Ms-starnberg-w050-h050-rotate.jpg Ein Katamaran ist ein Boot oder Schiff mit zwei Rümpfen, die fest (z. B. durch ein Tragdeck) miteinander verbunden sind. Das Wort Katamaran ist ein Lehnwort aus dem Tamilischen, von kattu maram, wörtlich übersetzt "Bund-Baum" (im Sinne von "zusammengebundene Baumstämme"). Generell kann man nach der Antriebsart Motorkatamarane (Motorschiff) und Segelkatamarane (Segelschiff) unterscheiden.
Im Gegensatz zu Einrumpfschiffen zeichnen Katamarane sich dadurch aus, dass sie sehr breit sind und damit sehr stabil auf dem Wasser liegen. Da Katamarane keinen Kiel haben und nur formstabil sind, können sie im Gegensatz zu Yachten, die sich auch bei starker Schräglage wieder aufrichten, durch Windböen zum Kentern gebracht werden.
Katamarane haben sehr schmale Rümpfe (bzw. breite Unterwasserschiffe) mit geringem Tiefgang, die besonders strömungsgünstig sind, weil sie keinen Kiel haben. So können Katamarane in Verdrängerfahrt hohe Geschwindigkeiten erreichen. Ab einem Längen-/Breitenverhältnis von etwa 8:1 ist der Abstand des durch den Bug gebildeten Wellensystems vom durch das Heck gebildeten Wellensystem so groß, dass diese beiden Wellensysteme einander kaum noch beeinflussen. Diese "Interaktion" zwischen den Bug- und Heckwellensystemen begrenzt die Rumpfgeschwindigkeit eines jeden Verdrängers. Durch die extrem schlanke Bauweise beider Rümpfe des Katamarans wird diese endliche Rumpfgeschwindigkeit erhöht. Hochgeschwindigkeitskatamarane, die vor allem als schnelle Personenfähren eingesetzt werden, haben in der Regel ein Längen-/Breitenverhältnis von 16:1 oder günstiger. Dennoch gilt auch bei Mehrrumpfbooten, dass die Abrisskannte des Hecks die Bugwelle nicht überholen kann.
Katamaran_in_Dover.jpg]] Stena Discovery.jpg]] motorbootkatamaran.JPG als Katamaran]] Motorkatamarane haben insbesondere als Fährschiffe Bedeutung gewonnen. Weiterhin werden Arbeitsschiffe sowie schwimmfähige Arbeitsplattformen oftmals in der 2-Rumpf-Bauweise ausgeführt.
Kleinere Hochgeschwindigkeitskatamarane (bis etwa zu 200 Sitzplätzen) werden seit längerem insbesondere in Norwegen und Australien eingesetzt. Sie erreichen bis zu 48 Knoten Geschwindigkeit (entsprechend über 80 km/h) und bieten damit schnelle Reisemöglichkeiten zu Inseln und zwischen Landesteilen. Seit Ende des 20. Jahrhunderts werden solche Schiffe zunehmend auch im Verkehr von und nach Helgoland sowie auf der Elbe eingesetzt.
Auf mehreren europäischen Routen verkehren besonders große Katamaran-Fährschiffe auch als Autofähren. Hierzu gehören:
Der von der Werft Incat in Tasmanien gebaute 91 m lange Großkatamaran Catalonia hält seit 1998 den Rekord für die schnellste Atlantik-Überquerung durch große Schiffe mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 38,85 Knoten. Die Fahrt ging von New York nach Tarifa in Südspanien. Zugleich erreichte die Catalonia mit 1015 Seemeilen die beste 24-Stunden-Leistung (Etmal) aller Zeiten. Die größten Katamarane setzt die Reederei Stena Line auf Routen von und nach Großbritannien ein, die HSS 1500. Sie sind 127 m lang, 40 m breit und haben eine Verdrängung von knapp 20.000 Tonnen. Sie können bis zu 1.500 Passagiere und 375 Autos mit einer Geschwindigkeit von 40 Knoten transportieren.
Auch im Motorbootrennsport werden häufig Katamarane verwendet, so werden beispielsweise alle Weltmeisterschaftsserien auf Katamaranen mit Sicherheitscockpit ausgetragen.
Im Segelsport werden Rennkatamarane nicht in Klassen, wie sonst im Segelsport üblich, sondern in Divisionen von A bis D eingeteilt. Diese definieren sich durch jeweilige Höchstmaße für Länge, Breite und Segelfläche (Grenzmaßklassen). Der olympische Tornado gehört beispielsweise zu den B-Katamaranen.
Zudem sind verschiedenste nationale/internationale Klassenvereinigungen zu vermeintlichen Herstellerklassen und Bootsklassen zu finden. Eine Auswahl:
Die Katamarane entstanden als leichte und schnelle Arbeitsboote. Heutige offene Typen können meist in sicherere, vielseitigere und leichter segelbare Boote umgebaut werden. Spitze und gefährliche Beschläge gehören nicht an Bord. Reffaugen im Segel, Gepäcknetz vor dem Hauptbeam, unter den Kiel geklebte Kufen, stabile Trampolinhalterungen, baumlose Segel und eine im Notfall leicht lösbare Segelaufhängung umgehen starre Klassen- und Nutzungsbeschränkungen.
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