| Kemnader See | |
|---|---|
| Bochum Kemnader See.jpg | |
| Daten | |
| Fläche: | 1,25 km² |
| Länge: | 3 km |
| mittlere Breite: | 420 m |
| mittlere Tiefe: | 2,40 m |
| Zufluss: | Ruhr |
| Abfluss: | Ruhr |
| Höhe über NN: | 72 m |
| Koordinaten: | |
Als Erstes wurden die späteren Seeufer angelegt, in dem Spundwände ins Erdreich gerammt wurden. Innerhalb von drei Jahren wurden 3 Millionen Kubikmeter Erde - die spätere Staumenge - abgebaut, und ein Wehr am Südufer errichtet. Mitte 1980 war das entstandene Becken vollgelaufen und die Eröffnung des Sees am 18. September 1980 offiziell mit einem Fest für Wassersportler gefeiert.
Der Kemnader See gehört zur Themenroute 12 der Route der Industriekultur – Geschichte und Gegenwart der Ruhr.
In den See mündet auch der Ölbach, der aus dem Bochumer Süden kommend, zuvor geklärte Abwässer aus den Stadtteilen Langendreer, Werne, Querenburg und Steinkuhl mit sich führt. Der See wurde zur Regulierung der Wassermengen der Ruhr und zur Verbesserung der Wasserqualität angelegt (die Schwebteilchen sollen darin absinken). Die Ablagerungen führen aber häufig zur Verlandung einer Regattarinne und behindern einen Teil des Segelsports, der sich auf dem See etabliert hat. Der See ist nur einige Meter tief.
Im Jahr 2003 erreichte die ruhrabwärts wandernde Wasserpest (Elodea canadensis und Elodea nuttallii) den See. Sie benötigt Licht bis zum Seegrund und ist somit ein Anzeiger für gute Wasserqualität, gedeiht hier aber zu gut. Die Pflanzen filtern die Partikel aus dem Wasser und fördern die Verlandung. Zu ihrer Bekämpfung wurde sogar eine vorübergehende Trockenlegung über Winter erwogen, die nur einen kurzfristigen Erfolg, ansonsten aber zu viele ökologische Nebenwirkungen hätte. Auf dem See überwintern viele Seevögel.
An der Ruhr in der Umgebung des Sees sind viele fischfressende Vögel wie Kormoran, Eisvogel und Graureiher keine Seltenheit mehr. Am Flussufer kann man auch die Schalen von bis zu 10 cm großen Süsswassermuscheln finden.
Dieser Erfolg hat dazu geführt, dass man sich sogar einen weiteren See flussabwärts bei Hattingen überlegte. Andererseits stellt dort der Fluss mit seinen Buhnen und Wanderwegen auch jetzt eine reizvolle Landschaft dar.
Für einen besseren Anschluss durch den ÖPNV wäre eine höhere Taktung der Busverbindungen erwägenswert. Das Projekt einer Verlängerung der von Schloss Strünkede in Herne bis kurz hinter die Ruhr-Universität Bochum führende Stadtbahn-Linie U35 der BOGESTRA wurde wegen Diskussionen um eine naturschonende Trassenführung und wegen unterschiedlicher Spurweiten der Straßenbahnen in Witten bislang nicht verwirklicht.
In fussläufiger Entfernung zum See liegen die Stiepeler Dorfkirche, Burg Blankenstein, das Naturschutzgebiet Katzenstein sowie der Ortsteil Herbede der Stadt Witten. Gastronomie, 2 Bootsverleihe, Spielplätze, der historische Teil der Ruhrtal-Bahn, zwei Ausflugsschiffe, ein wöchentlicher Kinderflohmarkt und regelmäßige Open Air Veranstaltungen ergänzen das Freizeitangebot.
Eine Gedenktafel an einem Gebäude der Zeche, heute das Bootshaus der Ruhr-Universität Bochum, erinnert daran, dass sich hier während des Nationalsozialismus eine der ersten KZ-Außenstellen Bochums und ein Folterraum der Wittener NSDAP befunden hat.
Bochum | Hattingen | Witten | Stausee | See in Nordrhein-Westfalen | Route der Industriekultur
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