Keetmanshoop (veraltet dt. auch:
Keetmannshoffnung;
Nama: #Nu#goaes) ist Kreis- sowie Regions-
Hauptstadt von
Karas im Süden von
Namibia (ca. 500 km südlich der Landeshauptstadt
Windhuk). Keetmanshoop wurde nach dem deutschen Kaufmann und Bankier
Johann Keetman benannte und hat ca. 16.000 Einwohner
(2005).
Geschichte
Die Ursprünge der Stadt gehen auf eine Besiedlung durch einen Stamm der
Nama Ende des
18. Jahrhunderts zurück. Dieser hatte sich von dem in
Hoachanas sitzenden Hauptstamm (der "Roten Nation") getrennt und unter seinem Führer Tseib (daher auch der "Tseib´scher Stamm" genannt) an den Ufern des Swartmodder eines neues Weidegebiet bezogen - damals "Modderfontein" genannt. Der eigentliche Ort Keetmanshoop wurde erst
1866 als Station der
Rheinischen Mission gegründet. Namensgeber war der deutsche Industrielle
Johann Keetman, der die Mission mit den erforderlichen finanziellen Mitteln ausrüstete, selbst aber den Ort nie besucht hatte. Dank seiner Unterstützung erwuchs die Missionstation nach und nach zu einer deutschen Siedlung:
1894 entstand das Fort für die
deutschen Schutztruppen und
1895 die von
Wilhelm Sander entworfene Steinkirche. Mit seinem finanziellen Engagement verband Keetman die Hoffnung (daher der afrikaanse Name "Keetmanshoop"), durch die Christianisierung der im Namaland ansässigen und miteinander verfeindeten Stämme deren Befriedung erreichen zu können.
Wirtschaft
Keetmanshoop ist das Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Karas-Region im Süden Namibias und wird daher auch die Hauptstadt des Südens genannt. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind der
Tourismus und die Zucht von
Karakulschafen. Eine weitergehende landwirtschaftliche Nutzung ist in dieser Region auf Grund des arriden Klimas nicht möglich; Keetmanshoop liegt am Rande sowohl des südlichen Winterregen- als auch des nördlichen Sommerregengebiets, was zur Folge hat, das Ort und Region häufiger über Jahre überhaupt keine Regenfälle erhalten. Im langjährigen Mittel fallen hier jährlich lediglich 100 - 200 mm Regen, so dass die Trinkwasserversorgung des Ortes nur durch den etwa 50 km entferneten "Nautedamm" sichergestellt werden kann.
Verkehr
Im Jahre
1908 wurde über die bereits bestehende Bahnverbindung nach Windhuk hinaus eine Bahnstrecke nach
Lüderitz in Betrieb genommen. Damit erhielt Keetmanshoop eine Verkehrsanbindung an die Küste, die sehr viel später dann auch noch durch eine Teerstraße komplettiert wurde. Heute ist die Stadt wichtigster Knotenpunkt des Straßen- und Schienenverkehrs im südlichen Landesteil.
Kultur
Spuren der deutschen Kolonialzeit
Kirche Keetmanshoop.jpg
Als Zeugnisse der Gründungsgeschichte Keetmanshoops existieren noch einige Bauten aus der Zeit der
deutschen Kolonialherrschaft. Die
1895 aus Granit erbaute Kirche der
Rheinischen Mission beherbergt heute ein Heimatmuseum, das einen ausführlichen Überblick der Stadtgeschichte vermittelt. Das "Kaiserliche Postamt" aus dem Jahre
1910 beherbergt heute die Touristeninformation der Stadt. Ebenfalls erhalten ist das Bahnhofsgebäude aus dem Jahr
1908.
Der Köcherbaum
Kokerbomennab.jpeg
Eine besondere touristische Attraktion ist der ca. 20 km nordöstlich von Keetmanshoop gelegene
Köcherbaumwald (
Afrikaans:
Kokerboom Woud). Diese auf dem Gelände der privaten Farm
Gariganus gelegene Baumgruppe von ca. 250 Exemplaren des
Köcherbaumes (
aloe dichotoma) steht seit
1955 unter
Naturschutz. Der Name bezieht sich auf die Beschaffenheit des Holzes. Da dieses leicht auszuhöhlen ist, fertigten die hier ehemals ansässigen Völker der
San und
Khoi Khoi aus den Ästen des Baumes Köcher, in denen sie ihre Jagdpfeile trugen.
Weblinks
- http://www.keetmanshoopmun.org.na/ (Offizielle Webseite)
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