| Wappen | Karte | bgcolor="#FFFFFF" | Wappen Kehl.png | Karte_kehl_in_deutschland.png | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Baden-Württemberg | bgcolor="#FFFFFF" | Regierungsbezirk: | Freiburg | bgcolor="#FFFFFF" | Region: | Südlicher Oberrhein | bgcolor="#FFFFFF" | Landkreis: | Ortenaukreis | bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindeart: | Große Kreisstadt | bgcolor="#FFFFFF" | Geografische Lage: | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 139 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 75,06 km² | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 34.303 (31. März 2005) | bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 457 Einwohner je km² | bgcolor="#FFFFFF" | Ausländeranteil: | 12,2 % | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahlen: | 77671-77694 (alt: 7640) | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 07851 | bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | OG (vormals KEL) | bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindeschlüssel: | 08 3 17 057 | bgcolor="#FFFFFF" | Stadtgliederung: | Kernstadt und 10 Stadtteile | bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Stadtverwaltung: | Hauptstr. 85 77694 Kehl | bgcolor="#FFFFFF" | Offizielle Website: | www.kehl.de | bgcolor="#FFFFFF" | E-Mail-Adresse: | info@stadt-kehl.de | ||
| Politik | bgcolor="#FFFFFF" | Oberbürgermeister: | Dr. Günther Petry (SPD) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Kehl ist eine Stadt im Westen Baden-Württembergs am Rhein, gegenüber von Straßburg (Strasbourg) etwa gleichweit (ca. 64 km) zwischen Karlsruhe im Norden und Freiburg im Breisgau im Süden gelegen. Sie ist nach der Kreisstadt Offenburg und nach Lahr/Schwarzwald die drittgrößte Stadt des Ortenaukreises und bildet ein Mittelzentrum im Bereich des Oberzentrums Offenburg, zu dessen Mittelbereich noch die Stadt Rheinau und die Gemeinde Willstätt gehören. Verflechtungen gibt es auch mit dem Raum Straßburg in Frankreich.
Die Einwohnerzahl der Stadt Kehl überschritt 1971 die 20.000-Einwohnergrenze. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Januar 1972 beschloss.
Als ehemaliger Brückenkopf zu den linksrheinischen Gebieten war Kehl oft ein Ort kriegerischer Handlungen und wurde mehrfach zerstört. Die heutige Struktur der Stadt und etliche Gebäude sind jedoch noch immer von der Handschrift Friedrich Weinbrenners geprägt.
Zu einigen Ortsteilen gehören teilweise weitere oft auch räumlich getrennte Wohngebiete oder Wohnplätze mit eigenem Namen, die oft nur sehr wenige Einwohner haben und deren Grenzen teilweise auch nicht genau festgelegt sind. Hierzu gehören Kittersburg, Kittersburger Mühle, Marlen, Rheinwärterhaus und Wohnhaus Uhl in Goldscheuer, Kronenhof, Sundheim, Kommissionsinsel, Niedereich und Wolfsgrube in der Kernstadt Kehl, Auenheimer Mühle, Korker Mühle und Ziegelei in Kork sowie Honau und Leutesheimer Mühle in Leutesheim.
Nachdem Kehl 1678 unter Ludwig XIV. von Frankreich eingenommen wurde, begann 1683 der Bau einer neuen Festung durch den Militär-Architekten Sébastien Le Prestre de Vauban. Diese Festung wurde 1698 wieder badisch und gehörte ab 1771 zur Markgrafschaft Baden-Durlach. Im Osten der Festung Kehl hatten die Bewohner des alten Dorfes Kehl ein neues Dorf Kehl gegründet, das bis 1910 eine eigenständige Gemeinde blieb.
1774 wurde die innerhalb der Festung gelegene Gemeinde Kehl durch Markgraf Karl Friedrich von Baden die Stadtrechte verliehen. Nach mehreren Wechseln zwischen Frankreich, Baden und Österreich, wurden die Festungsanlagen 1815 bei der Rückgabe an Baden ("Pariser Friede") zurückgebaut. Stadt und Dorf Kehl (mit Sundheim) gehörten dann zum Amtsbezirk Kehl, dessen Sitz damals in Kork war.
Zwischen 1842 und 1847 wurde die erste Hafenanlage durch die Badische Staatseisenbahnverwaltung angelegt. Durch den Bau der Eisenbahnbrücke 1861 war es zum ersten Mal möglich direkt von Paris nach Wien zu reisen. Die hierfür notwendigen Zugwechsel wurden in Kehl durchgeführt.
Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wurde die wehrlose Stadt dann erneut Ziel französischer Angriffe und zerstört.
1881 wurde der Sitz des Amtes Kehl von Kork nach Kehl verlegt. Im späten 19. Jahrhundert wurde zur Verteidigung Straßburgs gegen Frankreich ein Netz bestehend aus zwölf Forts angelegt. Das Fort Blumenthal bei Kehl-Auenheim wurde im Ersten Weltkrieg zerstört. Die beiden anderen "Kehler" Forts Bose und Kirchbach wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gesprengt. Zwischen 1919 und 1930 war Kehl von Straßburg besetzt.
1924 wurde der Amtsbezirk Kehl in den Landkreis Kehl überführt, der 1936 nach Aufhebung des Landkreises Oberkirch noch einige Gemeinden erhielt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Kehl Vorort von Straßburg. Dieser Status blieb auch nach dem Ende der Zeit des Nationalsozialismus erhalten. Die Freigabe Kehls erfolgte gemäß dem Washingtoner Abkommen in 42 Teilfreigaben vom 29. Juli 1949 bis zum 8. April 1953. In jener Zeit (1945 bis 1953) war Sundheim eine eigenständige Gemeinde, die dann wieder mit der Stadt Kehl vereinigt wurde. Die Stadt und der gesamte Landkreis Kehl gehörte danach zum Regierungsbezirk Südbaden innerhalb Baden-Württembergs. 1960 wurde die Europabrücke nach Straßburg eröffnet.
Im Zuge der Gemeindereform wurde Kehl 1972 Große Kreisstadt und bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Kehl aufgelöst und sein Gebiet überwiegend dem neu gebildeten Ortenaukreis zugeteilt.
Die städtebauliche Verbindung von Kehl und Straßburg wurde durch die Landesgartenschau Baden-Württemberg 2004 trotz hoher Kosten mangels einer Gesamtkonzeption nicht wesentlich verbessert. So fehlt eine sinnvolle Anbindung der Fußgänger- und Radfahrbrücke, die Kehl und Straßburg seither über den Rhein hinweg verbindet - obgleich sie Gesamtkosten von etwa 22 Mio EURO verursachte und damit etwa doppelt so teuer wie veranschlagt wurde.
Auch die Stadtteile Kehls haben eine lange Geschichte:
Auenheim wurde 888 als Ouuanheim und Hohnhurst 1295 erstmals erwähnt. Die Orte gehörten zum Amt Willstätt der Grafschaft Hanau-Lichtenberg und kamen 1803 an Baden. Danach waren sie Gemeinden im Amtsbezirk Kork bzw. Kehl.
Bodersweier wurde 884 als Bothalaswileri, Leutesheim 1233 als Lutensheim und Zierolshofen 1295 erstmals erwähnt. Alle drei Orte gehörten später zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg und waren Teil des Gerichts Rheinbischofsheim im Amt Lichtenau. 1803 kamen die Orte an Baden und wurden dem Amt Rheinbischofsheim zugeordnet. Bei dessen Auflösung 1857 kamen sie zum Amt Kork bzw Kehl.
Goldscheuer wurde 1425 als Goldschure erstmals erwähnt. Es war ein Ausbauort von Marlen, zu dem es stets gehörte. Marlen wurde 1282 als Marheim erstmals erwähnt. Der zugehörige Ort Kittersburg wurde 1283 als Kuterschburg erstmals erwähnt. Alle drei Orte gehörten im Laufe der Geschichte zu wechselnden Herrschaften. Teile gehörten zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg und zur Grafschaft Ortenau. 1803 kamen die Orte an Baden und bildeten die Gemeinde Marlen im Oberamt Offenburg. 1936 wurde der Name der Gemeinde in Goldscheuer geändert und diese dem Bezirksamt bzw. Landkreis Kehl zugeordnet.
Kork wurde 778 als "villa" in einem Schenkungsbrief an das Kloster Eschau erstmals erwähnt. Kork war Hauptort und Sitz des Schultheißenamtes einer Waldgenossenschaft für weitere Gemeinden des Umlandes. Es war Lehen der Herren von Fürstenberg, später gehörte es zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg und war Sitz des Gerichtes im Amt Willstätt, dessen Sitz Anfang des 18. Jahrhunderts nach Kork verlegt wurde. Auch nach dem Übergang an Baden blieb Kork noch Sitz des Amtes, bis dieses 1881 nach Kehl verlegt wurde.
Neumühl wurde 1271 als apud novum molendinum, Odelshofen 1310 als Otolzhofen und Querbach 1372 erstmals erwähnt. Alle drei Orte waren Ausbausiedlungen von Kork und teilten daher die Geschicke Korks. Sie gehörten zum Gericht Kork im Amt Willstätt der Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Übergang an Baden gehörten sie weiterhin zum Amtsbezirk Kork bzw. Kehl. Neumühl war ab 1919 Teil des französischen Brückenkopfs Kehl.
Alle protestantischen Kirchengemeinden im Stadtgebiet Kehls gehören heute zum Kirchenbezirk Kehl der Evangelischen Landeskirche in Baden. Die erste Pfarrkirche in der heutigen Kernstadt Kehl war die Christuskirche. 1917 wurde auch die Friedenskirche zur Pfarrei erhoben. Sie ist heute Sitz des Dekans des Kirchenbezirks Kehl. Weitere evangelische Kirchengemeinden in der Kernstadt sind die Martin-Luther-Gemeinde (gegründet 1955 durch Teilung der Christusgemeinde) und die Johannesgemeinden (gegründet 1972 mit Gemeindezentrum von 1979). Diese vier Kirchengemeinden bilden die Gesamtkirchengemeinde Kehl.
In den Stadtteilen Auenheim, Bodersweier, Kork, Leutesheim, Neumühl (seit 1972 eigene Pfarrei mit Kirche von 1956) und Goldscheuer (Markusgemeinde) gibt es weitere evangelische Kirchengemeinden mit jeweils einer Kirche. Die Gemeindeglieder aus Odelshofen und Querbach werden von der Gemeinde Kork, die von Zierolshofen von der Gemeinde Bodersweier und die von Hohnhurst von der Nachbargemeinde Eckartsweier (Gemeinde Willstätt) betreut.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Kehl auch Freikirchen, darunter eine Freie Christengemeinde und eine Mennoniten-Gemeinde. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Kehl vertreten.
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1740 | 900 |
| 1774 | 1.500 |
| 1820 | 450 |
| 1852 | 1.257 |
| 1. Dezember 1871 | 1.791 |
| 1. Dezember 1880 ¹ | 2.067 |
| 1. Dezember 1890 ¹ | 3.234 |
| 1. Dezember 1905 ¹ | 8.094 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 8.858 |
| 8. Oktober 1919 ¹ | 8.439 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 9.467 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 11.574 |
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 17. Mai 1939 ¹ | 12.199 |
| 13. September 1950 ¹ | 3.540 |
| 6. Juni 1961 ¹ | 13.121 |
| 27. Mai 1970 ¹ | 16.030 |
| 31. Dezember 1975 | 29.861 |
| 31. Dezember 1980 | 29.924 |
| 27. Mai 1987 ¹ | 28.557 |
| 31. Dezember 1990 | 30.389 |
| 31. Dezember 1995 | 33.137 |
| 31. Dezember 2000 | 33.509 |
| 31. März 2005 | 34.303 |
| CDU | 9 Sitze |
| SPD | 6 Sitze |
| FWV | 5 Sitze |
| FDP | 2 Sitze |
| Die Grünen | 2 Sitze |
| Frauenliste | 2 Sitze |
Stadtoberhäupter Kehls seit 1842
Oberhäupter des Dorfes Kehl bis 1910
Das Wappen taucht bereits in den Stadtsiegeln von 1829 auf. Der Anker weist auf die Lage am Rhein (Hafenstadt) hin. Weshalb die Rosen im Wappen zu finden sind, ist nicht bekannt. Sie wurden womöglich als Schmuck beigefügt. Seit 1910, als die Stadt mit dem Dorf Kehl vereinigt wurde, hatte Kehl ein anderes Wappen. Neben dem Anker war das Dorfzeichen von Kehl-Dorf, ein vierspeichiges Rad im Wappen abgebildet, doch verwendete man ab 1934 wieder das alte Wappen mit den Rosen, das auch nach der Gemeindereform weiterhin Gültigkeit hat. Eine offizielle Verleihung gab es nicht.
Theaterdarbietungen gibt es vor allem in der Stadthalle Kehl.
In Goldscheuer befindet sich in der Alten Schule ein Heimatmuseum.
Das Rathaus wurde 1910 in einem früher als Kaserne und Wohnhaus benützten Gebäude eingerichtet und 1921 erweitert.
Die evangelische Pfarrkirche Kehls im alten Dorf Kehl war ursprünglich die Christuskirche, die 1822 von Friedrich Weinbrenner anstelle eines Vorgängerbaus errichtet wurde. In der Stadt Kehl gab es auf dem Marktplatz eine 1635 erbaute Filialkirche, die 1678 zerstört wurde. 1817 wurde an dieser Stelle eine Notkirche errichtet, die 1874 abgebrochen wurde. Ihr gegenüber entstand 1874 die heutige evangelische Friedenskirche, die bis 1914 simultan genutzt wurde und seit 1917 evangelische Pfarrkirche ist. 1914 erhielt die katholische Kirchengemeinde eine eigene Kirche St. Nepomuk nahe des Altrheins. Eine weitere katholische Kirche ist St. Maria. Weitere evangelische Kirchen sind in Sundheim die Lutherkirche von 1955 und in Kronenhof die Johanneskirche mit Gemeindezentrum von 1980.
In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen und Kapellen: Evangelische Kirche Auenheim (erbaut im 17. Jahrhundert mit älterem Turm), evangelische Kirche Bodersweier (romanische Chorturmkirche, 1616 erneuert), katholische Filialkapelle zur Heiligen Maria Kittersburg (erbaut 1928 anstelle eines Vorgängerbaus), katholische Pfarrkiche Marlen (erbaut 1767), evangelische Filialkirche Hohnhurst (erbaut 1855), evangelische Kirche Kork (erbaut 1730/1731 mit teilweise gotischem Chor), katholische Herz-Jesu-Kirche Kork (erbaut 1906/07 im neoromanischen Stil), evangelische Kirche Leutesheim (erbaut vor der Reformation, 1740 barockisiert) und evangelische Kirche Neumühl (erbaut 1956).
Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Stadt und im nördlichen Ortenaukreis bedienen mehrere Buslinien der SWEG.
Kehl hat ein Gymnasium (Einstein-Gymnasium), eine Realschule (Tulla-Realschule), eine Förderschule (Albert-Schweitzer-Schule), drei Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Hebelschule, Grund- und Hauptschule Goldscheuer und Grund- und Hauptschule Kork), zwei Hauptschulen (Hauptschule Bodersweier und Wilhelm-Hauptschule) sowie sechs Grundschulen (Falkenhausen-Grundschule und Sölling-Grundschule sowie jeweils eine in den Stadtteilen Auenheim, Leutesheim, Marlen und Sundheim).
Der Ortenaukreis ist Träger der Beruflichen Schulen mit Kaufmännischer Schule und Gewerblicher Schule.
Die Privatschulen "Heilerziehungs- und Krankenpflegeschule Kehl" sowie "Oberlinschule - Schule für Körperbehinderte am Epilepsiezentrum Kork" runden das schulische Angebot Kehls ab.