Die katalanische Sprache (català) gehört zur Familie der romanischen Sprachen. Die aufgrund sprachlicher Verwandtschaft nächsten Beziehungen bestehen zum Okzitanischen in Südfrankreich. Die Verbindungen zum Spanischen und Portugiesischen sind aber ebenso deutlich, sodass das Katalanische oft als Brückensprache (llengua-pont) zwischen Galloromanisch und Iberoromanisch bezeichnet wird.
Katalanisch ist Amtssprache in Andorra sowie, neben dem Spanischen, regionale Amtssprache in Katalonien, auf den Balearen und in Valencia.
Das katalanische Sprachgebiet wird unterteilt in Ostkatalanisch, zu dem der östliche Teil Kataloniens, der katalanischsprachige Teil Frankreichs, die Balearen und Alghero gehören, und in die westkatalanischen Dialekte. Hauptkriterium für diese Einteilung ist die Aussprache der unbetonten Vokale o, e, und a. Während sie im Bereich des Westkatalanischen wirklich auch so ausgesprochen werden, wie sie geschrieben werden, werden in der Aussprache des Ostkatalanischen o zu u, e und a zu einem sog. „Schwa-Laut“ (*), der sich ähnlich anhört wie dt. er in Mutter
Katalanisch wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben.
Der Language Code ist ca beziehungsweise cat (nach
ISO 639).
Ende des 15. Jahrhunderts vereinigten sich die Kronen von Aragón und Kastilien durch die Heirat der reyes católicos, des Königs Ferdinand von Aragón und der Königin Isabella von Kastilien, wobei Kastilien von Anfang an die Oberhand hatte. Dadurch wurde das Katalanische als Literatursprache immer mehr durch die kastilische Sprache („spanisch“) verdrängt. Als Rechts-, Amts-, und Umgangssprache blieb das Katalanische zunächst jedoch noch relativ wenig bedrängt.
Nach Ende des spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) verlor Katalonien seine politische Eigenständigkeit und die Bourbonen-Könige trieben die Entwicklung des spanischen Zentralstaats in seiner heutigen Form voran. Das kastilische Spanisch wurde als spanische Amtssprache durchgesetzt und im Jahre 1716 wurde es per Gesetz als Unterrichtssprache verbindlich festgelegt. 1779 ging die Obrigkeit so weit, dass sie sogar Theaterstücke auf Katalanisch verbot.
Das 18. Jahrhundert gilt deshalb als der Tiefpunkt der katalanischen Sprache, als die Zeit der decadència. Erst mit der Romantik erlebte das Katalanische im 19. Jahrhundert einen neuen Aufschwung. In der Wiedergeburt, der renaixença, fand die Sprache wieder Unterstützung und wurde zum Gegenstand linguistischer Forschung. In den 30er Jahren erlebte das Katalanische eine Blüte, die aber durch den Spanischen Bürgerkrieg jäh zerstört wurde.
In den Anfangsjahren der Franco-Diktatur war das Katalanische offiziell streng verboten. Viele Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet wurden "hispanisiert". Teilweise wurden sogar Personennamen ins Spanische übersetzt. Erst mit Beginn der 60er Jahre wurde der katalanischen Sprache sehr zögerlich zuerst im kirchlichen Bereich wieder etwas Raum gegeben. Nach Francos Tod 1975 dauerte es noch drei Jahre bis alle Beschränkungen aufgehoben wurden. In den Jahren der Unterdrückung hatte das Katalanische aber stark an Boden verloren. Die wohlhabende Region Katalonien hatte viele Spanier aus anderen Teilen des Landes angezogen, die meist nicht oder nur sehr zögerlich Katalanisch lernten.
Dies ist einer der Hauptgründe, warum die katalanische Sprache von Seiten der Regionalregierung in den letzten 25 Jahren so stark gefördert wurde. Dieser normalització genannte Prozess verlief nicht reibungslos, da viele der Zugewanderten und ein Teil des Großbürgertums das Katalanische ablehnten. Durch eine geschickte Politik gelang es aber katalanischen Politikern als unverzichtbare Koalitionspartner der Zentralregierung dieser immer weitere Zugeständnisse abzuringen und so, teilweise mit wenig zimperlichen Mitteln, die einstige Position des Katalanischen zumindest teilweise wiederherzustellen.
Dieser Prozess ist noch immer im Gange und soll nach dem Willen der Befürworter des Katalanischen erst abgeschlossen sein, wenn alle, die im ursprünglichen Verbreitungsgebiet des Katalanischen leben, diese Sprache, zumindest als Zweitsprache, vollständig beherrschen.
In den Schulen des Zentralbereichs der katalanischen Sprache wird mittlerweile fast ausschließlich katalanisch gesprochen, ebenso in den Ämtern und in vielen Unternehmen in diesem Gebiet. Dabei wird das Spanische mitunter so weit verdrängt, dass nicht wenige der jüngeren Katalanen Spanisch bei weitem nicht so gut wie Katalanisch beherrschen.
Die Hispanisierung von Personennamen wurde nach der Demokratisierung Spaniens rückgängig gemacht. Auch die ursprünglichen katalanischen Ortsnamen werden wieder offiziell verwendet.
Heute hat sich eine Diglossiesituation entwickelt, die die franquistischen Verhältnisse beinahe umkehrt. Über 95% der in Katalonien Lebenden können Spanisch schreiben. Gerade mal die Hälfte der Bevölkerung beherrscht auch das schriftliche Katalanisch. In fast allen offiziellen Bereichen der Gesellschaft hat sich aber das Katalanische durch die normalització durchgesetzt: 90% des Schulunterrichts wird auf Katalanisch abgehalten, ein Großteil der Vorlesungen in den Universitäten ist auf Katalanisch, für den kompletten öffentlichen Dienst müssen Katalanischkenntisse nachgewiesen werden. In den letzten Jahren hat sich deshalb ein regelrechter Boom in Sprachschulen, die Katalanischzertifikate ausstellen, ergeben.
Das katalanische Lexikon weist nicht so viele Wörter arabischer Herkunft auf wie das Spanische. Wenn eine Entlehnung aus dem hispanoárabe erfolgt, dann geschieht dies ohne Übernahme des arabischen Artikels /'al-/. Das Katalanische verhält sich hier wie das Italienische, dessen Arabismen über Sizilien entlehnt wurden. Beispiele:
Spanisch - Katalanisch - Deutsch
Im Katalanischen sind aufgrund unterschiedlicher lautgeschichtlicher Entwicklung der Vokale und Konsonanten lateinische Etyma bisweilen besser zu erkennen als im Spanischen. Anders als im Spanischen stellen sich die Bedingungen für die Diphthongierung betonter, offener lateinischer Vokale im Katalanischen und Italienischen u.a. romanischen Sprachen dar. Das Spanische hat hier mit seiner Diphthongierung auch in gedeckter Stellung eine Sonderstellung. Beispiele:
UE-Laut (span.) vs. O-Laut (kat.):
Spanisch - Katalanisch - Italienisch - Deutsch
Auch bei der Entlehnung lateinisch mit /f-/ anlautender Wörter nimmt das Spanische in der Romania eine Sonderstellung ein, da es lat. /f-/>>/h-/>/Null-Phonem/ entwickelt. Vgl.:
H-Laut (span.) vs. F-Laut (kat.):
Spanisch - Katalanisch - Italienisch - Deutsch
Es dienen für das Galloromanische auch andere Etyma als Grundlage als im Iberoromanischen. Hier wird einmal mehr die Stellung des Katalanischen als llengua-pont (Brückensprache) deutlich:
Spanisch - Katalanisch - Französisch - Deutsch
Andere Wörter wiederum deuten auf keine Verwandtschaft mit dem Spanischen oder Französischen:
Das katalanische Lexikon weist auch germanischstämmige Wörter auf, die in der Zeit der Völkerwanderung ihren Weg in die Sprache gefunden haben. Allerdings machen sie nur einen kleinen Teil des Wortschatzes aus.
Spanisch - Katalanisch - Deutsch
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