg, Sterklings, Steufzgen, Stiftallmey, Stiftbleiche, Stockers, Stöcken, Stölzlings, Stoffels, Stürmers, Tannach, Tannen, Thingers, Unterbühl, Untergrünenberg, Unterheggers, Unterried, Unterschmieden, Unterwang, Unterwies, Unterwittleiters, Ursulasried, Voglsang, Vorderhalden, Waldmanns, Wegflecken, Weidach, Weidachsmühle, Weihers, Wettmannsberg, Wies, Zollhaus und Zur Rottach. (Quelle: Bayerischer Behördenwegweiser; berichtigt)
Hochwasser kann in Kempten zu einem ernsten Problem werden, wenn der Fluss Iller viel Schmelz- oder Regenwasser mit sich führt. Gerade schlagartiges Schmelzwetter kann innerhalb von einem halben Tag zu starken Überschwemmungen führen. Aus diesem Grund wurde in Kempten eine Hochwasserschutzmauer errichtet, die ihre erste Bewährungsprobe erfolgreich im Alpenhochwasser 2005 bewerkstelligte.
Die Altstadt Kempten wird 1289 durch ein Privileg König Rudolfs von Habsburg aus dem Hoheitsbereich des Abtes gelöst und als Freie Reichsstadt dem König unmittelbar unterstellt. Damit werden dem Stift Übergriffe auf Eigentum und Rechtsstand der Reichsstadt und ihrer Einwohner verboten. Dies geschah unmittelbar nach Beendigung des Interregnums, einer Zeit also, in der die Macht des Königs gegenüber Fürsten und Geistlichkeit verstärkt zum Ausdruck gebracht wurde. Sicher waren die zusätzliche Einnahmen aus den Steuern und die Truppenkontingente der Kemptener gute Gründe für diesen Schritt. Die wirtschaftliche Grundlage Kemptens zu jener Zeit bildete der vom Reich geschützte Fernhandel mit Salz sowie der Handel mit lokal gefertigten Leinenstoffen und Schmiedeerzeugnissen. St Lorenz16.JPG]] Die Teilung Kemptens in eine dem Reich direkt unterstellte Siedlung und ein unmittelbar daran angrenzendes selbstständiges Stiftskloster führte zu ständigen Auseinandersetzungen zwischen den Reichsbürgern und dem Fürstabt des Fürststifts Kempten. So stürmten und zerstören beispielsweise 1363 Kemptener Bürger die dem Fürstabt gehörende Burghalde. Die Abgrenzung zum Kloster wird 1358 auch durch die Errichtung einer eigenen Schule und 1437 durch die Stiftung einer Kirchenbibliothek für die Stadtprediger deutlich.
An der Iller entsteht 1477 mit den ersten beiden Papiermühlen ein neuer Erwerbszweig.
Durch Kaiser Friedrich III. erhält 1488 die Reichsstadt Kempten das Recht den Reichsadler mit der Kaiserkrone in ihrem Stadtwappen zu führen. Ein kemptener Truppenkontingent hatte sich bei der Befreiung des in Brügge gefangenen jungen Königs Maximilian besonders ausgezeichnet. Der Reichsadler ziert heute noch die rechte Hälfte des Stadtwappens.
Die vollständige Unabhängigkeit vom katholischen Kloster erwirbt die Reichsstadt erst 1525 mit dem "großen Kauf". Im Bauernkrieg kommt es zur Plünderung des Klosters durch stiftskemptische Bauern. Daraufhin veräußert der auf Bargeld angewiesene Abt gegen 32.000 Gulden alle verbliebenen herrschaftlichen Rechte in der Stadt an die Bürger. Damit ist zugleich der Weg frei für den Wechsel der Reichsstadt zur Reformation, während die mittlerweile stark angewachsene Stiftssiedlung naturgemäß katholisch bleibt. Die Stadt gehörte 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) am Reichstag zu Speyer. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens.
Im dreißigjährigen Krieg helfen die beiden Hälften der Doppelstadt dann auch mehrfach den jeweils aufgezogenen Streitkräften, die andersgläubige Hälfte zu verheeren. Zudem schlägt in dieser Zeit die Pest zwei Mal fürchterlich zu. Im Jahr 1635 ist die Stadt von vormals etwa 6000 auf eine Bevölkerung von gerade noch 900 dezimiert. Im Jahre 1775 ist Kempten Schauplatz des letzten Hexenprozesses auf deutschem Boden. Maria Anna Schwegelin wird als Hexe zum Tode durch Verbrennen verurteilt. Nach neueren Forschungen wurde sie nicht hingerichtet, sondern begnadigt und starb 1781 im stiftkemptischen Stockhaus. Seit 1635 behinderte die Rivalität zwischen den beiden Stadtteilen und immer wieder Kriege mit resultierenden wirtschaftlichen Schäden eine nachhaltige Erholung der Doppelstadt. Erst mit dem Zuschlag der Stadt und des Stiftes zum Staatsgebiet Bayerns 1802 durch Napoleon wird Kempten zu einer einheitlichen Stadt - die nötigen Verwaltungsakte dafür brauchen wenige Jahre, die kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen aber viele Jahrzehnte.
Die Randlage in Bayern und die vergleichsweise große Vielfalt in der Wirtschaft sorgen seitdem für ein allmähliches, aber stetes Wachstum und für moderate Auswirkungen von Kriegen und Krisen bis heute.
Geschichte (Gesamtdarstellungen):
Vor-, Früh- und Alte Geschichte:
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