Katzenbuckel_1.jpg | Blick_vom_Katzenbuckel_1.jpg Der Katzenbuckel ist mit 626 m die höchste Erhebung des Odenwaldes (siehe auch Odenwald). Er steht auf der Gemarkung der Gemeinde Waldbrunn in Baden-Württemberg.
Der Katzenbuckel erhebt sich ca. 4 km östlich von Eberbach am Neckar.
Das vulkanische Gestein wurde als Schotter in zwei Steinbrüchen abgebaut: 1. im Steinbruch am Gaffstein, wo eine Varietät des Katzenbuckel-Hauptgesteins Sanidinnephelinit gewonnen wurde, und 2. im Steinbruch am Michelsberg, wo der Natronshonkinit ursprünglich als eine zweite Erhebung (Michelsberg) neben dem Katzenbuckel-Gipfel in Erscheinung trat, welche durch den Steinbruchbetrieb allerdings gänzlich abgetragen wurde.
Der Natronshonkinit am Michelsberg steht für einen Magmennachschub, der in den weitaus größeren Sanidinnephelinit-Magmenkörper intrudierte. Nach einer Sprengung im Jahr 1970 trat Grundwasser zu Tage und verfüllte die unteren Sohlen im Steinbruch am Michelsberg; hierdurch ist der Katzenbuckelsee entstanden.
Am Katzenbuckel treten auch jede Menge Ganggesteine mit einer Fülle von Mineralen auf, die heute allerdings kaum noch zugänglich sind, da mit dem Ende des Steinbruchbetriebs keine neuen Aufschlüsse mehr angelegt werden. Als Vorkommen sind beispielsweise Natrolith und Apatit zu nennen. Durch den hohen Gehalt an Magnetit wird an einigen Stellen, besonders am Gipfelfelsen, sogar eine Kompassnadel von der magnetischen Nordrichtung abgelenkt.
Der Ausbruch des "Katzenbuckel-Vulkans" ist durch das Vorhandensein von Tuffen (und kleinen Bomben) beweisbar. Es dürfte sich um einen explosiven Ausbruch gehandelt haben, der möglicherweise ursächlich auf eine Wasserdampfexplosion durch Grundwasser-Magmen-Berührung im Untergrund zurück geht (Maar-Vulkanismus), worauf Tuffe mit Nebengesteinseinschlüssen hinweisen. Die genetische Entwicklung des Vulkanismus am Katzenbuckel bedarf allerdings noch weiterer geologischer Untersuchungen auf der Basis der aktuellen Forschungslage (die letzten geowissenschaftlichen Forschungsprojekte stammen bereits aus den 1970ern und 1980ern). Ob Spuren eines Einsturztrichters oder einer Caldera zu finden sind, kann ebenfalls untersucht werden, dürfte aber ein schwieriges Forschungsunterfangen sein, zumal der "Zahn der Zeit" in 60 Millionen Jahren natürlich stark erosiv auf die Vulkan-Ruine einwirkte.
Fachliteratur zum Katzenbuckel erschien mit ROSENBUSCH erstmals im 19. Jahrhundert. Weiter zu nennen sind u.a. FREUDENBERG 1906, NIELAND 1932, FRENZEL 1955 und 1975, SCHWEIZER & KRAATZ 1982 im Rahmen ihres Geologischen Führers zum südlichen Odenwald.
Aussichtsturm_Katzenbuckel_1.jpg
Leider wurden am Lehrpfad einige wesentliche Fakten falsch dargestellt, weshalb derzeit eine fachliche Überprüfung durchgeführt wird. So wurden in der medialen Lehrpfadaufbereitung beispielsweise die Lokalitäten der beiden Steinbrüche miteinander vertauscht, was eine Fehldarstellung der beiden Magmenaufstiege am Katzenbuckel, die Sanidinnephelinit und Natronshonkinit hervorbrachten, zur Folge hat. Am Katzenbuckelsee, wo fälschlicherweise der Sanidinnephelinit verortet wird, ist hauptsächlich der Natronshonkinit und damit die Lokalität des zweiten Magmenaufstiegs zu finden. Am Steinbruch am Gaffstein, in der Nähe einer Ski-Mattenschanze, glaubt der Lehrpfad dagegen den Natronshonkinit zu erkennen, was mineralogisch und geologisch unhaltbar ist. Offensichtlich liegt hier eine Verwechslung vor, wie die Fachliteratur unschwer bezeugen kann (bspw. FREUDENBERG 1906, FRENZEL 1975 usw.), insbesondere auch die Karten und Standort-Skizzen bei den zuletzt genannten Autoren.
Ein rundlich-ovaler Gesteinsblock mit Abschalungs-Erscheinungen wird am Lehrpfad als "vulkanische Bombe" erläutert, dürfte aber mit weitaus größerer Wahrscheinlichkeit als Verwitterungsform anzusprechen sein (bspw. bei SCHWEIZER&KRAATZ 1982), nämlich als Desquamation bzw. Schalenerwitterung.
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