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Wappen Karte
Wappen_Kaufbeuren.gif Karte_kaufbeuren_in_deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 40,02 km²
Einwohner: 44.180 (31. Dezember 2004)
Bevölkerungsdichte: 1.105 Einwohner je km²
Höhe: 681 bis 860 m ü. NN
Postleitzahlen: 87571 - 87600
Vorwahlen: 08341
Geografische Lage:
Kfz-Kennzeichen: KF
Gemeindeschlüssel: 09 7 62 000
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kaiser-Max-Straße 1
87600 Kaufbeuren
Offizielle Website: Stadt Kaufbeuren
E-Mail-Adresse: info@kaufbeuren.de
Politik
Oberbürgermeister: Stefan Bosse

Kaufbeuren ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Die Stadt im Allgäu ist komplett vom Landkreis Ostallgäu umgeben.

Geografie


Kaufbeuren liegt am Fluss Wertach.

Ortsteile


  • Kaufbeuren (Altstadt)
  • Hirschzell
  • Kemnat
  • Neugablonz
  • Oberbeuren

Geschichte


Kaufbeuren entstand aus einem fränkischen Königshof, der um 740 als Verwaltungssitz und militärisches Rückzugsgebiet nahe der Grenze zum Herzogtum Bayern gegründet wurde. Die Herren von Beuren, die Gefolgsleute der Welfen waren, hatten hier gegen Ende des 11. Jahrhunderts ihren Adelssitz. Die erste urkundliche Erwähnung Kaufbeurens war im Jahr 1126. Ende des 12. Jahrhunderts kam die Stadt unter die Herrschaft der Staufer. Von 1286 bis 1803 war Kaufbeuren eine freie Reichsstadt. 1377 wurde die Stadt vom Herzog Friedrich von Teck und 1388 von den bayerischen Herzögen vergebens belagert.1802 kam sie an Bayern.

Seit 1939 wurde in einem nordöstlich von Kaufbeuren gelegenen Waldgebiet eine Fabrik der Dynamit AG, vormals Alfred Nobel u. Co, für die Versorgung der deutschen Kriegswirtschaft mit Munition aufgebaut. Dort wurden Zwangsarbeiter aus dem nahegelegenen Konzentrationslager Riederloh in Steinholz bei Mauerstetten, einer Außenstelle des KZ Dachau, eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand auf den Trümmern des Gebietes der heutige Stadtteil Neugablonz, gegründet von Vertriebenen aus Gablonz.

Bevölkerungsstruktur


<15: 15,4% | 15-18: 3,3% | 18-25: 7,9% | 25-35: 12,2% | 35-60: 33,6% | >60: 27,5%

Der Anteil an Spätaussiedlern liegt mit ca. 12% relativ hoch.

Religion


Die Einwohner Kaufbeurens sind mehrheitlich katholischen Glaubens; daneben gibt es seit der Reformation eine starke evangelische Minderheit (seit 1955 eigenes Pfarramt im Stadtteil Neugablonz und in der Kaufbeurer Innenstadt) und eine muslimische Minderheit türkischer und kurdischer Sprache (sunnitische Moschee, alewitisches Cem-Haus in Kempten). Weiter gibt es Evangelisch-freikirchliche, Freie evangelische, Adventistische sowie russischsprachige Baptistengemeinde, eine Altkatholische Gemeinde und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Zudem existiert in der Altstadt von Kaufbeuren das Crescentiakloster, ein Franziskanerinnen-Kloster.

In der Umgebung findet sich im Dorf Leinau eine ökumenische Severins-Gemeinschaft des Ordens von Port Royal.

Städtepartnerschaften und Patenschaften


Kultur und Sehenswürdigkeiten


  • Rathaus (nach Plänen von Georg von Hauberrisser, erbaut 1879 bis 1881)
  • Kloster Kaufbeuren (1150 gegründet)
  • Historische Altstadt mit teilweise erhaltener, historischer Stadtmauer (kann bei Stadtführungen auch begangen werden)
  • St.-Martins-Kirche
  • Fünfknopfturm (Wahrzeichen der Stadt)
  • St.-Blasius-Kirche
  • Hexenturm
  • Gerberturm
  • Pulverturm
  • Münzturm
  • Sywollnturm
  • Zollhäuschen

Museen

  • Stadtmuseum
  • Feuerwehrmuseum
  • Puppentheater-Museum
  • Isergebirgs-Museum (Neugablonz)

Sport

Kaufbeuren ist bekannt für seine Eishockeymannschaft, den ESV Kaufbeuren, der 1994 Gründungsmitglied der Deutschen Eishockey-Liga war und schon in den Vorjahren häufig erstklassig spielte.

Wirtschaft und Infrastruktur


Aus dem mittelalterlichen Textilhandwerk und -handel entwickelte sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die von Christoph Friedrich Heinzelmann (1786-1847) und anderen Mitgliedern eingesessener Kaufmannsfamilien im Jahr 1839 gegründete und 2005 insolvente mechanische Baumwollspinnerei und -weberei Momm. Daneben bildet das traditionelle Braugewerbe in Kaufbeuren von bis zu zeitweilig 16 Brauereien, von welchen nur die Aktienbrauerei noch existiert, einen regionalen Wirtschaftsfaktor, von des. Bis zum Ende des Kalten Krieges besaß auch der zwischen 1933 und 1935 eingerichtete, seit den 1980er lediglich als Schulungszentrum genutzte Fliegerhorst im Stadtteil Oberbeuren eine wirtschaftliche Bedeutung. Aus der ehemaligen Schreibmaschinenfertigung der Firma Alpina, die von Olympia aufgekauft wurde, entwickelte sich in den 1970er und 1980er eine mittelständische Elektronikindustrie in der Automation-, Mess- und Regeltechnik.

In Neugablonz existierte von 1939 eine Fabrik der Dynamit AG und dann ab 1945 Glas-, Metall- und Schmuckindustrie.

Verkehrsanbindung

Die nächstliegende Autobahn, die A96, ist ca. 19 km von Kaufbeuren entfernt. Die Zuführung zur A96 erfolgt über die B12.

Kaufbeuren liegt an der Allgäubahn (KBS 970), die zwischen München und Lindau verkehrt. Diese Strecke ist nicht elektrifiziert. Fernverkehrszüge halten in der Stadt fast nicht. Als Ersatz für den gestrichenen InterRegio der DB, hält nun der Allgäu-Express, kurz „Alex“, in Kaufbeuren.

Aufgrund der Lage im erweitereten Einzugsbereich von München gibt es zahlreiche Pendler.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

Künstler
  • Hans Magnus Enzensberger (* 11. November 1929 in Kaufbeuren) ist ein deutscher Dichter, Schriftsteller, Übersetzer und Redakteur.
  • Ludwig Ganghofer (* 7. Juli 1855 in Kaufbeuren, † 24. Juli 1920 in Tegernsee) war ein deutscher Schriftsteller, der durch seine Heimatromane bekannt geworden ist.
  • Loy Hering (* 1484/85 in Kaufbeuren; † 1. Juni 1564 in Eichstätt) war ein Bildhauer der Renaissance.
  • Daniel Hopfer der Ältere (* um 1470 in Kaufbeuren; † 1536 in Augsburg) war Waffenätzer, Radierer und Holzschneider. Seine kunstgeschichtliche Bedeutung erlangte er als Erfinder der Ätzradierung.
  • Rudolf Michael Kuppelmayr (* 1843 in Kaufbeuren; † 1918 in München) war ein deutscher Maler.
  • Marie Sophie von La Roche, geb. Gutermann von Gutershofen (* 6. Dezember 1730 in Kaufbeuren, † 18. Februar 1807 in Offenbach) war eine Schriftstellerin.
  • Jörg Lederer (* um 1470 in Füssen oder Kaufbeuren - † um 1550 in Kaufbeuren), Bildschnitzer.
  • Christian Jacob Wagenseil (* 23. November 1756 in Kaufbeuren; † 8. Januar 1839 in Kaufbeuren) wurde nach seinem Jura-Studium zu einem zur damaligen Zeit relativ bekannten Schriftsteller, Aufklärer und Publizist.

Kirchenpersonen

Politiker
  • Christoph Friedrich Heinzelmann (1786-1847), liberaler Politiker im Bayerischen Landtag.
  • Walter Riester (* 27. September 1943 in Kaufbeuren), ehemaliger deutscher Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung (in seiner Amtszeit wurde die sog. „Riester-Rente“ geschaffen).

Sportler

Unternehmer
  • Johann Nepomuk Glöggler (* 9. April 1910 in Kaufbeuren; † 26. Juli 2004), Bauunternehmer, Baustoffgroßhändler, baute die zeitweise größte deutsche Textilindustrie-Unternehmensgruppe auf und war Großaktionär des Baukonzerns Philipp Holzmann AG.
  • Hans Liebherr (* 1. April 1915 in Kaufbeuren; † 7. Oktober 1993 in Bulle FR/Schweiz) war Maurermeister, Erfinder des mobilen Turmdrehkrans und Firmengründer des Baumaschinenkonzerns Liebherr.

Wissenschaftler
  • Wolfgang Gessenharter (* 1942 in Kaufbeuren), Politikwissenschaftler, Soziologe und Theologe.
  • Wilhelm Walcher (* 1910 in Kaufbeuren; † 9. November 2005 in Marburg an der Lahn), Physiker.

Sonstige

Sonstige mit Kaufbeuren in Verbindung stehende Persönlichkeiten

Durch den ESVK startete der Eishockeyspieler Peter Ustorf (* Hamburg) seine Karriere; aber auch andere Sportler wie die Rallyefahrerin Andrea Mayer (z.B. Rallye Dakar) und der ehemalige Bundesliga-Fußballschiedrichter Hermann Albrecht fingen in Kaufbeuren an.

Jakob Brucker (*22. Januar 1696 in Augsburg), Philosophiehistoriker, Namensgeber des Jakob-Brucker-Gymnasiums, seit 1724 in Kaufbeuren Pfarrer und Rektor der Lateinschule.

Sonstiges


Regelmäßige Veranstaltungen

Das Tänzelfest findet alljährlich im Juli vor den Sommerferien statt. Es gilt als ältestes Kinderfest in Bayern. Es finden Umzüge und Veranstaltungen in traditionellen mittelalterlichen Kostümen statt, in Bezug auf die (historisch gesicherten) Besuche von Kaiser Maximilian im 15. Jahrhundert.

Weblinks


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